Informationsbedarf riesig: Zweiter Termin für Fachtag zum Pflegestärkungsgesetz am 26. August

Ronald RichterNeudietendorf, 11. August 2016. Eines der wichtigsten Themen des Spätsommers und Herbstes werden die anstehenden Reformen in der Pflege sein. Die Pflegestärkungsgesetze I und II schaffen zum 1. Januar 2017 einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsassessment. Die Nachfrage nach Informationen und einem kompletten Überblick über die jetzt ins Haus stehenden Änderungen sind groß. Ein für den 25. August angebotener Fachtag zu dem Thema ist ausgebucht, deshalb wird jetzt ein zusätzlicher Termin angeboten, und zwar am 26. August, ebenfalls von 9 bis 16 Uhr im Haus der Parität. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht im Deutschen Anwaltsverein, Professor Ronald Richter (Foto), wird den Teilnehmenden einen kompetenten Überblick über die gesetzlichen Änderungen geben.


Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff werden für alle Versorgungsarten – ambulant, teilstationär oder vollstationär – die bisher getrennten Feststellungen der Pflegestufe und der eingeschränkten Alltagskompetenz in einem einheitlichen Pflegegrad zusammengefasst.

Versicherte, die bereits eine Pflegestufe haben oder bei denen die eingeschränkte Alltagskompetenz festgestellt wurde, erhalten weitgehend Besitzstandsschutz.

Daneben ändert der Gesetzgeber die Regelungen des SGB XI an vielen Stellen, bei den Leistungsbudgets, den Vorschriften für Leistungserbringer und in den Qualitätsvorschriften. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff hat so auch Konsequenzen für die betriebliche Steuerung.

Der Gesetzgeber unternimmt den Versuch, mit Hilfe des Leistungsrechts die Leistungsinanspruchnahme zu kanalisieren. Der Grundsatz lautet: Untere Pflegegrade sollen ambulant und teilstationär versorgt werden, höhere Pflegegrade stationär. Gewinner der Reform sind so nicht die Pflegedienste und Verlierer nicht die vollstationären Einrichtungen. Gewinner sind die Einrichtungsträger, die vernetzte Strukturen, also ambulante, teils- und vollstationäre Versorgungsstrukturen anbieten können und dabei in der Region ein belastbares Pflegenetz schaffen. In dieses werden auch weitere Leistungserbringer aus dem Bereich der ärztlichen Versorgung, den Leistungen des Krankenhauses und der Palliativversorgung eingebunden. Neben diesen Leistungen sind aber auch Angebote für den neuen Vorpflegebereich, der durch die Pflegebedürftigen des Pflegegrades 1 gebildet werden, vorzusehen.

Ziele und Inhalte des Fachtags:
• Allgemeine Vorschriften und der leistungsberechtigte Personenkreis (§§ 14, 15, 45a, 123 SGB XI): Die Zusammenführung von Pflegestufe und Feststellung der eingeschränkten Alltagskompetenz in einem einheitlichen Pflegegrad – der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff; Übergangsregelungen; Besitzstandschutz

• Das Verfahren zur Einstufung/Eingruppierung in einen Pflegegrad (§ 18 SGB XI, Begutachtungs-Richtlinie), Fristen, Schnellbegutachtung, Hilfsmittel- und Reha-Empfehlung); Leistungen für pflegende Angehörige (Soziale Absicherung, § 44 SGB XI; Pflegekurse, § 45 SGB XI, PflegeZeitG, FamilienPflegeZG)

• Die Voraussetzungen und Höhen der regelmäßigen monatlichen Leistungen (§§ 36, 37, 38a, 41, 43, 45b SGB XI) und der Jahresbudgets (§§ 39, 42 SGB XI) sowie des Anspruchs auf Wohnumfeldverbesserung und Pflegehilfsmittel (§ 40 SGB XI); Ausübung der Wunsch- und Wahlrechte der Versicherten und ihrer Angehörigen für bestimmte Leistungsbereiche; die Verlagerung ambulanter Leistungen in den stationären Bereich und umgekehrt

• Die neue Zusammensetzung des Gesamtheimentgelts, der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE); die Herleitung/ Vereinbarung; Personalschlüssel; Wettbewerb ambulant & teilstationär vs. vollstationär; Paradigmenwechsel des Gesetzgebers

Anmeldungen für den zusätzlichen Fachtag am 26. August und weitere Infos finden Sie hier:
https://www.parisat.de/veranstaltungskalender/zusatztermin-das-pflegestaerkungsgesetz-ii-fachtag-fuer-den-kompletten-ueber-und-einblick-in-die-aenderungen-inkl-psg-iii-bthg-khsg/623/

 

Tags: Pflege, Pflegereform, Pflegestärkungsgesetz

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