"Wir brauchen Hilfe beim Helfen"

Mit diesem Appell richtet wendet sich Ernst-Martin Stüllein, Geschäftsführer des Multikulturellen Zentrums L’Amitié in Gotha an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit Landeswelle Thüringen schildert Stüllein die Arbeit des Vereins und lobt das Engagement der Thüringerinnen und Thüringer für die Flüchtlinge. Viele, vor allem junge Menschen, hätten sich auch bei seinem Verein gemeldet und wollten mit anpacken.

Das Interview mit Ernst-Martin Stüllein zum Nachhören:   

Willkommenskultur

Ein ganz besonderer Adventskalender: Fakten gegen Vorurteile

Neudietendorf, 17. Dezember 2015. In Deutschland gibt es viele Vorurteile gegen Flüchtlinge und Asylsuchende. Beispielsweise dieses: Asylsuchende bekommen mehr soziale Leistungen als Einheimische. Das ist völliger Blödsinn. Denn der Regelsatz für Asylsuchende liegt derzeit bei 359 Euro und damit 40 Euro unter dem Hartz-IV-Satz. Das Bundesverfassungsgericht hat 2012 wie folgt geurteilt: „Die Menschenwürde ist migrationspolitisch nicht zu relativieren“. Meist wird auch ein Großteil des Gesamtbetrages in Form von Sachleistungen erbracht, so dass ein deutlich kleineres Taschengeld übrig bleibt. Dass Asylsuchende mehr Geld als Hartz-IV EmpfängerInnen haben, ist also Quatsch.


Viele Menschen, die mit derartigen Vorurteilen konfrontiert werden, fehlen manchmal die Fakten um zu kontern. Das kann sich jetzt ändern. Denn das DGB-Bildungszentrum Thüringen und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen haben einen Internet-Adventskalender aufgelegt. Jeden Tag öffnet sich bis zum 24. Dezember ein neues Türchen und widerlegt Vorurteile mit Fakten. Auf diesen besonderen Adventskalender weist die Initiative "Schau HIN - Handeln - Initiieren - Neugestalten! Beratungsnetzwerk gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit und für demokratische Teilhabe" hin.

Noch einige Beispiele aus dem Adventskalender gefällig? Gerne.

Vorurteil: „Flüchtlinge begehen viele Ladendiebstähle“. Fakt ist: Konzerne verneinen dies. Einige Geschäfte sahen sich sogar gezwungen diesen Falschmeldungen durch entsprechende Aushänge zu begegnen. Umfragen der ARD in den Konzernzentralen großer Supermarktketten ergaben, dass die Behauptungen frei erfunden sind. Im Gegenteil: Viele sind überrascht, wie reibungslos alles abläuft. Eine Zunahme von Diebstählen ist meist nicht zu verzeichnen, obwohl die EinwohnerIinnenzahl zum Teil stark angestiegen ist. Eine Ausnahme gibt es laut Polizei im baden-württembergischen Meßstetten. Dort gab es eine Zunahme der Armutskriminalität mit einem Durchschnittsbetrag von 16 €, im Verhältnis zu der steigenden EinwohnerIinnenzahl liegt jedoch selbst dies im Normalbereich.

Vorurteil: Flüchtlinge nehmen den arbeitslosen Deutschen die Arbeitsplätze weg. Fakt ist: Statistisch gibt es keine negativen Auswirkungen. Sind Flüchtlinge erwerbstätig, wird eine Arbeitsplatzkonkurrenz befürchtet. Sind sie arbeitslos, wird beklagt, dass sie Sozialleistungen bekommen, die „man“ ja irgendwie mitbezahlt. Grundsätzlich haben AsylbewerberInnen erst nach 3 Monaten überhaupt die Möglichkeit, eine Arbeitserlaubnis zu beantragen. Diese bekommen sie jedoch nur, wenn geprüft wurde, dass es keine geeignete Person mit deutschem oder anderem europäischen Pass für diesen Arbeitsplatz gibt. Für Flüchtlinge aus den Westbalkanstaaten, Ghana und Senegal, die nach dem 31.08.15 ihren Asylantrag gestellt haben, gilt im Asylverfahren ein generelles Arbeitsverbot.

Und noch ein letztes Vorurteil: Wir können doch nicht die ganze Welt aufnehmen. Fakt ist: Davon sind wir noch weit entfernt. Auf der Welt waren Ende 2014 laut UNHCR Global Trends 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht. 86 Prozent der Flüchtlinge weltweit suchen in den Nachbarländern ihrer Heimat Schutz. Die allerwenigsten Flüchtlinge schaffen es nach Europa – weil sie in der Region bleiben wollen und auf baldige Rückkehrchancen hoffen, oder weil sie schlicht keine Möglichkeit haben, hierher zukommen. Eine Flucht hierher ist teuer und gefährlich; zudem droht sie immer zu scheitern, denn legale Wege nach Europa gibt es so gut wie nicht. Eine der wenigen Möglichkeiten nicht über den lebensgefährlichen Wasser und Landweg nach Europa zu kommen sind s.g. Kontingente. Allein in Syrien sind aktuell ca. 4,3 Millionen Menschen laut UNHCR auf der Flucht, die Bundesrepublik hat aber bisher nur 20.000 Menschen diesen legalen Fluchtweg ermöglicht.
Beispiel 2014: Fast 14 Millionen Menschen wurden in diesem Jahr aus ihrer Heimat vertrieben. Wie viele kamen 2014 als Asylsuchende in Europa an? 714.000 Menschen. Das wären umgerechnet gerade einmal fünf Prozent, für ganz Europa, auch wenn es im Jahr 2015 voraussichtlich etwas mehr Menschen seien werden welche aus ihrer Heimat flüchten müssen ist es weiterhin nur ein Bruchteil der den weiten und gefährlichen Weg nach Europa auf sich nimmt. Also bitte: Wer kann behaupten, wir stünden vor der Frage, die ganze Welt aufzunehmen?

Weitere Fakten gegen Vorurteile unter www.fakten-gegen-vorurteile.de
Auf Facebook findet man die Aktion hier: www.facebook.com/faktengegenvorurteile

Neudietendorf, 17. Dezember 2015. In Deutschland gibt es viele Vorurteile gegen Flüchtlinge und Asylsuchende. Beispielsweise dieses: Asylsuchende bekommen mehr soziale Leistungen als Einheimische. Das ist völliger Blödsinn. Denn der Regelsatz für AsylsuchendeRegelsatz für Asylsuchende liegt derzeit bei 359 Euro und damit 40 Euro unter dem Hartz-IV-Satz. Das Bundesverfassungsgericht hat 2012 wie folgt geurteilt: „Die Menschenwürde ist migrationspolitisch nicht zu relativieren“. Meist wird auch ein Großteil des Gesamtbetrages in Form von SachleistungenSachleistungen erbracht, so dass ein deutlich kleineres Taschengeld übrig bleibt. Dass Asylsuchende mehr Geld als Hartz-IV EmpfängerInnen haben, ist also Quatsch.

Viele Menschen, die mit derartigen Vorurteilen konfrontiert werden, fehlen manchmal die Fakten um zu kontern. Das kann sich jetzt ändern. Denn das DGB-Bildungszentrum Thüringen und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen haben einen Internet-Adventskalender aufgelegt. Jeden Tag öffnet sich bis zum 24. Dezember ein neues Türchen und widerlegt Vorurteile mit Fakten.

Noch einige Beispiele aus dem Adventskalender gefällig? Gerne.

Vorurteil: „Flüchtlinge begehen viele Ladendiebstähle“. Fakt ist: Konzerne verneinen dies. Einige Geschäfte sahen sich sogar gezwungen diesen Falschmeldungen durch entsprechende Aushänge zu begegnen. Umfragen der ARD in den Konzernzentralen großer Supermarktketten ergaben, dass die Behauptungen frei erfunden sind. Im Gegenteil: Viele sind überrascht, wie reibungslos alles abläuft. Eine Zunahme von Diebstählen ist meist nicht zu verzeichnen, obwohl die EinwohnerIinnenzahl zum Teil stark angestiegen ist. Eine Ausnahme gibt es laut Polizei im baden-württembergischen Meßstetten. Dort gab es eine Zunahme der Armutskriminalität mit einem Durchschnittsbetrag von 16 €, im Verhältnis zu der steigenden EinwohnerIinnenzahl liegt jedoch selbst dies im Normalbereich.

Vorurteil: Flüchtlinge nehmen den arbeitslosen Deutschen die Arbeitsplätze weg. Fakt ist: Statistisch gibt es keine negativen Auswirkungen. Sind Flüchtlinge erwerbstätig, wird eine Arbeitsplatzkonkurrenz befürchtet. Sind sie arbeitslos, wird beklagt, dass sie Sozialleistungen bekommen, die „man“ ja irgendwie mitbezahlt. Grundsätzlich haben AsylbewerberInnen erst nach 3 Monaten überhaupt die Möglichkeit, eine Arbeitserlaubnis zu beantragen. Diese bekommen sie jedoch nur, wenn geprüft wurde, dass es keine geeignete Person mit deutschem oder anderem europäischen Pass für diesen Arbeitsplatz gibt. Für Flüchtlinge aus den Westbalkanstaaten, Ghana und Senegal, die nach dem 31.08.15 ihren Asylantrag gestellt haben, gilt im Asylverfahren ein generelles Arbeitsverbot.

Und noch ein letztes Vorurteil:  Wir können doch nicht die ganze Welt aufnehmen. Fakt ist: Davon sind wir noch weit entfernt. Auf der Welt waren Ende 2014 laut UNHCR Global TrendsUNHCR Global Trends 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht. 86 Prozent der Flüchtlinge weltweit suchen in den Nachbarländern ihrer Heimat Schutz. Die allerwenigsten Flüchtlinge schaffen es nach Europa – weil sie in der Region bleiben wollen und auf baldige Rückkehrchancen hoffen, oder weil sie schlicht keine Möglichkeit haben, hierher zukommen.  Eine Flucht hierher ist teuer und gefährlich; zudem droht sie immer zu scheitern, denn legale Wege nach Europa gibt es so gut wie nicht. Eine der wenigen Möglichkeiten nicht über den lebensgefährlichen Wasser und Landweg nach Europa zu kommen sind s.g. Kontingente. Allein in Syrien sind aktuell ca. 4,3 Millionen Menschen laut UNHCR UNHCR auf der Flucht, die Bundesrepublik hat aber bisher nur 20.000 Menschen20.000 Menschen diesen legalen Fluchtweg ermöglicht.

Beispiel 2014: Fast 14 Millionen Menschen wurden in diesem Jahr aus ihrer Heimat vertrieben. Wie viele kamen 2014 als Asylsuchende in EuropaAsylsuchende in Europa an? 714.000 Menschen. Das wären umgerechnet gerade einmal fünf Prozent, für ganz Europa, auch wenn es im Jahr 2015 voraussichtlich etwas mehr Menschen seien werden welche aus ihrer Heimat flüchten müssen ist es weiterhin nur ein Bruchteil der den weiten und gefährlichen Weg nach Europa auf sich nimmt. Also bitte: Wer kann behaupten, wir stünden vor der Frage, die ganze Welt aufzunehmen?

Weitere Fakten gegen Vorurteile unter www.fakten-gegen-vorurteile.dewww.fakten-gegen-vorurteile.de

Auf Facebook findet man die Aktion hier: www.facebook.com/faktengegenvorurteile

Tags: Flüchtlinge, Willkommenskultur

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