"Wir brauchen Hilfe beim Helfen"

Mit diesem Appell richtet wendet sich Ernst-Martin Stüllein, Geschäftsführer des Multikulturellen Zentrums L’Amitié in Gotha an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit Landeswelle Thüringen schildert Stüllein die Arbeit des Vereins und lobt das Engagement der Thüringerinnen und Thüringer für die Flüchtlinge. Viele, vor allem junge Menschen, hätten sich auch bei seinem Verein gemeldet und wollten mit anpacken.

Das Interview mit Ernst-Martin Stüllein zum Nachhören:   

Willkommenskultur

Freitags wird gespielt - Lebenshilfe-Werk Weimar-Apolda unterstützt Flüchtlingskinder

Beim gemeinsamen Spiel vergessen die Flüchtlingskinder ihre SorgenWeimar, 3. September 2015. Nach einem Hilfeaufruf des Weimarer Asylbewerberheims, KITA-Plätze anzubieten, hat die KITA „Hufeland“ spontan zwei Kinder aufgenommen. Darüber hinaus kommen seit Mitte Juni jeden Freitag Mitarbeiterinnen der Frühförderung in das Heim und bieten eine Spielgruppe für kleine und große Kinder an. Das Projekt wird mit großer Freude angenommen.
Seit Mitte Juni biegt jeden Freitagvormittag ein ganz besonderes Auto in die Zufahrt zum Asylbewerberheim Weimar ein. Bepackt mit immer neuen Bastel– und Spielideen für Groß und Klein sind es die Mitarbeiterinnen der Frühförderung des Lebenshilfe-Werkes. Das Lebenshilfe-Werk ist eine Mitgliedsorganisation des Paritätischen.

Anett Grobe: „Zu Beginn unserer Spielgruppenzeit klingelten wir anfangs noch jedes Mal an den Türen der Familien, die kleine Kinder haben, und versuchten verständlich zu machen, dass heute wieder Spielgruppe ist und wir uns freuen würden, wenn sie kommen. Seit rund vier Wochen aber warten die Kinder schon an den Fenstern und kommen ohne jede Aufforderung. Sie fragen, was wir mithaben, bestaunen den Inhalt des Kofferraumes und wollen am liebsten alles mit auf den kleinen Platz vor dem Asylbewerberheim nehmen, auf dem wir jeden Freitag spielen, basteln, quatschen und rumalbern. Einige Kinder kommen seit dem ersten Tag, aber auch neue Augen schauen uns jede Woche leuchtend an und wollen mitmachen. Vereinzelt schauen auch Eltern zeitweise von der Nähe oder Ferne zu.“

Den Anfang zu der Aktion machte Manuela Wenzel, Leiterin der Sozialberatung im Heim, mit ihrer Bitte im Jugendhilfeausschuss, KITA-Plätze anzubieten. Das Lebenshilfe-Werk reagierte. Bereits im Frühjahr hatten sich Beschäftigte und Nutzer der Einrichtung an der Spendenaktion „Weimar hilft“ beteiligt. Für Rola Zimmer, Geschäftsführerin des Lebenshilfe-Werkes, sind solche Aktivitäten ein Herzensanliegen: „Ausgrenzung findet ständig statt. Nur im Umgang mit Schwächeren und der Bereitschaft, Andersartigkeit als Gewinn und nicht als Bedrohung zu betrachten, beweist eine Gesellschaft ihre Stärke“. Das Lebenshilfe-Werk ist auch Mitglied im Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus.

Tags: Flüchtlinge, Flüchtlingskinder, Willkommenskultur, Lebenshilfe Weimar/Apolda

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