Stefan Werner bei der Mitgliederversammlung des Paritätischen: „Demokratie aktiv mitgestalten und Widerstand leisten, wenn Menschenrechte bedroht sind“

03 Mitgliederversammlung Abstimmkarte 2018Die Gesellschaft steht an einem Scheideweg. Wenn die Menschen nur noch in Feindbildern denken, wäre das das Ende der offenen Gesellschaft. Oder aber es gelingt, ein anderes Bild von Gesellschaft zu entwerfen und den Menschen nahezubringen, nämlich das einer Gesellschaft der Solidarität, in der alle Menschen gleich viel wert sind. Darum will Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linkspartei) kämpfen, wie er bei der Mitgliederversammlung des Paritätischen unterstrich. „Sie haben vielen Menschen aus der Seele gesprochen“, machte der Vorstandsvorsitzende des Paritätischen, Rolf Höfert, in seiner Replik deutlich, dass sich der Verband und der Regierungschef in diesem Ziel einig sind.

Höfert übergab Ramelow auch ein ganz aktuell bei der Mitgliederversammlung verabschiedetes Positionspapier, in dem unterstrichen wird, dass der Paritätische allen Ideologien der Ungleichwertigkeit entschieden entgegentritt. „Die Würde des Menschen ist unser Kompass, Haltung bedeutet für uns, Demokratie aktiv mitzugestalten und Widerstand zu leisten, wenn Menschenrechte bedroht oder missachtet werden“, heißt es in dem Papier. „Das ist unsere klare Positionierung für den Diskurs und den notwendigen Dialog“, so Landesgeschäftsführer Stefan Werner. Das „Positionspapier für Vielfalt“ unterstreiche die Werte, für die der Paritätische stehe und sich einsetze. „Wir wollen zeigen, wer wir sind und wofür wir stehen“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Christian Stadali. 01 Mitgliederversammlung Parittische Thringen Bodo Ramelow 2018 webMinisterpräsident Bodo Ramelow
Das Positionspapier ist auch eine wichtige Leitplanke für die Aktivitäten des Paritätischen im Landtagswahlkampf 2019. „Wir werden die politischen Parteien auffordern, für eine offene und plurale Gesellschaft einzutreten“, so Stefan Werner mit Blick auf 2019. „Vielfalt ist für uns ohne Alternative“. Der Paritätische verstehe sich im Hinblick auf das Wahljahr 2019 mit Europa-, Kommunal- und Landtagswahlen als „Innovationstreiber“ und „Impulsgeber“.
Werner umriss ebenso wie der Vorstandsvorsitzende Rolf Höfert und Werner Hesse, Geschäftsführer des Gesamtverbandes, die umfangreichen Herausforderungen, die im sozialpolitischen Bereich auf den Verband zukommen. Das reicht von der Ausgestaltung des Bundesteilhabegesetzes über das Pflegeberufsreformgesetz bis hin zur Umsetzung des Landesprogramms für eine solidarische Gesellschaft. Bei all diesen Fragen setzt der Paritätische auch auf die Einbindung und die Gestaltungskraft der Mitgliedsorganisationen vor Ort. „Sie sind die Gestalter vor Ort“, so Stefan Werner.

02 Mitgliederversammlung Parittische Thringen Stefan Werner 2018 webLandesgeschäftsführer Stefan Werner„Wir leben in einer Zeit des Umbruchs statt in einer Zeit kontinuierlicher Veränderungen“, machte er gleichzeitig die Massivität der neuen Herausforderungen deutlich. Er sprach von „disruptiven Entwicklungen“, die auf alle zukämen. Und er warb dafür, „positive Geschichten“ zu erzählen, um die Menschen bei diesen Entwicklungen auch mitzunehmen.
Eindringlich setzte sich Werner für Zuwanderung nach Thüringen ein. „Wir sind darauf angewiesen, um weiter soziale Dienstleistungen im nötigen Umfang qualitätsvoll erbringen zu können“, so der Landesgeschäftsführer.
Und er nahm die Politik in die Verantwortung, die Sozialwirtschaft beim Bewältigen dieser Herausforderungen zu unterstützen. Als ein Beispiel nannte er den Bereich der Digitalisierung. Hier sei es notwendig, dass die Politik neue Investitionsprogramme auflege.
Der Landesgeschäftsführer warb dafür, neue Wege zu gehen. „Wir müssen Mut haben, den Bären zu umarmen“, sagte er im Hinblick auf den Tag der Mitgliederversammlung. Denn der 7. November ist weltweit der „Tag der Umarmung des Bären“, wie er schmunzelnd hinzufügte.

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