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dindingo-Gambia e.V.: Erfurter helfen seit 2001 Kindern in Gambia

Hilfe aus Erfurt erhalten diese Kinder der Dorfschule von Mandinaba in GambiaErfurt, 19. August 2015. Das Dorf Mandinaba liegt unweit der Stadt Brikama, der drittgrößten Stadt Gambias – tausende von Kilometern von Erfurt entfernt. Und doch pflegen Angelika Heller und ihre MitstreiterInnen engen Kontakt nach Mandinaba. Heller ist die Vorsitzende des Erfurter Vereins dindingo-Gambia e.V. Die Vereinsmitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Kindern dieses gambianischen Dorfes einen besseren Start in die Zukunft zu ermöglichen. Und wie kann das besser geschehen als durch eine gute Bildung. Deshalb unterstützt der Verein von Erfurt aus die Vorschule in Mandinaba – und das schon seit vielen Jahren.


Die Kinder, die dort leben, sprechen oft nur ihre lokale Sprache. Wenn sie später in die staatlichen Schulen kommen, wären sie ohne englische Sprachkenntnisse chancenlos. „Deshalb ist der Vorschulunterricht für die Kinder ein wichtiger Schritt für ihre Zukunft“, berichtet auch Mirko Zilger. Der junge Dresdener war zusammen mit zwei Freunden schon mehrmals in Gambia vor Ort, hat Spenden dorthin gebracht, hat gesehen, wie ein paar Fußbälle „die Kinderaugen zum Leuchten bringen“, wie er in seinem Bericht für „dindingo“ schreibt. Und er hat auch erlebt, wie der Schuldirektor sich über das mitgebrachte Schul- und Schreibmaterial freute.
Bereits seit 2001 halten die Kontakte von Erfurt nach Gambia. Seinerzeit fand sich eine Gruppe von Studierenden der Erziehungswissenschaften zusammen. Durch Kontakte aus Studienpraktika und privaten Besuchen in Gambia kam die Anfrage nach Erfurt , die Vorschule in Mandinaba zu unterstützen. „Wir wollten damit einen kleinen Beitrag für die Bildung von Kindern in einem der Länder des Globalen Südens leisten“, erinnert sich Angelika Heller, die von Anfang an dabei war. Und auch nach der Studienzeit, als die ehemaligen Studierenden von 2001 berufstätig wurden und in verschiedenen Orten lebten, hielten sie an der Idee der Unterstützung für die Kinder von Mandinaba fest. Mittlerweile leben viele der Vereinsmitglieder wieder in der Region Erfurt.
Der Verein übernahm 2001 ein bestehendes Schulgebäude. 2002 wurde wegen der stetig steigenden Zahl der Kinder ein weiteres Schulgebäude gebaut. 2004 kam eine Speisehalle hinzu. Diese wird neben dem Mittagessen für die Kinder auch für Veranstaltungen und Versammlungen von Lehrkräften und der Dorfbevölkerung genutzt.
In der Vorschule werden etwa 130 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in vier Klassen betreut und unterrichtet. Besonders wichtig ist dabei das Erlernen der englischen Sprache, da diese dann an den weiterführenden Schulen als Erstsprache verwendet wird. Weitere Unterrichtsangebote: Erstes Lesen und Rechnen, Kunst, Musik, Gesundheit/Hygiene und Koranunterricht.
Etwa 130 Kinder werden in der Vorschule in Mandinaba betreutAber bei der Unterstützung der Schule allein blieb es nicht. Weitere Projekte wurden im Laufe der Jahre in Angriff genommen. So wurde ein Fußball- und Spielplatz, auch für die älteren Kinder im Dorf, errichtet. 2005 wurde ein Fachkräfteaustausch von Sozial- und JugendarbeiterInnen zwischen Gambia und Deutschland organisiert. 2010 wurden für die Kinder 120 Moskitonetze als Schutz vor den Malaria übertragenden Moskitos aus der Spende der „Aktion RestCent“ der Stadtverwaltung Erfurt finanziert. Außerdem wurde den Familien die Bedeutung der Malaria-Prävention nahegebracht. 2013 wurde eine neue Toiletten- und Waschanlage gebaut. Natürlich muss auch immer neben den laufenden Kosten für die LehrerInnen auch für den baulichen Unterhalt der Schule gesorgt werden, müssen Dächer erneuert werden. Angelika Heller berichtet auch von der Gründung eines Mütterclubs in dem Dorf.
Die konkrete Hilfe und Unterstützung in Gambia ist die eine Seite der Aktivitäten des Vereins. Gleichzeitig wird in Deutschland entwicklungspolitische, transkulturelle und nichtrassistische Bildungs- und Bewusstseinsarbeit betrieben, denn nur ein globales Umdenken und strukturelle Veränderungen können eine nachhaltige Entwicklung in Gambia (und Deutschland) ermöglichen. Workshops, Vorträge in Schulen, Infostände auf Straßenfesten oder auch Fotoausstellungen sind dabei feste Bausteine. So läuft derzeit noch bis Oktober im Justizzentrum in Erfurt eine Fotoausstellung des Vereins, die danach auch im Rathaus zu sehen sein wird. Der Verein vermittelt auch PraktikantInnen nach Gambia, die dort für drei bis sechs Monate Erfahrungen sammeln können und oft mit einem ganz anderen Blick auf die Dinge wieder nach Deutschland zurückkehren.
Seit 2001 unterstützen die Erfurter das Projekt in Gambia – ein wahrer Marathonlauf, vor allem, wenn man bedenkt, dass für die Deckung der laufenden Kosten im Monat eine Summe von etwa 750 Euro aufgebracht werden muss. Dazu kommen dann noch Instandsetzungs- und Reparaturkosten und die Unterstützung weiterführender Projekte. Ermüdungserscheinungen bei so einem Marathon? Angelika Heller wehrt ab: „Bei allen Schwierigkeiten ziehen wir immer wieder unsere Motivation aus den Berichten der Personen, die direkt in Gambia vor Ort waren und aus der Netzwerkarbeit mit gleichgesinnten Organisationen – hier in Deutschland und auch in Gambia.“ Jedes Jahr fährt ein Vorstandsmitglied nach Afrika, um vor Ort mit den Angestellten der Vorschule gemeinsam die Arbeit zu reflektieren, Schritte zur Qualitätsverbesserung zu entwickeln, neue Bedarfe zu erkunden und in der Heimat zu berichten. „Je näher wir an dem Projekt dran sind, umso mehr Motivation schöpfen wir daraus“, sagt Heller. „Es ist immer wieder beeindruckend, wie sich das Projekt im Laufe der Zeit entwickelt.“

Nähere Informationen und Kontakt unter www.dindingo.de

Tags: dindingo, Gambia

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