Paritätischer Gesamtverband: Klare Absage an die AfD – „Ideologien der Ungleichwertigkeit sind zum Markenkern der Partei geworden“

Logo Vielfalt ohne AlternativeBerlin/Neudietendorf, 23. April 2018. Eine deutliche Absage hat der Paritätische Gesamtverband an jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD erteilt. In einem Positionspapier des Verbandes, das jetzt beschlossen wurde, wird der AfD vorgeworfen, dass bei ihr „Ideologien der Ungleichwertigkeit“ zum Markenkern der Partei geworden seien. „Die rassistische, sozialdarwinistische, antidemokratische und heteronormative, homophobe Agenda der AfD zielt auf Ausgrenzung. Ihr Ziel ist es, die Gesellschaft zu spalten“, heißt es in dem Papier. Der Paritätische Thüringen hatte bereits im vergangenen Jahr jede Zusammenarbeit mit der AfD abgelehnt, weil die Werte dieser Partei mit den Grundwerten des Paritätischen nicht vereinbar sind.

Der Paritätische wirft der AfD vor, die Ängste und Verunsicherung der Menschen angesichts zunehmender sozialer Spaltung und Ungleichheit zu missbrauchen. „Wir wenden uns entschieden gegen diejenigen Demagogen, die mit den Ängsten der Menschen ihr perfides Spiel treiben, Menschen gegeneinander ausspielen und bestenfalls Scheinlösungen anbieten,“ heißt es in dem Papier.

Die Funktionäre der AfD verträten ein nationalistisches, anti-egalitäres, antisoziales und in einigen Aspekten auch faschistisches Programm, so der Paritätische. „Sie tolerieren Ideologien der Ungleichwertigkeit in den eigenen Reihen nicht nur, teilweise propagieren sie diese ganz offen. Sie stellen sich offen rassistisch und aggressiv in Ton und Inhalt gegen die Aufnahme von Geflüchteten, wollen individuelle Grundrechte wie das Recht auf Asyl abschaffen bzw. einschränken, lehnen die Gleichstellung von Mann und Frau ab oder sprechen sich ausdrücklich gegen Inklusion als staatliches Ziel und gemeinschaftlichen Wert aus.“

Die bisherigen Erfahrungen mit der AfD, auch in den Parlamenten, offenbarten eine Strategie, die versuche, Menschen und zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für Offenheit, Vielfalt und Toleranz engagieren, öffentlich zu diskreditieren. „Fakten werden dabei planmäßig und bewusst verzerrt und verfälscht. Wut und Angst werden mobilisiert, die sich auch in Taten niederschlagen. Beleidigungen, persönliche Herabwürdigungen und sogar Gewalttaten werden in Kauf genommen. Tabubrüche und eine menschenverachtende Rhetorik sind genauso Kalkül wie vermeintlich sachliche Auftritte, die die Grenzen des Sagbaren nach rechts verschieben.“

Das Fazit: „All dies ist mit den Werten des Paritätischen unvereinbar. Mit derartigen Strategien, Positionen und Haltungen kann es keinen Ausgleich geben. Für den Paritätischen ist und bleibt die Würde aller Menschen unantastbar. Dafür werden wir uns auch weiterhin mit Partnern, die unsere Ziele teilen, vernetzen,
einsetzen und gemeinsam aktiv werden und zivilgesellschaftlichen Widerstand
leisten.“

Die Konsequenzen aus dieser klaren Haltung sind eindeutig: Jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD wird abgelehnt, den Positionen der AfD und ihrer Vertreterinnen und Vertreter wird klar und offen widersprochen, wenn sie sich gegen die Grundsätze des Paritätischen stellen. Die Mitgliedsorganisationen sollen in ihrer Zivilcourage und ihrem sozialen Mut gestärkt und bei Auseinandersetzungen mit der AfD unterstützt werden.

Das gesamte Positionspapier finden Sie auf der Internetseite des Gesamtverbandes hier:
http://www.der-paritaetische.de/schwerpunkte/vielfalt-ohne-alternative/positionierung-des-paritaetischen-zu-rechtsextremismus-und-politik-der-afd/http://www.der-paritaetische.de/schwerpunkte/vielfalt-ohne-alternative/positionierung-des-paritaetischen-zu-rechtsextremismus-und-politik-der-afd/

 

Tags: AfD, Vielfalt ohne Alternative

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