Paritätische Kreisgruppe Saale-Holzland: Aktiv in die Debatte um die Gebietsreform einbringen

Die Kreisgruppe Saale-Holzland im Gespräch mit Landesgeschäftsführer Stefan WernerWolfersdorf, 17. März 2017. Die Kreisgruppe des Paritätischen im Saale-Holzland-Kreis wird sich aktiv an der Diskussion um die geplante Gebietsreform beteiligen. Bei einer Kreisgruppensitzung (Bild) wurden die Chancen herausgearbeitet, die in einer Fusion mit dem Saale-Orla-Kreis bestehen. Hier will man gemeinsam mit der benachbarten Kreisgruppe weiterarbeiten und sich auch mit eigenen Vorstellungen über die künftige soziale Infrastruktur in die Debatte einbringen. Zentrales Anliegen ist es dabei, die Trägerlandschaft in den Thüringer Regionen zu erhalten, weiterzuentwickeln und den neuen Herausforderungen anzupassen.


Die Notwendigkeit, sich an der Debatte um die Gestaltung künftiger sozialer Infrastrukturen zu beteiligen, unterstrich auch Landesgeschäftsführer Stefan Werner, der an der Sitzung teilnahm. Er hat sich vorgenommen, bis Anfang 2018 alle Paritätischen Kreisgruppen im Freistaat zu besuchen. Den Auftakt machte er jetzt im Saale-Holzland-Kreis. Dabei hob Kreisgruppensprecherin Petra Michels die gute Zusammenarbeit zwischen Kreisgruppe und Landesgeschäftsstelle hervor.

Die Kreisgruppe tagte diesmal im Jugendhilfezentrum Wolfersdorf des Vereins Wendepunkt. Manuela Hochstein stellte das dort ansässige Suchthilfezentrum für Mutter und Kind vor. Dort werden ehemals drogenabhängige Mütter mit ihren Kindern betreut. Die Mütter lernen dort, eine oftmals durch die Drogensucht verloren gegangene Beziehung zu ihren Kleinkindern wieder neu aufzubauen. Das Suchthilfezentrum in Wolfersdorf war in diesem Jahr auch von der thüringenweiten Spendenaktion „Thüringen sagt Ja zu Kindern“ unterstützt worden. An der Aktion ist auch der Paritätische Thüringen beteiligt. Die Mitglieder der Kreisgruppe zeigten sich beeindr5uckt von der intensiven und wertvollen Arbeit, die dort geleistet wird. Die Einrichtung ist die einzige ihrer Art in Thüringen.

Für den Paritätischen gehören Gebietsreform und Sozialplanung zusammen. Erst relativ spät hatte sich der Saale-Holzland-Kreis dazu durchgerungen, eine Sozialplanerstelle einzurichten. Aber genau hier liegen die Chancen für eine Weiterentwicklung der Sozialplanung, die über die bereits vorliegenden Sozialberichte hinausgehen. Sozialplanung umfasst beispielsweise auch eine genaue Analyse der Bevölkerungsstrukturen und das Herausarbeiten von Schwerpunktregionen. Gerade in ländlichen Regionen wie dem Saale-Holzland-Kreis spielt auch das Thema Mobilität eine große Rolle. Beratungsangebote müssen erreichbar sein und es müssen auch Lösungen gefunden werden, wie freiwillig Engagierte sich in ländlichen Gebieten mit großen Entfernungen, die zu überbrücken sind, in die soziale Arbeit einbringen können.

Die Herausforderung der nächsten Zeit für die Thüringer Politik und Sozialplanung wird es daher sein, gleichwertige Lebensbedingungen in allen Landesteilen zu finden und keine Disparitäten zwischen Eisenach und Eisenberg aufkommen zu lassen. Der Paritätische wird am Thema Gebietsreform und Sozialplanung schwerpunktmäßig dran bleiben. Ein erstes Treffen der Kreisgruppensprecherinnen aus dem Saale-Holzland-Kreis und dem Saale-Orla-Kreis hat bereits stattgefunden, eine gemeinsame Sitzung beider Kreisgruppen ist für den Frühsommer geplant.

Tags: Sozialplanung, Saale-Holzland-Kreis, Stefan Werner, Gebietsreform

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