"Wir brauchen Hilfe beim Helfen"

Mit diesem Appell richtet wendet sich Ernst-Martin Stüllein, Geschäftsführer des Multikulturellen Zentrums L’Amitié in Gotha an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit Landeswelle Thüringen schildert Stüllein die Arbeit des Vereins und lobt das Engagement der Thüringerinnen und Thüringer für die Flüchtlinge. Viele, vor allem junge Menschen, hätten sich auch bei seinem Verein gemeldet und wollten mit anpacken.

Das Interview mit Ernst-Martin Stüllein zum Nachhören:   

Willkommenskultur

Geflüchteten Menschen auf Augenhöhe begegnen

Neudietendorf, 4. September 2015. Eine unendliche Welle der Hilfsbereitschaft geht durch Thüringen. Viele Thüringerinnen und Thüringer engagieren sich ehrenamtlich, um den geflüchteten Menschen, die hier Zuflucht gefunden haben, zu helfen. Gemeinsam soll eine Kultur des Willkommens geschaffen werden. Darüber waren sich die Mitgliedsverbände des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ einig. Noch enger will man sich angesichts der Herausforderungen vernetzen, verabredeten die Verbände bei dem Treffen, zu dem der Paritätische und das Bildungswerk Blitz eingeladen hatten. Gleichzeitig war man sich auch darüber einig, dass neben der Etablierung einer Willkommenskultur und der Unterstützung ehrenamtlicher Tätigkeit auch klare Worte gegen rassistisches Gedankengut und menschenfeindliche Hetze notwendig sind.

Die Zahl der Übergriffe auf geflüchtete Menschen, Notunterkünfte und Asylbewerberheime hat in den vergangenen Monaten in erschreckendem Umfang zugenommen. Judith Tuchscheerer, Koordinatorin des Projektes „Schau HIN“: „Die Förderung und auch Forderung einer menschenrechtsorientierten Öffentlichkeit ist sehr wichtig, um der menschenverachtenden Besetzung des Themas entgegenzuwirken. Für die Verbände und Vereine bedeutet dies Rassismus offen beim Namen zu nennen, um menschenfeindliche und antidemokratische Hetze nicht anschlussfähig werden zu lassen.“
Wichtig für eine gelingende Willkommenskultur ist es, geflüchteten Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Das machte ein Berater des Thüringer Flüchtlingsrates in der Runde deutlich. Es sei wichtig, offene Räume zu schaffen, in denen eine Begegnung mit geflüchteten Menschen auf Augenhöhe möglich sei. Bei der Hilfe sollten Aktivitäten mit geflüchteten Menschen und die Schaffung von Teilhabeprojekten im Mittelpunkt stehen, so der Rat.
Der Paritätische ist durch das Projekt „Schau HIN“ seit 2013 in dem Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ vertreten. Die Tagung in der Krügervilla bot den anwesenden Projektkoordinatorinnen und Projektkoordinatoren die Möglichkeit des gemeinsamen Austausches über Projektbelange, Bedarfe und Fragen untereinander. Die sozialen Wohlfahrtsverbände Paritätischer Thüringen, Diakonie Mitteldeutschland e.V., Arbeiterwohlfahrt Landesverband Th. e.V., Heimatbund Th. e.V., NaturFreunde Th. e.V., Arbeit und Leben Th. e.V. als auch der Thüringer Feuerwehr-Verband und der Landessportbund Th. e.V. haben ein vielfältiges Angebot zum Thema Willkommenskultur und engagieren sich in vielfältiger Form gegen Rassismus. Die Regiestelle des ZdT-Programms lädt Aktive und ehrenamtlich Engagierte aus Vereinen und Verbänden zur Fachtagung „Nah Dran“ am 5./6. November 2015 nach Magdeburg ein.
Weitere Informationen zu „Schau HIN“ finden Sie unter www.demokratiestark.de

Tags: Flüchtlinge, Schau HIN

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