Jahresempfang: Hoher Stellenwert für die Sozialplanung

Jahresempfang 2015Neudietendorf. Die Notwendigkeit einer engeren Verzahnung von Raum- und Sozialplanung hat der Landesgeschäftsführer des Paritätischen, Reinhard Müller, unterstrichen. Beim Jahresempfang des Paritätischen in der Krügervilla in Neudietendorf begrüßte Müller ausdrücklich entsprechende Pläne der Landesregierung. Er plädierte außerdem für größere planerische Einheiten in Thüringen. Weit über 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren zu der traditionellen Veranstaltung des Paritätischen gekommen, darunter Thüringens neue Sozialministerin Heike Werner (Linkspartei) und der für Migration zuständige Justizminister Dieter Lauinger (Grüne). Umrahmt wurde die Veranstaltung von bissig-satirischen Sketchen des Kabaretts Fettnäpfchen sowohl zur neuen Thüringer Landesregierung wie auch zum Thema Pflege. In ihrer Begrüßung hob die Präsidentin der Paritätischen Buntstiftung, Evemarie Schnepel, die Wertschätzung hervor, die die Arbeit des Paritätischen in der Thüringer Öffentlichkeit genieße. Das zeige die große Zahl der Gäste, die der Einladung gefolgt seien.

"Wir gestalten Thüringen – völlig unverzagt“, so Müller bei der Veranstaltung, die ganz im Zeichen des 25-jährigen Bestehens des Paritätischen Thüringen stand. Sozialpolitische Herausforderungen der Zukunft sieht Müller im Ausbau des Pflegepaktes und in der Gestaltung einer Zuwanderungspolitik, die ausländische Mitbürger als einen Gewinn für Thüringen ansieht. „Wir müssen fordern: Ausländer rein“, so Müller. Außerdem mahnte er eine Änderung in der Steuerpolitik.
„Es gibt keine von Natur aus knappen öffentlichen Haushalte“, unterstrich der Landesgeschäftsführer. „Es ist kein schlanker, sondern ein starker Staat nötig“, so Müller, der eine Änderung in der Steuerpolitik einforderte. Außerdem sind seiner Meinung nach andere Rahmenbedingungen für die Sozialwirtschaft in Thüringen nötig. „Die Kostenträger müssen in die Lage versetzt werden, vernünftige Entgelte zu zahlen“, so Müller. Er hob die Tradition der kritisch-konstruktiven Zusammenarbeit mit der Politik in Thüringen hervor.
Sozialministerin Heike Werner (Linkspartei) umriss die Leitlinien ihrer Sozialpolitik in Thüringen. Danach sollen die Kitas zu Familienzentren ausgebaut werden. „Sie sollen zu Knotenpunkten des Gemeinwesens werden“, kündigte sie beim Jahresempfang an. Dort sollen Familien auch Beratung und Unterstützung erhalten. Für den Ausbau dieses Netzwerkes will Werner den Städten und Kreisen eine kommunale Familienpauschale zahlen, erklärte sie.
Zu den weiteren Eckpunkten ihrer Sozialpolitik zählen im Bereich der Pflege der Ausbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote und die Ausgestaltung des schon existierenden Pflegepaktes. Auch will sich Sozialministerin für eine angemessene Entlohnung in diesem Bereich stark machen. Das Land strebt deshalb einen Branchentarifvertrag für den Pflegebereich an. Der jetzt dort gezahlte Mindestlohn von 8,65 Euro reiche nicht aus, unterstrich Werner, die auch einen Branchentarifvertrag für die Sozialwirtschaft erreichen will.
Thüringens Senioren sollen nach den Vorstellungen Werners stärker in kommunale Planungen mit einbezogen werden. Sie prüft beispielsweise, ob die Wahl von Seniorenbeiräten, die bisher freiwillig erfolgte, künftig verbindlich sein soll. Außerdem soll in quartierbezogenen Modellprojekten die gegenseitige Unterstützung von Senioren bei der Gestaltung ihres Lebens gestärkt werden. Werner sprach in diesem Zusammenhang von Seniorengenossenschaften, die so entstehen könnten.
In einer Talkrunde mit Profiler Hartmut Kaczmarek blickten Birgit Schramm (heute bei Parisat) und der Vorstandsvorsitzende des Paritätischen, Rolf Höfert, auf die Anfänge vor 25 Jahren zurück. Carsten Nöthling vom Kinderschutzbund schilderte, wie seine Organisation kurz nach der Jahrtausendwende zum Verband stieß und Christiane Bernuth von der Soccer-Liga erläuterte, was die Soccer-Liga mit den Zielen des Paritätischen, Offenheit, Vielfalt und Toleranz, verbindet.

Tags: Veranstaltung, Profiling, Jahresempfang, Heike Werner, Dieter Lauinger, Kabarett Fettnäpfchen, Pressemitteilung, Pressemeldung

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