Bürgerschaftliches Engagement gewürdigt: Ehrenamt in Thüringen ist vielfältig

Schulung der Ehrenamtskoordinatoren in GeraErfurt/Gera. Wieviel Versicherung brauchen Vereine und Selbsthilfegruppen eigentlich? Und: Was macht erfolgreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aus? Die Ehrenamtskoordinatorinnen und Ehrenamtskoodinatorinnen der zahlreichen Geraer Selbsthilfegruppen hatten viele Fragen an Brigitte Schramm und Hartmut Kaczmarek vom Paritätischen. Ein Jahr nach der ersten Schulungsrunde kamen sie wieder im Geraer Rathaus zusammen, um Bilanz zu ziehen über die Zwischenzeit, um sich über Erfolge und Ideen auszutauschen und um sich in den beiden Gebieten Versicherung und Öffentlichkeitsarbeit weiterzubilden (siehe Foto).

Monique Heinze, die Leiterin der Ehrenamtszentrale der Stadt Gera und Christine Morgenstern von der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen der Stadt Gera sowie Andreas Kotter vom Paritätischen, der die Veranstaltung moderierte, waren mit der Resonanz auf die Fortbildung und dem bislang Erreichten überaus zufrieden. Eine erste Runde ergab, wieviel in den einzelnen Vereinen und Organisationen in den zurückliegenden zwölf Monaten geleistet wurde. Aber es wurde auch klar, dass beispielsweise in Sachen Barrierefreiheit in Gera noch einiges zu bewältigen ist. Viele Sachen sind allerdings jetzt schon auf den Weg gebracht worden.

Brigitte Schramm stellte in der Runde die unterschiedlichen Versicherungsarten und die wichtigsten Versicherungsformen vor. „Wichtig und aus unserer Sicht unumgänglich ist eine Vereins- oder Betriebshaftpflicht“, legte sie den Vertreterinnen und Vertretern der Selbsthilfegruppen eindringlich ans Herz. Und Hartmut Kaczmarek, Profiler beim Paritätischen, gab ihnen Tipps und Ratschläge aus der Praxis für eine bessere Platzierung ihrer Anliegen in den lokalen Medien.

Mit diesem Zusatzmodul zur Qualifzierung von Ehrenamtskoordinatoren setzte der Paritätische einen weiteren Akzent in der Woche des Bürgerschaftlichen Engagements, mit der bundesweit in der vergangenen Woche ehrenamtliches Engagement in den Fokus gerückt werden sollte. Diesem Zweck diente auch eine Veranstaltung im Thüringer Landtag. Vielfältige Beispiele ehrenamtlichen Handelns wurde Abgeordneten und Regierungsmitgliedern im Landtag vorgestellt.

Sozialministerin Heike Werner besuchte die Präsentation der BuntStiftungAn der von der Thüringer Ehrenamtsstiftung organisierten Veranstaltung nahmen auch die LIGA-Verbände sowie der Landessportbund mit der Themeninsel „Freiwilligendienste“ teil. Insgesamt wurden sieben Thementische angeboten, an denen auch weitere verschiedene Mitgliedsorganisationen des Paritätischen und Vereine der AWo beteiligt waren. Dabei wurde klar: Ehrenamt ist vielfältig und beginnt auch mit der Gewinnung junger Engagierter. Dabei haben sich seit vielen Jahren die Freiwilligendienste in Thüringen etabliert, exemplarisch dafür stehen die LIGA-Verbände mit dem FSJ (ThüringenJahr / Freiwilliges Soziales Jahr), dem BFD (Bundesfreiwilligendienst) und dem Freiwilligen Sozialen Jahr – Migration, die ihre Arbeit im Landtag vorstellten.

Es gibt positive Entwicklungen unter dem Motto „Gesichter des Ehrenamtes“, wonach viele ehemaligen Freiwilligendienstleistende auch später noch in den Einsatzstellen aktiv sind (hauptamtlich wie ehrenamtlich) oder sich dadurch erst im Sozialbereich engagieren.

Gefahren drohen für diesen Bereich allerdings durch die Veränderungen Veränderungen der ESF-Förderung im FSJ ab 2019/2020, über die im Rahmen der Präsentation mit den Abgeordneten diskutiert wurde. Dafür hatte Herr Elß von der Caritas ein kleines Quiz zum Einstieg vorbereitet, das sich sehr gut als Grundlage anbot, um mit Sozialministerin Heike Werner (unser Bild zeigt sie beim Besuch der Präsentation der Paritätischen BuntStiftung), Landtags-Vizepräsidentin Margit Jung, den Abgeordneten Andre Blechschmidt, Madeleine Henfling, Dagmar Becker, Raymund Walk, der Gleichstellungsbeauftragten Katrin Christ-Eisenwinder und MdL a.D. Dr. Heide Wildauer ins Gespräch zu kommen.

Tags: Ehrenamtler, Ehrenamtskoordinatoren

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