"Wir brauchen Hilfe beim Helfen"

Mit diesem Appell richtet wendet sich Ernst-Martin Stüllein, Geschäftsführer des Multikulturellen Zentrums L’Amitié in Gotha an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit Landeswelle Thüringen schildert Stüllein die Arbeit des Vereins und lobt das Engagement der Thüringerinnen und Thüringer für die Flüchtlinge. Viele, vor allem junge Menschen, hätten sich auch bei seinem Verein gemeldet und wollten mit anpacken.

Das Interview mit Ernst-Martin Stüllein zum Nachhören:   

Willkommenskultur

Bildungsminister Helmut Holter macht jungen Geflüchteten Mut – Besuch beim Kurs „START Bildung“

Bildungsminister Holter bei der KindersprachbrückeJena, 2. März 2018. Als der Minister kam, wurde gerade eine Deutschaufgabe gelöst – nichts Ungewöhnliches, wenn ein Bildungsminister in einem Weiter- und Fortbildungskurs zu Besuch ist. Aber dieser Kurs „START Bildung“ ist etwas Außergewöhnliches. Junge Geflüchtete im Alter zwischen 16 und 27 Jahren nehmen hier, bei der Kindersprachbrücke in Jena, an einem Bildungsangebot teil, das sich an jugendliche Zugewanderte zwischen 16 und 27 richtet, die ihre Schulpflicht bereits erfüllt haben, aber keinen Schulabschluss vorweisen können.

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Start Bildung - Angebot für junge Geflüchtete von Kindersprachbrücke und Paritätischem Bildungswerk

Bildungsangebot für junge GeflüchteteJena, 26. Februar 2018. In der nächsten Woche beginnt der zweite Kurs des Programms „START BILDUNG – ein Bildungsangebote für jugendliche Zugewanderte zwischen 16 und 27 Jahren, die sonst keine Chance auf einen Schulabschluss hätten. Thüringens Bildungsminister Helmut Holter informierte sich bei der Jenaer Kindersprachbrücke über das Projekt, das im Auftrag des Ministeriums vom Paritätischen Bildungswerk in Kooperation mit der Kindersprachbrücke ausgeführt wird.

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Unterstützung für Flüchtlinge

Die aktuellen Entwicklungen, der Anstieg der Flüchtlingszahlen hat erfreulicherweise bisher - neben den Konflikten bei der Aufnahme vor Ort - vor allem zu einem beindruckenden Anstieg der Zahl derer geführt, die sich nun aktiv für Flüchtlinge engagieren. Zudem sind nun natürlich auch immer mehr Organisationen und Einrichtungen mit der Aufnahme, Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge befasst. Es handelt sich dabei keinesfalls nur um Flüchtlingshilfsorganisationen, das Thema wird vielmehr nun in nahezu allen Bereichen der sozialen Arbeit (Stadtteilzentren, Frauenberatungsstellen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, etc.) bearbeitet.

Zu den Mitgliedsorganisationen, die ausschließlich oder schwerpunktmäßig in der Beratung und Unterstützung von Flüchtlingen tätig sind kommen jene, die sich für Flüchtlinge engagieren, ohne dass dies das Hauptarbeitsfeld der Organisation darstellt. Eine zahlenmäßige Erfassung ist daher nicht möglich.

Von den Mitgliedsorganisationen werden - mit unterschiedlichen Schwerpunkten - alle Bereiche der sozialen Arbeit erfasst, die sich aus den Problemen bzw. Bedürfnissen der Flücht­linge ergeben. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um:
•Beratung in rechtlichen und sozialen Fragen (Aufenthalt, Familienzusammenfüh­rung, Arbeit, Wohnen, Verbraucherberatung, Weiterwanderung, Partnerschaft und Familie etc.),
•Informationen und Unterstützung in behördlichen Angelegenheiten, Vermittlung von Rechtshilfen,
•Angebote für bestimmte Zielgruppen (z. B. Mädchen- und Frauengruppen), Erzie­hungs- und Bildungsangebote (insb. Sprachkurse),
•Angebote zur beruflichen Förderung,
•Kulturelle Förderung, - Freizeitangebote etc.,
•Aktivitäten zum Abbau von Ausländerfeindlichkeit und antirassistische Arbeit,
•Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.

Ein besonderer Schwerpunkt, bei dem mehrere Mitgliedsorganisationen engagiert sind, ist die Bera­tung und Betreuung unbegleiteter Minderjähriger Flüchtlingskinder. Ein weiterer Schwerpunkt stellt die Arbeit der psychosozialen Zentren zur Behandlung von Flüchtlingen und Folteropfern dar.

Wie unterstützt der Paritätische Gesamtverband konkret die Arbeit in der Flüchtlingshilfe?

Die wesentliche Aufgabe des Gesamtverbandes besteht in der fachlichen Ko­ordination und Unterstützung der im Flüchtlingsbereich tätigen Mitgliedsorganisatio­nen, insbesondere der Landesverbände und überregionalen Mitgliedsorganisationen. Hierzu gehört insbesondere:
•die Herausgabe regelmäßiger Rundschreiben, in denen über aktuelle Entwicklun­gen im Asylbereich informiert wird,
•die Durchführung von Fachtagungen, Schulungsveranstaltungen und Workshops,
•der Erarbeitung von Arbeitshilfen, wie etwa zu den Grundlagen des Asylrechts oder den aktuellen Änderungen des Asylbewerberleistungsgesetzes
•die Vertretung des Verbandes in Gremien und Ausschüssen auf Bundes- und Europaebene. Dazu gehört auch die enge Kooperation mit den anderen Wohlfahrtsverbänden im Rahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, die Zusammenarbeit mit Pro Asyl, amnesty international, Richtervereinigungen und dem UNHCR. Der Verband arbeitet zudem aktiv mit beim Europäischen Flüchtlingsrat (ECRE)
•die Weiterentwicklung verbandlicher Positionen im Asylbereich und ihre Vertre­tung gegenüber Politik und Verwaltung. (etwa zu den Aufnahmebedingungen für Flüchtlinge, Gesetzentwurf Bleiberecht, Umverteilung Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Aufnahme und Verteilung von Flüchtlingen in Europa)
•die Unterstützung und Beratung der Mitgliedsorganisationen bei der Projektent­wicklung bzw. Antragstellung von Fördermitteln.

Damit Beraterinnen und Beratern über aktuelle Informationen zu rechtlichen Fragen, zur Situation der Herkunftsländer etc. verfügen können, trägt der Paritätische mit den anderen Wohlfahrtsverbänden, pro asyl, amnesty international und dem UNHCR den "Informationsverbund Asyl und Migration". Auf dessen Homepage www.asyl.net sind die genannten Informationen und zahlreiche weitere Arbeitshilfen kostenlos einsehbar, zudem werden sie durch die Zeitschrift "Asylmagazin" verbreitet Um die Qualifizierung der im Flüchtlingsbereich tätigen Mitarbeiter zu unterstützen, hat der Verband zudem vor einigen Jahren das - vom BMFSFJ geförderte - Projekt "Qualifizierungsmaßnahmen für die Flüchtlingssozialarbeit" initiiert. Dieses bietet bundesweit Schulung zu Fragen des Flüchtlingsrechts an und stellt entsprechende Materialien zur Verfügung.

Einen aktuellen Arbeitsschwerpunkt stellt zudem die Förderung des ehrenamtlichen Engagements für Flüchtlinge dar. Freiwilliges Engagement bzw. das Ehrenamt sind für den Paritätischen konstituierend und wesentlicher Bestandteil der Arbeit seiner Mitgliedsorganisationen. Mit Unterstützung der Integrationsbeauftragten des Bundes werden ab September 2015 bis Ende 2016 bundesweit ca. 35 Mitgliedsorganisationen gefördert, um die ehrenamtliche Arbeit im Flüchtlingsbereich zu koordinieren oder zu qualifizieren.

Ferner vertritt der Paritätische Gesamtverband elf Mitgliedsorganisationen bei Aktion Deutschland Hilft e.V., einem Zusammenschluss deutscher Hilfsorganisationen, die bei großen Katastrophen und Notsituationen im Ausland Hilfe leisten. Zahlreiche unserer Mitgliedsorganisationen unterstützen dabei auch Flüchtlinge in den Herkunfts- und Transitländern. Sie verteilen z.B. in Nordsyrien, dem Nordirak und Libanon Lebensmittel, Wasser, Kleidung und Hygieneartikel, betreuen Kinder und Familien psychosozial und unterstützen sie in der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse. Neben Aktivitäten in den drei oben genannten Ländern sind unsere Mitgliedsorganisationen u.a. auch in Griechenland, Mali, Myanmar, Somalia und im Süd-Sudan in der Flüchtlingshilfe tätig.

Eine große Rolle spielt im Verband auch die Förderung der Selbstorganisation. So haben sich u.a. bisher auch rund 200 Migrantenorganisationen dem Verband angeschlossen und gemeinsam das "Öffnet internen Link im aktuellen FensterForum der Migrantinnen und Migranten" im Verband gegründet. Von diesen Migrantenorganisation engagieren sich aktuell immer mehr in der Unterstützung der Flüchtlinge.

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Wettbewerb: Gib mir ein Zeichen - Zusammenhalt in Vielfalt

Die Initiative kulturelle Integration sucht im Rahmen eines Wettbewerbs ein ausdrucksstarkes Zeichen, das den zentralen Gedanken »Zusammenhalt in Vielfalt« darstellt.

Welchen Beitrag kann Kultur zur Integration und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten?

Um erste Antworten zu finden und auch offene Fragen zu benennen, hat sich die Initiative kulturelle Integration gegründet. Sie geht auf eine Idee des Deutschen Kulturrates zurück und ist überparteilich. Erste Aufgabe der Initiative war es, mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft, der Sozialpartner, der Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Medien, der Bundesregierung, der Länder und Kommunen Thesen zu erarbeiten, in denen es um das Gelingen von kultureller Integration in einem vielfältigen Deutschland geht. Diese 15 Thesen wurden am 16. Mai 2017 Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben. Das Forum der Migrantinnen und Migranten im Paritätischen war an der Erarbeitung der Thesen aktiv beteiligt.

Nun sucht die Initiative kulturelle Integration im Rahmen eines Wettbewerbs ein ausdrucksstarkes Zeichen, das den zentralen Gedanken »Zusammenhalt in Vielfalt« darstellt.

Gemalt, gezeichnet, geschrieben oder fotografiert – auf www.gibmireinzeichen.de können alle interessierte ihre Ideen, Zeichen, kurze Botschaften oder auch ein Foto einfach hochladen. Beiträge können bis Mitte April 2018 eingereicht werden.

Mehr zum Wettbewerb und zu den Teilnahmebedingungen unter: www.gibmireinzeichen.de www.gibmireinzeichen.de


Mehr zur Initiative "Kulturelle Integration": www.kulturelle-integration.dewww.kulturelle-integration.de

 

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Bürgerstiftung gestaltet Stadtplan für Geflüchtete in Jena

Stadtplan für Geflüchtete in Jena

 

Jena, 22. Januar 2018. In Jena gibt es jetzt einen Stadtplan für Geflüchtete. Damit soll den neuen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt noch mehr Orientierung beim Ankommen in der neuen Umgebung gegeben werden. Den Stadtplan für Geflüchtete gibt es auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi. Er ist Teil des Projekts Ankommenspaten der Bürgerstiftung Jena.

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Einwanderung gestalten

Die Frage, wie Einwanderung nach Deutschland gestaltet sein soll, ist seit langem Gegenstand intensiver gesellschaftspolitischer Debatten. Der Paritätische hat sich zu dieser Frage im Jahr 2012 grundsätzlich positioniert und 2015 zur Frage der Zuwanderung von Pflegekräften Stellung genommen. Die dort formulierten grundsätzlichen Ziele behalten weiterhin ihre Gültigkeit. Dazu gehört etwa, dass zur Deckung des Arbeitskräftebedarfs zunächst die inländischen Potentiale genutzt werden sollen, dass die Interessen der Herkunftsländer berücksichtigt werden, dass ein besserer Schutz von Erwerbseinwanderern vor Ausbeutung gewährleistet wird und dass die bestehenden Regelungen transparenter und übersichtlicher gestaltet werden müssen.

Nachdem in den letzten beiden Jahren der Zuzug von schutzsuchenden Menschen und damit die humanitäre Aufnahme im Vordergrund stand, rückt nunmehr die Frage der Einwanderungsregelung außerhalb des Asylrechts – insbesondere die Erwerbsmigration – wieder stärker in den Blickpunkt. Mit dem vorliegenden Positionspapier wird, basierend auf den Positionen von 2012 und 2015, auf die aktuellen Entwicklungen der Zuwanderung, des Migrationsrechts und die aktuellen Vorschläge einiger Parteien und Institutionen zur künftigen Entwicklung des Einwanderungsrechts eingegangen und eine Aktualisierung der verbandlichen Positionen vorgenommen.

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Lücken in den Gesetzen finden - Fachseminar zeigt Spielräume auf, wie man Migrantinnen und Migranten helfen kann


Claudius VoigtNeudietendorf, 13. März 2017. Claudius Voigt (Foto) kennt sich aus, wenn es um Themen wie das Aufenthalts- und Arbeitsrecht für Migrantinnen und Migranten geht. „Die Gesetzgebung ist zwar sehr restriktiv, aber es gibt auch in den gesetzlichen Bestimmungen Lücken,“ sagt der Experte von der Flüchtlingsberatung der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender aus Münster. In einem Fachseminar für Fach- und Führungskräfte der Migrations- und Flüchtlingsarbeit sowie für ehrenamtlich Tätige des Paritätischen Bildungswerkes will er dieses Wissen an diejenigen weitergeben, die in der Fachberatung tätig sind. Er will sie fit machen, damit sie „auf Augenhöhe“ mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Ämtern reden und verhandeln können. Das Fachseminar findet am 1. Juni 2017 statt.

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Fotoausstellung „Gesicht wahren“ des Bündnisses "Mitmenschlich in Thüringen" eröffnet – „In der Vielfalt liegt unsere Kraft“

 

Eröffnung der Fotoausstellung Mitmenschlich in ThüringenErfurt. „In Gesichtern erkennt man die Einmaligkeit und Würde eines Menschen. Deshalb lohnt sich der Blick in diese Gesichter von geflüchteten Menschen.“ Tabea Schwarzkopf, eine der LandessprecherInnen des Bündnisses „Mitmenschlich in Thüringen“ appelliert bei der Eröffnung der eindrucksvollen Fotoausstellung „Gesicht wahren“ an die Besucher, in diesen Gesichtern von Geflüchteten „unsere Brüder und Schwestern zu erkennen.“ Die Ausstellung, die bis Mitte April im Café Franz Mehlhose in Erfurt zu sehen ist, zeigt Porträts von Menschen, die als Flüchtlinge nach Thüringen kamen und hier ein Leben in Frieden und Freiheit erhoffen. „Wie würde es uns gehen, wenn wir uns in der Lage dieser Flüchtlinge befinden würden?“, fragte Ministerpräsident Bodo Ramelow, der ebenso wie Integrationsminister Dieter Lauinger an der Ausstellungseröffnung teilnahm. „In der Vielfalt liegt unsere Kraft“, setzte sich Ramelow für ein weltoffenes, buntes und tolerantes Thüringen ein. Auch einige der porträtierten Geflüchteten nahmen mit ihren Familien an der Veranstaltung teil.

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