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Lambda e.V.: Hilfe und Rat für junge Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle: "Wir hören Dir zur und stehen Dir bei"

Das Logo von LambdaErfurt, 28. August 2015. In den vergangenen Jahren hat sich viel verändert. Auch für junge Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle. „Das Thema Homosexualität ist in der Gesellschaft angekommen“, sagt Martina Schradi. Sie ist Bundesgeschäftsführerin des Vereins „Lambda“, der die Interessen dieser jungen Menschen in der Öffentlichkeit und Politik vertritt. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diesen Jugendlichen in ihrem Selbsterkennungsprozess und in psychosozialen Notsituationen eine Unterstützung zu sein“, sagt Schrade. Die Bundesgeschäftsstelle des Vereins ist in Erfurt angesiedelt. „Lambda“ ist eine Mitgliedsorganisation des Paritätischen Thüringen.


Aber trotz des gesellschaftlichen Klimawandels sieht der Alltag für junge Menschen, die sich zu ihrem sexuellen Anderssein bekennen wollen, noch immer anders aus. „Als Homosexueller ist man auch in der Schule noch heute oftmals Diskriminierungen ausgesetzt, wird man beschimpft und ausgegrenzt“, berichtet Schradi aus einer Vielzahl von Beratungsgesprächen, die die MitarbeiterInnen des Vereins führen. Da tauchen dann häufig Fragen wie diese auf: Bin ich wirklich so? Wie soll ich es meinen Eltern sagen? Muss ich es überhaupt jemandem sagen? Und geht das nicht irgendwie vorbei? Schradi: „Ein Coming-out ist meist mit der einen oder anderen Hürde und manchmal leider auch Krise verbunden. In den allermeisten Fällen ist es aber nicht dramatisch.“
Denn, auch darauf wird in den Beratungsgesprächen immer wieder hingewiesen: Der Grund, warum Jugendliche darüber nachdenken, ob sie schwul oder lesbisch sind, hat durchaus auch eine schöne Seite: Man empfindet in der Regel tolle Gefühle für jemanden. Diejenigen, die bei Lambda beraten, wissen, wovon sie reden: Die BeraterInnen sind zwischen 17 und 25 Jahren alt und haben selbst ein Coming-Out-Erlebnis hinter sich. „Bei uns kannst Du einfach und unkompliziert über Liebe, Lesbisch-, Schwul-, Bi- und Trans-Sein, Coming-Out, deinen Freund, deine Freundin, über Eltern, Schule, Ausgehen, Gefühle, Sorgen und Probleme reden. Wir hören dir zu und stehen dir bei“, heißt es in dem Beratungsangebot von Lambda.
Eine gute Möglichkeit, sein sexuelles Sein zu leben, sind auch Sommercamps und Freizeitangebote des Vereins. Hilfe und Beratung bietet der Verein Lambda„Hier finden die Jugendlichen einen Schutzraum, in dem sie so leben können, wie sie wirklich sind und auch so akzeptiert werden“, sagt Martina Schradi. „In dieser Zeit können sie erleben, wie es ist, wenn sie mal nicht in der Minderheit sind.“ „Diese Angebote bieten den Jugendlichen nicht nur die Möglichkeit zur gemeinsamen Freizeitgestaltung und Selbstverwirklichung, sondern fördern und stärken auch deren soziale Kompetenzen“, sagt Schradi. So geht es beispielsweise im März nächsten Jahres gemeinsam nach Israel.
Das Jugendnetzwerk Lambda wurde am 2. Mai 1990 am Zentralen Runden Tisch der Jugend in der ehemaligen DDR gegründet und erhielt dort einen Sitz und eine Stimme. Heute ist Lambda unter anderem Mitglied im Deutschen Bundesjugendring. Die Arbeit wird aus dem Kinder- und Jugendplan der Bundesregierung gefördert.
Beratungs- und Freizeitangebote sind das eine, politische Forderungen das andere. Auch hier mischt sich Lambda mit konkreten politischen Forderungen ein. So fordert der Verein beispielsweise die Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes um den Punkt sexuelle Identität. Außerdem wird verlangt, dass Homo-, Bi- und Transidentität besonders bei Jugendlichen in Deutschland als Asylgrund anerkannt wird. Außerdem soll die Aufklärungsarbeit an den Schulen intensiviert werden, beispielsweise durch die selbstverständliche Einbindung entsprechender Themen in den allgemeinen Unterricht und die explizite Auseinandersetzung mit diesen Themen in Fächern wie Biologie, Sexualkunde oder im Gesellschafts- und Politikunterricht. Auch sollen die entsprechenden Themen in außerschulischen Jugendeinrichtungen und der Jugendarbeit behandelt werden.
Und der Name Lambda? Der kommt aus dem Griechischen. Lambda ist dort der Kleinbuchstabe für „l“. Er ist weltweit ein Symbol für lesbische und schwule Lebensweisen und stammt als solches aus dem englischen Sprachraum, wo es als Symbol für den ersten Buchstaben von liberty (Freiheit) oder „libertas“ (lateinisch für Freiheit“) ist. Aber auch eine andere Herleitung ist noch möglich: In der Physik steht das kleine Lambda unter anderem für die Wellenlänge, weswegen es auch oft als Symbol für die sprichwörtliche „gleiche Wellenlänge“ der Lesben und Schwulen weltweit gedeutet wird.

Tags: Lambda, Homosexualität

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