"Rechtsaußen die Rote Karte zeigen" - Eindrucksvolle Fotoausstellung im Thüringen-Park

Prominente aus Politik, Sozialverbänden, Polizei und Sport eröffneten die Fotoausstellung der Soccer-Liga und des BundesinnenministeriumsErfurt, 28. Oktober 2015. „Vorbilder müssen nicht nur in Geschichtsbücher stehen“. Davon ist Charlotte Beutler überzeugt. Sie ist Teilnehmerin an einem Workshop im Rahmen der Ausstellung „VorBilder“, die noch bis zum 7. November im Thüringenpark in Erfurt zu sehen ist. 22 Politiker- und Sportler-Paare positionieren sich in der Ausstellung gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung und treten ein für Fairplay, Demokratie und Menschenwürde. 86 eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Porträts von Angelika und Bernd Kohlmeier sind im Rahmen intensiver Gespräche an mitunter ungewöhnlichen Orten entstanden. Alle Mitwirkenden, darunter Bundespräsident Joachim Gauck und Bundestrainer Joachim Löw, sind Vorbilder, die über Sport und Politik hinaus alle ermutigen möchten, Diskriminierung und Ausgrenzung die Rote Karte zu zeigen. Die Fotoausstellung wird gemeinsam präsentiert von der Deutschen Soccer-Liga und dem Bundesministerium des Inneren.


Bei der Eröffnung der Ausstellung mahnte der stellvertretende Direktor der Paritätischen BuntStiftung, Stefan Werner: „Eine Sprache der Ausgrenzung und Vorverurteilung darf in unserem Gemeinwesen keinen Raum bekommen. Wir haben in unserer Geschichte erfahren, wozu eine solche Haltung führen kann.“ Konflikte, unterschiedliche Meinungen und auch kritische Fragen gehörten zur demokratischen Kultur. „Sie müssen jedoch friedlich, konstruktiv und respektvoll zu einem Ausgleich gebracht werden,“ mahnte Werner. Thüringens Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linkspartei) wies darauf hin, wie wichtig gerade in der heutigen Zeit das Herausstellen von Vorbildern im Kampf gegen den Rechtsextremismus sei.
„Verstärkt unsere Mannschaft – wir brauchenEuch“ lautet beispielsweise die Botschaft auf dem Plakat von Bundespräsident Joachim Gauck und den Fußballspielern Edris Saighani und Mats Krämer. Und es ist zugleich ein Appell, der deutlich macht, worum es in der Ausstellung geht: um uns alle und darum, dass wir uns den Vorbildern anschließen und als immer größer werdende Mannschaft Rassismus und Ausgrenzung entgegentreten.
Um mit diesem Anliegen möglichst viele Menschen zu erreichen, ist die Ausstellung seit September 2014 bundesweit unterwegs – und macht jetzt Station in Erfurt. „Sehenswert“ – darüber waren sich die Gäste bei der Eröffnung einig. Es soll das Interesse der Menschen an der Thematik geweckt werden, sie sollen zum Stehen bleiben, Betrachten und Nachdenken bewegt werden. Es sind Fotos von Sportler- und Politikerpaaren, die sich an zum Teil ungewöhnlichen Orten getroffen haben, dort intensive Gespräche führten und sich mit einer gemeinsamen Aussage in der Ausstellung positionieren.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Informationsmaterialien zum Themenfeld „Rechtsextremismus und Diskriminierung sowie durch begleitende Seminare, die die Soccer-Liga organisiert. So heißt es am Freitag, 30. Oktober und am Donnerstag, 5. November: „Euer Bolzplatz gegen Rechts“. Am Mittwoch, 4. November, geht es um polizeiliche Extremismus- und Gewaltprävention.“
Weitere Informationen dazu gibt es bei der Deutschen Soccer-Liga unter der Telefonnummer 0361/78911814.

Tags: Stefan Werner, Soccer-Tour, Rechtsextremismus, Soccer-Liga

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