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Crystal Meth: Zahl der Hilfesuchenden in einem Jahr verdoppelt - Landesweites Gesamtkonzept gefordert

Renate Rupp, Vorstandsvorsitzende der Landesstelle für SuchtfragenErfurt, 18. Januar 2016. Die Gefahren durch die Designerdroge Crystal Meth haben in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. In den Beratungsstellen steigt die Zahl der Hilfesuchenden stark an. In Erfurt melden sich jetzt doppelt so viele Abhängige wie noch vor einem Jahr. Die gleiche Entwicklung wird nach Angaben der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen aus anderen Landesteilen gemeldet. Von den neuen Klienten sind die meisten Crystal Meth-abhängig. In Eisenach wird bei 85 Prozent der Neuzugänge in den Beratungsstellen eine Crystal-Meth-Abhängigkeit als Hauptdiagnose gestellt. Und: Die Drogenabhängigen werden immer jünger. Die bisher jüngste Klientin, die in eine Drogenberatungsstelle kam, war gerade einmal 13 Jahre alt. Im Schnitt sind die meisten zwischen 20 und 34 Jahren alt.


Im Vorfeld eines Fachgesprächs der Grünen Landtagsfraktion über Suchtprävention in Thüringen am heutigen Montag Nachmittag bezeichnet die Vorstandsvorsitzende der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen, Renate Rupp, Crystal Meth als eine große Herausforderung für die Thüringer Politik. Denn: Crystal Meth ist relativ leicht zu beschaffen und relativ billig. Rupp ist eine der ExpertInnen, die heute gehört werden.

Vor allem die Auswirkungen des Konsums von Crystal Meth erfordern nach Meinung der Landesstelle eine Abkehr von der Fokussierung auf Prävention. „Prävention passiert an vielen Stellen und ist unverzichtbar – Investitionen allein in die Prävention sind aber ein Irrweg“, heißt es in einem Positionspapier der Landesstelle. Ein Umsteuern sei dringend erforderlich. Gefordert werden wegen der psychischen und körperlichen Auswirkungen des Konsums von Crystal Meth andere Beratungsangebote wie aufsuchende Hilfe, flexible Erreichbarkeit und Gruppenangebote. Das aber ist nach Einschätzung der Experten der Landesstelle mit den bestehenden finanziellen und personellen Ressourcen nicht zu leisten.

In Thüringen stößt, so Rupp, die ambulante und stationäre psychiatrische und suchtspezifische Versorgung schon seit langem an ihre Grenzen. Bei Crystal Meth-Konsumenten sei häufig eine Begleiterkrankung im Bereich psychischer Krankheitsbilder zu beobachten, die nur unzureichend mitbehandelt werde. „In den Reha-Kliniken sind Wartezeiten zu lang, eine bedarfsgerechte spezifische Behandlung wird benötigt“, so Rupp. Außerdem steige der Bedarf an Hilfen für drogenkonsumierende Mütter und Väter und deren Kinder.

Vor allem aber benötigt man nach Einschätzung von Rupp belastbare Zahlen, die eine weitere Sozialplanung möglich machten. „Der analytische Blick auf das Thüringer Suchthilfesystem ist mehr als 15 Jahre alt,“ so Rupp. Erst auf der Basis neuer Zahlen und der Bewertung der Veränderungen im Klientel könne man ein auf die heutige Zeit zugeschnittenes Gesamtkonzept entwickeln.

Tags: Präventionsgesetz, Drogen, Crystal Meth

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