Bürgergutachten zur Verwaltungs- und Gebietsreform bestätigt Positionen des Paritätischen - Familien und Ehrenamt fördern

Das Bürgergutachten

 

Neudietendorf, 3. Februar 2017. Der Paritätische Thüringen sieht sich durch das gestern vorgelegte Bürgergutachten in seiner Haltung zur Gebiets- und Verwaltungsreform in Thüringen bestätigt. Die Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie von Familien, die größere Aufmerksamkeit für Vereine und das ehrenamtliche Engagement sowie der Ausbau der sozialen Infrastruktur sind auch die Zielsetzungen des Paritätischen. Die Forderungen der Bürger und die die Erwartungen des Paritätischen liegen hier eng beieinander.Bemerkenswert ist der hohe Stellenwert, den die Bürgergutachter in der Expertise dem Ziel zuschreiben, dass durch eine Verwaltungs- und Gebietsreform Kinder, Jugendliche und Familien stärker gefördert werden müssen.

Die Bürgerinnen und Bürger, die an dem Gutachten mitgeschrieben haben – es waren 72 in vier Planungsregionen – hatten das Gefühl, dass für die nachfolgernden Generationen in Thüringen zu wenig getan werde. Anlass zur Sorge gibt dabei auch die Arbeitsplatzsituation im ländlichen Raum. Die Reform dürfe nicht zum Arbeitsplatzabbau beitragen, so die Bürgerinnen und Bürger. Denn nur wenn genügend Arbeitsplätze vorhanden sind, würden junge Menschen bleiben und auch Familien gründen. Die Lebensqualität für Familien müsse verbessert werden.

Die Förderung freiwilligen Engagements in den Vereinen vor Ort genießt bei den Thüringerinnen und Thüringern ebenso einen ganz hohen Stellenwert. Die Vereinslandschaft steht für die Lebendigkeit der Orte und Attraktivität. Viele der Teilnehmenden sehen in der Gebietsreform eine Gefahr für diese Grundlagen des Gemeinschaftslebens. Sie fordern daher, dass die Verwaltungs-, Funktional- und Gebietsreform das Ehrenamt nicht beeinträchtigen darf und appellieren an die Politik auf Landes- und Gemeindeebene, freiwilliges Engagement zu fördern.

Ebenfalls Priorität bei den Bürgergutachterinnen und Bürgergutachtern hat der Erhalt der sozialen Infrastruktur für alle Generationen. Außerdem sorgen sie sich um die Grundversorgung im ländlichen Raum bei der Schaffung größerer Einheiten. Diese Grundversorgung müsse unbedingt abgesichert werden, mahnen sie.

„Die Hinweise, im Rahmen der Gebietsreform die Stärkung von Familien und Kindern sowie des Vereinslebens und des Ehrenamts nicht aus dem Auge zu verlieren sind sinnvoll und nicht von der Hand zu weisen“, kommentierte der Vorsitzende der Landtagsfraktion der Grünen, Dirk Adams, die Resultate. Und auch die CDU fordert, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen: "Zurecht sind die Menschen besorgt um die angemessene Vertretung der Ortschaften, den Erhalt der Voraussetzungen für Vereinsarbeit und Ehrenamt sowie die Sicherung der Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum“, so CDU-Innenpolitiker Wolfgang Fiedler.

Tags: Gebietsreform, Verwaltungsreform, Bürgergutachten

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