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Ein Streifzug durch die Weltküche – Kochbuch des Weltladens „Locodemu“ aus Sömmerda

locedemu asb sömmerda kochbuch weltkücheSömmerda. Petros Weladegergsh kocht gern. Der 23-Jährige stammt aus Eritrea und lebt in Sömmerda-. „Am liebsten esse ich Hühnchen nach eritreischer Art“, sagt er. Ein typisches eritreisches Gericht ist Zigni, ein dicker Eintopf aus Tomaten, Fleisch oder Fisch und Gemüse. Und genau dieses Zigni präsentiert er in dem neuen Kochbuch des Weltladens „Locodemu“ des ASB Sömmerda. Entstanden ist dabei ein Streifzug durch die „Weltküche“, wie auch der Band heißt. Das Köstliche aus aller Welt wurde gekocht in Sömmerda, oder genauer gesagt im dortigen Weltladen. Hier treffen sich seit 2015 einmal in der Woche Nachbarn aus verschiedenen Ländern, um gemeinsam zu kochen, sich auszutauschen, den anderen am kulturellen und kulinarischen Reichtum vieler Nationalitäten teilhaben zu lassen. Unser Bild zeigt Dorothea Schröder, Petra Recke, Anika Jahn-Büchner, Günther Stanislowsky und Margita Fischer . Sie alle arbeiteten am Kochbuch Weltküche mit. (Foto: Andreas Kotter)

Aus der kleinen Idee „über das Essen erreicht man die Menschen“ wurde im Laufe der Zeit ein großes Projekt, berichten Dorothea Schröder, Petra Recke, Anika Jahn-Büchner, Günther Stanislowsky und Margita Fischer. Anregungen haben sich dabei Dorothea Schröder und ihr Team aus Görlitz und von genannten „Suppenparties“ in Hessen geholt.. So begannen sie im September 2015 mit der Öffnung des „Globalcafes“ mit einer ersten „Suppenparty“. Danach wurden länderspezifische Abende vorbereitet, begonnen hat alles mit einer Veranstaltung von Jesiden, später dann gab es einen eritreischen Abend. Dort stellten die Geflüchteten ihre Heimat vor. Gekoppelt waren diese Länderabende im Weltladen „Locodemu“ immer mit einem selbst vorbereiteten Buffet.

Viele Sömmerdaer kamen vorbei, informierten sich, einige gewannen Freude an der Arbeit im Weltladen und konnten so als Ehrenamtliche gewonnen werdenn. Die Suche nach Helfern und Sprachmittlern konnte so zielgerichtet erfolgen.

Mittlerweile wird regelmäßig donnerstags im Weltladen gekocht, inzwischen in sehr vielen unterschiedlichen länderspezifischen Besonderheiten. Im Übrigen gab es inzwischen auch schon deutsche Kochabende, bei denen Biofair-Produkte verkocht wurden. Insgesamt achtet der Weltladen darauf, dass man Produkte, die man zum Nachkochen benötigt, im Weltladen schmecken und auch kaufen kann.

 Von Beginn an wurden Fotos und Rezepte der Kochveranstaltungen gesammelt. Der Gedanke, daraus später ein Kochbuch zu erstellen, war von Anfang an da. Aber nur die fertigen Speisen abzulichten, erschien dann doch zu wenig aussagekräftig. Günter Stanislowsky, der Fotograf im Team, hat vielmehr die Zutaten abgelichtet, Anika Jahn-Büchner hat das Buch sehr liebevoll gestaltet und gelayoutet. Im Wesentlichen wurde das Kochbuch, das vor wenigen Wochen erschienen ist, über das Landesprogramm „Demokratie Leben!“ gefördert. Es erschien in einer 250er-Auflage, von der aber derzeit nur noch wenige Exemplare vorhanden sind. Bei entsprechend großer Nachfrage wird über eine zweite Auflage schon nachgedacht. Ein paar Exemplare des Buches sind noch gegen eine Spende abzugeben. Das Buch wurde in Anwesenheit des Bürgermeisters der Stadt Sömmerda vor wenigen Wochen öffentlich vorgestellt und ist seither im Weltladen erhältlich.

Eindrucksvoll an dem Buch ist nicht nur die kulinarische Weltreise, deren Rezepte geradezu zum Nachkochen anregen, das Buch besticht auch durch die persönlichen Geschichten der dort vorgestellten Personen. Es gibt neben den Zutaten zu den Speisen auch Hintergründe zur Zubereitung und zu den Speisen selbst. Außerdem erfährt man viel über die Essensgewohnheiten in den einzelnen Ländern.

Beispielsweise erzählt Hekmat Saied aus Afghanistan, dass dort das wichtigste Grundnahrungsmittel Brot aus Weizenmehl namens Chapati oder Naan ist. Es kann zusammen mit Tee eine Mahlzeit bilden, ist aber häufiger Beilage zu den Hauptgerichten und hat für das Essen eine ebenso große Bedeutung wie Reis. Bevorzugte Fleischsorten sind Lamm, Ziege, Huhn oder Rind, Joghurt wird in der afghanischen Küche oft verwandt. Kichererbsen und Rote Bohnen ist das Gericht, das er den Leserinnen und Lesern präsentiert.

Na dann: Nush-e jan, wie auf afghanisch guten Appetit heißt. Woher wir das wissen? Unter jedem Gericht steht dieser Essensgruß in der jeweiligen Landessprache.

 

Tags: ASB Sömmerda, Locodemu

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