"Wir brauchen Hilfe beim Helfen"

Mit diesem Appell richtet wendet sich Ernst-Martin Stüllein, Geschäftsführer des Multikulturellen Zentrums L’Amitié in Gotha an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit Landeswelle Thüringen schildert Stüllein die Arbeit des Vereins und lobt das Engagement der Thüringerinnen und Thüringer für die Flüchtlinge. Viele, vor allem junge Menschen, hätten sich auch bei seinem Verein gemeldet und wollten mit anpacken.

Das Interview mit Ernst-Martin Stüllein zum Nachhören:   

Willkommenskultur

Gespräch mit Landtagsabgeordneten: "Gesellschaftliche Integrationsleistung steht ganz oben an"

Politfrühstück des Paritätischen mit LandtagsabgeordnetenNeudietendorf, 9. Dezember 2015. Für die sozialräumliche Integration von Flüchtlingen setzt sich der Paritätische in Thüringen besonders ein. Das machten die VertreterInnen des Paritätischen in einer Gesprächsrunde mit Thüringer Landtagsabgeordneten deutlich. „Die gesellschaftliche Integrationsleistung steht für uns ganz oben an“, unterstrich der Landesgeschäftsführer des Paritätischen, Reinhard Müller, in der Runde. In regelmäßigen Abständen tauscht sich der Paritätische mit den Landtagsabgeordneten über allgemein interessierende Fragen aus. Das jetzt vorliegende Integrationskonzept der Landesregierung sei begrüßenswert, müsse aber an der ein oder anderen Stelle noch ergänzt werden, so der Paritätische. Beispielhaft für die sozialräumliche Integration ist nach Meinung des Paritätischen ein Projekt des Family-Clubs in Erfurt.


Einig war sich die Runde auch darin, dass die sprachliche Bildung der Schlüssel zu einer gelingenden Integration sei. Der Paritätische machte erneut deutlich, dass diese Sprachausbildung nicht nur an den Schulen erfolgen könne. Hier müsse auch die Schulsozialarbeit eingebunden werden, die die Brücke zu Vereinen und Organisationen vor Ort sei. So sei auch eine direkte Anbindung in den sozialen Nahraum möglich. Entsprechende Konzepte des Paritätischen liegen vor.

Außerschulische Angebote im Quartier für Sprachunterricht und eine Ausweitung der Jugendhilfelandschaft sind weitere Vorschläge des Paritätischen. Für die Integration der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge müssten rechtzeitig ausreichend Kapazitäten aufgebaut werden, so die VertreterInnen des Sozialverbandes. Außerdem müsse Klarheit darüber geschaffen werden, wie die schulische Ausbildung der jungen Flüchtlinge gestaltet werden könne. Viele sind 17 oder 18 Jahre alt und fallen damit rein rechtlich aus der Schulpflicht heraus. Hier müssten pragmatische Lösungen gefunden werden. Außerdem drängt der Sozialverband darauf, dass ab Januar alle SchulsozialarbeiterInnen, die jetzt in einigen Kreisen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreuen, wieder an ihre Schulen zurückkehren. Eine entsprechende Forderung der Grünen findet die Unterstützung des Paritätischen. Und: Bei der Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt solle die Sozialwirtschaft als eine der starken Säulen der Thüringer Wirtschaft mit einbezogen werden.

Gesprochen wurde mit den Abgeordneten auch über die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung auf dem Land und über präventive Drogenarbeit, vor allem im Hinblick auf die Designerdroge Crystal Meth. Hier müssten völlig neue Wege der Prävention gegangen werden, unterstrich Renate Rupp vom Paritätischen die Notwendigkeit von Lösungen.

Tags: Flüchtlinge, Unbegleitete Flüchtlingskinder, Flüchtlingshilfe

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