"Wir brauchen Hilfe beim Helfen"

Mit diesem Appell richtet wendet sich Ernst-Martin Stüllein, Geschäftsführer des Multikulturellen Zentrums L’Amitié in Gotha an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit Landeswelle Thüringen schildert Stüllein die Arbeit des Vereins und lobt das Engagement der Thüringerinnen und Thüringer für die Flüchtlinge. Viele, vor allem junge Menschen, hätten sich auch bei seinem Verein gemeldet und wollten mit anpacken.

Das Interview mit Ernst-Martin Stüllein zum Nachhören:   

Willkommenskultur

Eine Erfolgsgeschichte: Sprachnetz Thüringen bleibt am Ball – für Ehrenamtliche und Flüchtlinge

 

Franziska Förster von der Kindersprachbrücke

Jena, 6. März 2017. Christopher lächelt zufrieden. Er hat an einer zweiteiligen Weiterbildung teilgenommen, die von der Kindersprachbrücke zu Deutsch als Zweitsprache und interkulturellem Handeln in ganz Thüringen angeboten wird. „Es hat viel Spaß gemacht und war außerdem sehr bereichernd!“, sagt Christopher, der sich in Jena engagiert. „Neben zahlreichen methodischen Tipps habe ich viele wertvolle Denkanstöße zu meiner eigenen Rolle in der ehrenamtlichen Sprachförderung mitgenommen.“


Seit ein paar Monaten gibt er gemeinsam mit anderen Engagierten Deutschunterricht für Flüchtlinge. Er leistet damit einen unschätzbaren Beitrag für ihre Integration. Das Modellprojekt "SprachThür-Sprachbegleiter vernetzt aktiv in Thüringen", gefördert durch das Bundesministerium des Innern (BMI) und das Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), will genau diesen Einsatz stärken. Darüber hinaus unterstützt auch das Land Thüringen die Qualifizierung Thüringer Ehrenamtlicher.

Wie Christopher engagieren sich viele ThüringerInnen, um geflüchteten Menschen im Alltag beiseite zu stehen. Beim Deutschlernen zu helfen hat daran einen bedeutenden Anteil, denn ohne Sprachkenntnisse ist der deutsche Alltag kaum zu bewältigen. Ob in Form von Unterricht oder alltäglicher Begleitung: Sprachförderung ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die die Engagierten vor viele Herausforderungen stellt. Das Weiterbildungs- und Beratungsangebot des „Sprachnetz Thüringen“ unterstützt sie dabei aktiv.

Spielideen zum WortschaftzlernenIm Jahr 2016 konnten bereits über 50 Thüringer Ehrenamtliche qualifiziert werden – eine „Erfolgsgeschichte“, findet Franziska Förster, Projektmitarbeiterin und Trainerin im Modellprojekt SprachThür. Auch zu Jahresbeginn werden wieder zahlreiche Schulungen in Absprache mit Initiativen vor Ort organisiert (unser Bild zeigt Spielideen zum Wortschatzlernen). Erfahrene TrainerInnen geben dabei Einblicke in die Grundlagen des Faches Deutsch-als-Zweitsprache und geeignete Methoden und Materialien. „Dabei ist es uns besonders wichtig aufzuzeigen, dass Sprachförderung auf vielfältige Weise und schon mit einfachen, spielerischen Mitteln gelingen kann. Und sie soll vor allem Spaß machen“, betont Franziska Förster. Neben Praxiswissen der Deutschförderung geht es um die Auseinandersetzung mit interkultureller Kompetenz: „Am lebendigsten erinnere ich mich an die Spiele, bei denen wir in die Rolle der Flüchtlinge hineinversetzt wurden. Da weiß man wieder neu, was es bedeutet, nach jedem Wort suchen zu müssen...", kommentiert die Ehrenamtliche Dorothea ihre Erfahrung mit der Sprachnetz-Schulung.

Ein weiteres Ziel des Sprachnetz‘ steckt im Namen selbst: die Vernetzung. Neben einer Facebook-Seite und einer Materialsammlung im Infoportal auf kindersprachbruecke.de werden die Ehrenamtlichen nach den Schulungen zu einer geschützten Online-Plattform des Sprachnetz eingeladen. Hier bekommen Ehrenamtliche die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu kommen und sich über Landkreise hinweg auszutauschen. „Manchmal hilft es schon zu wissen, dass da noch andere sind, die sich engagieren und ähnliche Fragen haben“, erläutert Franziska Förster. „Das hält die Motivation aufrecht und gibt Kraft.“ Außerdem könnten Materialien kommentiert und weitergegeben werden, was das Engagement erleichtert.

Das kostenfreie Beratungs- und Weiterbildungsangebot der Kindersprachbrücke Jena e.V. kann von allen Privatpersonen, Initiativen und sozialen Einrichtungen angefragt werden, die sich in Thüringen für Geflüchtete stark machen (wollen). Interessierte sind ausdrücklich eingeladen, sich an die AnsprechpartnerInnen des Projektes zu wenden.

Nächste Termine:
10. März, 15-18 Uhr, "Kleines Einmaleins der ehrenamtlichen Sprachförderung", Jena (Lobeda-West)
11. März, 10-17 Uhr, "Interkulturelle Kompetenz im Ehrenamt", Erfurt
17. März, 16-19 Uhr, "Kleines Einmaleins der ehrenamtlichen Sprachförderung", Suhl
18. März, 9:00-15:30 Uhr, "Grundlagen und Werkzeugskiste DaZ", Jena


Mehr Infos auf: www.sprachnetz.kindersprachbruecke.dewww.sprachnetz.kindersprachbruecke.de

 

Tags: Kindersprachbrücke, Deutsch als Zweitsprache, Willkommenskultur

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