"Wir brauchen Hilfe beim Helfen"

Mit diesem Appell richtet wendet sich Ernst-Martin Stüllein, Geschäftsführer des Multikulturellen Zentrums L’Amitié in Gotha an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit Landeswelle Thüringen schildert Stüllein die Arbeit des Vereins und lobt das Engagement der Thüringerinnen und Thüringer für die Flüchtlinge. Viele, vor allem junge Menschen, hätten sich auch bei seinem Verein gemeldet und wollten mit anpacken.

Das Interview mit Ernst-Martin Stüllein zum Nachhören:   

Willkommenskultur

Neues Projekt „Fit fürs Miteinander" – Wie Interkulturelle Öffnung im Verein gelingen kann

Das Logo des Projektes Fit fürs MiteinanderNeudietendorf, 24. Februar 2017. Für Antje Ebersbach steht fest: „Integration ist keine Einbahnstraße.“ Die Mitarbeiterin der Kindersprachbrücke weiß, dass die Integration von Geflüchteten Anstrengungen von beiden Seiten erfordert: Von denen, die bei uns ein neues Zuhause gefunden haben und von denen, die ihnen hier das Ankommen erleichtern wollen. Vereine spielen in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle: Hier lernen sich die Menschen kennen, hier gestalten sie ihre Arbeit oder/und ihre Freizeit zusammen. Wie macht man die Vereine und diejenigen, die dort haupt- oder ehrenamtlich tätig sind, fit fürs Miteinander? Antworten auf diese Frage gibt es in einem Projekt des Paritätischen Thüringen, das sich dem Thema Interkulturelles Lernen im Verein verschrieben hat. Dabei sollen Wege aufgezeigt werden, wie dieses Miteinander gelingen kann. Auftakt ist bei einem Fachtag, der am Mittwoch, 29. März in Neudietendorf stattfindet.


Antje Ebersbach spricht in diesem Zusammenhang von einer „individuellen Herausforderung“. Wenn eine entsprechende persönliche Motivation bei den Menschen vorhanden sei, dann sei damit die wichtigste Voraussetzung für ein gelingendes Miteinander geschaffen. Ebersbach ist Sozialpädagogin und Trainerin für Interkulturelle Bildung bei der Kindersprachbrücke Jena und Dozentin bei dem Projekt des Paritätischen. Sie wird das Projekt auch bei dem Fachtag am 29. März gemeinsam mit Franziska Feistel vom Paritätischen Thüringen vorstellen.

Projektleiterin Antje Steinborn hebt hervor, dass in den Vereinen Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, aber auch verschiedenen Erwartungen aufeinandertreffen. Hier ist es nach ihrer Einschätzung erst einmal wichtig, die notwendige Transparenz zu schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen, Missverständnisse zu vermeiden. Gemeinsames und beständiges Interkulturelles Lernen in Vereinen ist dafür unerlässlich. Und genau das soll das neue Projekt des Paritätischen im Rahmen einer fünftägigen Weiterbildung angehen.

Gerade die Vereine, die im sozialen Bereich tätig sind, stehen hier nach Meinung von Ebersbach in einer besonderen Verantwortung. Sie haben Erfahrung in der Inklusion, im Abbau von Barrieren, im Ermöglichen sozialer Teilhabe. Von diesen Erfahrungen könnten sie und sollten sie profitieren. Es gibt viele Vereine, so die Erfahrung von Ebersbach, die schon eine gute Willkommenskultur leben. „Wenn diese Kultur des Willkommens vorhanden ist, dann funktioniert das in der Regel gut“, sagt sie.

Das Projekt „Fit fürs Miteinander“ soll genau diese schon existierenden Beispiele vorstellen und gemeinsam soll nach Wegen gesucht werden, wie die dort gemachten Erfahrungen auf andere Vereine übertragen werden können. Lernen am Modell ist der Ansatz. „Ich will Praxisprojekte integrieren“, sagt sie. Denn für die Dozentin ist auch klar: „Es gibt keinen Weg, der komplett richtig oder falsch ist.“ Vielmehr könne man von den unterschiedlichen Ansätzen und den dabei gemachten Erkenntnissen profitieren.

Für Ebersbach ist es besonders wichtig, dass man beim Interkulturellen Lernen nicht besondere Wege geht, sondern die eingeschlagenen Wege erweitert, dass man das Ganze als eine Querschnittsaufgabe betrachtet. Der Blick solle so erweitert werden, dass der einzelne Mensch, seine Erfahrungen, seine kulturellen Hintergründe, seine individuellen Bedürfnisse wieder im Fokus stehe, dass man wegkomme von der Frage, was Geflüchtete benötigen hin zu der Fragestellung, was benötigt der Mensch.

Den Mehrwert für die Teilnehmenden an dem Projekt definiert sie so: „Sie lernen Methoden kennen, die sie ausprobieren können, sie können von dem Erfahrungsschatz der anderen profitieren, sie sind besser vernetzt und haben Ansprechpartner.“

Der Fachtag „Fit fürs Miteinander?!“ findet am Mittwoch, 29. März, von 9 bis 13 Uhr im Haus der PARITÄT in Neudietendorf statt. Dabei werden Expertinnen und Experten aus verschiedenen Praxisfeldern der sozialen Arbeit ihre Erfahrungen vorstellen und über Handlungsbedarfe diskutieren.

Weitere Informationen zum Fachtag und zum Projekt unter www.parisat.dewww.parisat.de

 

Tags: Willkommenskultur, Fit fürs Miteinander

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