Paritätische Empfehlungen zur Verbesserung der Pflegesituation

Der Paritätische fordert die Bundesregierung auf, endlich konkrete gesetzliche Initiativen zur Verbesserung der Pflege in Deutschland einzuleiten. In einem 12-Punkte-Papier gibt der Verband dazu konkrete Empfehlungen ab. Schwerpunkte bilden die Behebung des Fachkräftemangels sowie die Abkehr von der Minutenpflege und die stärkere Berücksichtigung demenzieller Erkrankungen.

Ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, der neben körperlichen auch kognitive und psychische Beeinträchtigungen umfasst, wird ebenfalls gefordert. Wesentliches Kriterium für die Bedarfserhebung wäre dann nicht mehr der Zeitaufwand für die körperliche Pflege, sondern vor allem der Grad der Selbstständigkeit, mit dem der oder die Pflegebedürftige noch im Leben steht. Der Verband fordert darüber hinaus den Ausbau der Pflegeversicherung zu einer Bürgerversicherung, die alle Personen und alle Einkommensarten einbezieht.

Gute Pflege ist ...?!

  • Gute Pflege ist mehr als die Hilfe bei körperbezogenen Verrichtungen. Sich an den individuellen Bedarfen der Betroffenen orientieren - Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs.
  • Gute Pflege braucht Zeit. Pflegebedarf und Pflegeaufwand realitätsgerecht abgebilden - einheitliches Personalbemessungssystem.
  • Gute Pflege kostet Geld. Pflegesätze, Entgelte und Preise müssen sich an der geforderten Qualität orientieren.
  • Gute Pflege verdient Anerkennung. Arbeitsbelastung reduzieren - attraktive Bezahlung.
  • Gute Pflege braucht kompetentes Personal. Personalentwicklung - innerbetriebliche Karriere- und Aufstiegschancen gesetzliche Rahmenbedingungen, um Pflegefachkräften mehr Verantwortung und Kompetenz zu übertragen.
  • Gute Pflege erfordert professionelles Management. Kontinuierliche berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung ermöglichen.
  • Gute Pflege hat nichts zu verbergen. Prüfberichte: Aussagen über die tatsächliche Lebenssituation pflegebedürftiger Menschen - so abgefasst, dass die Würde der zu Pflegenden stets gewahrt bleibt. Neutrales, von Leistungsträgern unabhängiges Prüfinstitut. Externe Qualitätssicherung durch internes Qualitätsmanagement ergänzen.
  • Gute Pflege bedarf einer solidarischen und soliden Finanzierung. Gesamtgesellschaftliche Aufgabe - solidarische Finanzierung durch soziale Bürgerversicherung.
  • Gute Pflege bietet Perspektiven. Eine "generalistische Pflegeausbildung", die sich an der Praxis orientiert.
  • Gute Pflege geht alle an. Solidarische Beteiligung an den Ausbildungskosten vom Leistungssystem Pflegeversicherung und durch Steuermittel.
  • Gute Pflege und ärztliche Versorgung müssen Hand in Hand gehen und sich zum Wohle des Pflegebedürftigen sinnvoll ergänzen. Ursachen für Versorgungsdefizite analysieren - häusliche Pflege sicherzustellen.
  • Gute Pflege bedarf fördernder und unterstützender Rahmenbedingungen. Stärkung bürgerschaftlichen Engagements, Pflege durch Angehörige, Präventionsangebote, Beratungsinfrastruktur für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen.

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