"Wir brauchen Hilfe beim Helfen"

Mit diesem Appell richtet wendet sich Ernst-Martin Stüllein, Geschäftsführer des Multikulturellen Zentrums L’Amitié in Gotha an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit Landeswelle Thüringen schildert Stüllein die Arbeit des Vereins und lobt das Engagement der Thüringerinnen und Thüringer für die Flüchtlinge. Viele, vor allem junge Menschen, hätten sich auch bei seinem Verein gemeldet und wollten mit anpacken.

Das Interview mit Ernst-Martin Stüllein zum Nachhören:   

Willkommenskultur

Bildungsminister Helmut Holter macht jungen Geflüchteten Mut – Besuch beim Kurs „START Bildung“

Bildungsminister Holter bei der KindersprachbrückeJena, 2. März 2018. Als der Minister kam, wurde gerade eine Deutschaufgabe gelöst – nichts Ungewöhnliches, wenn ein Bildungsminister in einem Weiter- und Fortbildungskurs zu Besuch ist. Aber dieser Kurs „START Bildung“ ist etwas Außergewöhnliches. Junge Geflüchtete im Alter zwischen 16 und 27 Jahren nehmen hier, bei der Kindersprachbrücke in Jena, an einem Bildungsangebot teil, das sich an jugendliche Zugewanderte zwischen 16 und 27 richtet, die ihre Schulpflicht bereits erfüllt haben, aber keinen Schulabschluss vorweisen können.

Der Kurs vermittelt intensiv über ein Jahr lang Basiswissen in Mathematik, Deutsch, politischer Bildung, Ergänzend findet Berufsorientierung mit dem Partner ÜAG gGmbH statt. Ziel ist es, dass die jungen Menschen danach eine weiterführende Schule besuchen und so einen Schulabschluss erreichen oder eine Ausbildung beginnen können.

Das Angebot wird im Auftrag des Thüringer Bildungsministeriums durchgeführt. Träger ist das Paritätische Bildungswerk als anerkannter Träger der Erwachsenenbildung in Kooperation mit der Kindersprachbrücke. Ein weiterer Kurs mit dem Paritätischen Bildungswerk als Träger findet in Zusammenarbeit mit der Innova in Altenburg statt.

Bildungsminister Holter zeigte sich bei seinem Besuch in Jena sehr wissbegierig. Was wollen die Teilnehmenden werden? Wie ist die Kurssprache? Welche Möglichkeiten gibt es, außerhalb des Kurses Deutsch zu sprechen?

Und er hörte sich auch intensiv an, was die Geflüchteten ihm über die besonderen Herausforderungen im Kurs berichteten: Sie erzählten von Parallelterminen bei Ärzten oder Behörden, die sich oft nicht auf den Nachmittag legen lassen. Häufig sind die Teilnehmenden auch als Dolmetscher mit ihren Familien unterwegs. Auch der unterschiedliche Bildungsstand der Teilnehmenden stellt für die Lehrkräfte eine Herausforderung dar.

Helmut Holter weiß selbst, wie schwer es ist, sich selbst in einem anderen Land einzuleben, die Sprache zu lernen und sich in eine neue Kultur einzufinden. Nach dem Abitur 1971 in Halle (Saale) absolvierte Holter ein Studium an der Bauingenieurhochschule in Moskau, das er 1976 als Diplomingenieur für Betontechnologie beendete. Und deshalb gab er auch ganz praktische Erfahrungen weiter, wie man eine fremde Sprache schneller lernen kann: Kinderfilme- und bücher schauen bzw. lesen oder etwa die Umgebung zu Hause mit Post Its bekleben.

Am Schluss waren sich alle einig: Es war eine intensive und interessante Gesprächsrunde. „Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben“, so der Geschäftsführer der Sprachbrücke, Wolfgang Volkmer, stellvertretend für sein gesamtes Team.

 

 

Tags: Kindersprachbrücke, Geflüchtete, Helmut Holter

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