"Wir brauchen Hilfe beim Helfen"

Mit diesem Appell richtet wendet sich Ernst-Martin Stüllein, Geschäftsführer des Multikulturellen Zentrums L’Amitié in Gotha an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit Landeswelle Thüringen schildert Stüllein die Arbeit des Vereins und lobt das Engagement der Thüringerinnen und Thüringer für die Flüchtlinge. Viele, vor allem junge Menschen, hätten sich auch bei seinem Verein gemeldet und wollten mit anpacken.

Das Interview mit Ernst-Martin Stüllein zum Nachhören:   

Willkommenskultur

21 neue Flüchtlingspaten in Thüringen

IMG 2929Neudietendorf, 11. Dezember 2015. Die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge in Thüringen ist nach wie vor ungebrochen. 21 Thüringerinnen und Thüringer erhalten am morgigen Sonnabend ihre Zertifikate als ausgebildete „Flüchtlingspaten“ von Thüringens Migrationsminister Dieter Lauinger (Grüne) überreicht. Fünf von ihnen sind hauptamtlich in Sozialverbänden in Thüringen tätig, 16 engagieren sich ehrenamtlich. Damit sind in zwei Weiterbildungskursen in diesem Jahr schon 47 Flüchtlingspaten vom Paritätischen ausgebildet worden.

Die neuen Paten kommen aus Vereinen aus ganz Thüringen, darunter vom Bildungswerk Blitz aus Ostthüringen, von Frauenzentren, Kirchen, der Diakonie, aber auch von der Kindersprachbrücke aus Jena oder vom Sozialverband Thepra aus Nordthüringen.

In den vergangenen Wochen haben sie in drei Modulen ihre Kenntnisse über die Arbeit von Jobcentern, Ausländerbehörden oder auch Asylverfahren erweitert und vertieft. Sie wurden über Völkerrecht und internationalen Flüchtlingsschutz aufgeklärt und auch darüber, wie Asylverfahren in Deutschland laufen und an welchen Schnittstellen Hilfe und Unterstützung für Flüchtlinge und Asylbewerber besonders dringend ist. Sie erhielten auch praktische Tipps für ihre Arbeit mit Flüchtlingen und den Umgang mit traumatisierten jungen Geflüchteten.

Manuela Kaul aus Eisenach, die an der ersten Ausbildung zu Flüchtlingspaten teilgenommen hat, ist in der Wartburgstadt im dortigen Freundeskreis Asyl aktiv Sie fühlt sich nach dem Kurs wesentlich besser gewappnet für die Aufgaben, die in der nächsten Zeit auf sie zukommen werden. „Man hat eine ganz andere Sicherheit“, sagt sie im Nachhinein. Der Flüchtlingskreis ist in Eisenach bei der Betreuung der Flüchtlinge und Asylsuchenden aktiv, organisiert Hausaufgabenhilfen und Integrationskurse. Viele helfen dort mit. Manuela Kaul fasst den Grund für ihr Engagement so zusammen: Freilich können wir nicht die ganze Welt retten. Aber wenn jeder sich an einer Stelle kümmert, wächst vieles zusammen.“

Thüringens Migrationsminister Dieter Lauinger will durch seine Teilnahme an der Zertifikatsübergabe das große Engagement vieler Thüringerinnen und Thüringer in der Flüchtlingsarbeit hervorheben. Wie groß das Interesse ist zeigten die zahlreichen Nachfragen nach der dritten Auflage der Weiterbildung, die Anfang des nächsten Jahres starten soll.
Unterstützt wird die Weiterbildung, gemeinsam organisiert von der Paritätischen BuntStiftung, dem Paritätischen Bildungswerk und der Paritätischen Akademie, vom Thüringer Migrationsministerium.

Tags: Flüchtlingsberatung, Flüchtlingspaten

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