Lebenshilfe-Gründer Tom Mutters in Leinefelde-Worbis mit einer Büste geehrt

Stefan und Patricia bei ihrem Gedichtvortrag

Leinefelde-Worbis, 14. Februar 2018. Als im Dezember 2000 der Grundstein für den Neubau einer Wohnstätte für die Menschen der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis gelegt wurde, war schnell klar, dieses Haus nach dem Gründer der Lebenshilfe, Dr. Tom-Mutters zu benennen. Auch die Stadtväter von Worbis, einer Stadt, in der Menschen mit Behinderung sich zuhause fühlen und zum gesellschaftlichen Leben selbstverständlich dazugehören, wollten diesen Gedanken unterstützen. Sie beschlossen, der Straße, in der sich das neue Gebäude befindet, den Namen Tom-Mutters-Straße zu verleihen. In dieser Tom-Mutters-Straße vor der Tom-Mutters-Wohnstätte hat jetzt auch eine Tom-Mutters-Büste ihren Platz gefunden.


Alle Beteiligten erinnern sich noch an den Dezember 2001, als Tom Mutters mit seiner Frau Ursula zu Gast im Eichsfeld war. Anlass war die Einweihung und Namensgebung der „Tom Mutters-Wohnstätte“. Auch, wenn das Leben von Tom Mutters vollendet ist, wird sein Name weiterleben. Anlässlich seines 101. Geburtstages weihte die Lebenshilfe Leinefelde-Worbis eine Plastik ein, die von dem jungen Künstler Christoph Haupt geschaffen wurde und die vor der Tom-Mutters-Wohnstätte in der Tom-Mutters-Straße ihren Platz finden wird.


Mit dieser Plastik soll daran erinnert werden, dass alle Anstrengungen unternommen werden müssen, damit Menschen mit und ohne Behinderung in unserer Gesellschaft selbstverständlich miteinander leben können und es keinerlei Ausgrenzung mehr geben darf. Den Grundstein dafür legte Tom-Mutters. Hierfür sind ihm die Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen von Herzen dankbar.


Die Geburtstagsfeier war besonders für die Bewohner der Wohnstätte ein großes Ereignis. Zahlreiche Gäste von Nah und Fern waren gekommen, um mitzufeiern und den Gründer von Lebenshilfe und Aktion Mensch für sein Lebenswerk zu ehren. Neben Vertretern vom Landes- und Bundesvorstand Lebenshilfe freuten sich alle besonders über den Besuch seines Sohnes Prof. Dr. Reinier Mutters und seiner Frau. Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgten die Thanas, Alexander Blume aus Eisenach und die Rhythmusgruppe der Behindertenwerkstatt.


Alle Redner betonten, dass mit Tom Mutters, dem Gründer und Ehrenvorsitzenden der Bundesvereinigung Lebenshilfe, die Gesellschaft einen Menschen verloren hat, der mit seinem Lebenswerk unauslöschliche Spuren seines Wirkens, seiner Ideale und seines Menschenbildes hinterließ.


Die Werkstattbeschäftigten Stefan und Patricia brachten das Anliegen von Tom Mutters in ihrem Gedichtvortrag, der an ihn gerichtet war, auf den Punkt:

An dich, Tom Mutters
Hast du gefragt, ob es sich lohnt, als du dich setztest für mich ein?
Hast nicht gefragt, was wird dein Lohn für alle diese Mühen sein.
Du gingest Pfade, die vor dir noch nie jemand probiert,
nicht die geraden, nicht die glatten haben auf deinem Weg zum Ziel geführt.
Weil unsere Welt noch immer so von Steinen satt
und viele hohe Zäune hat,
drum gab es dich, du hast mit Herz, mit Energie und Kraft
eine neue Sicht auf Menschen mit Behinderung geschafft.
Du warst ein Macher, warst ein Held
wo Hände nach Händen greifen, verändern sie die Welt.
Es ist unsere Welt, die der Starken und der Schwachen,
voll von Glück, von Liebe, von Tränen und von Lachen,
eine Welt, in der das Geben und das Nehmen wohnt
und Leben sich für alle lohnt.
Deine Spuren tragen wir in unseren Herzen und solln Vermächtnis sein
für deinen Traum von einer Welt, die muss noch besser sein.
Drum ruf ich dir jetzt zu, egal, wo du jetzt bist, in welchen Himmelshöhn,
Schön, dass es dich gab und DANKESCHÖN.

Tags: Lebenshilfe Leinefelde-Worbis, Tom Mutters

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