"Wir brauchen Hilfe beim Helfen"

Mit diesem Appell richtet wendet sich Ernst-Martin Stüllein, Geschäftsführer des Multikulturellen Zentrums L’Amitié in Gotha an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit Landeswelle Thüringen schildert Stüllein die Arbeit des Vereins und lobt das Engagement der Thüringerinnen und Thüringer für die Flüchtlinge. Viele, vor allem junge Menschen, hätten sich auch bei seinem Verein gemeldet und wollten mit anpacken.

Das Interview mit Ernst-Martin Stüllein zum Nachhören:   

Willkommenskultur

Runder Tisch von Schau HIN: Netzwerk der Integrations-Hilfe wird in Weimar noch enger geknüpft

Der Runde Tisch von Schau HIN brachte die Akteure der Integrationspolitik in Weimar zusammenWeimar, 28. Juni 2016. Integration ist eine kommunale Querschnittsaufgabe und kann nur gelingen, wenn möglichst viele Akteure eingebunden sind. Ein Gesprächsforum, das die Vernetzung der vielen Organisationen und Verbände auf diesem Gebiet vorantreibt, war der von dem Projekt „Schau Hin“ initiierte Runde Tisch unter dem Motto „Integration jetzt! Und morgen?“ Das Netzwerk der Hilfe soll noch enger geknüpft werden. Und am Ende stand auch die Verabredung, sich ein bis zwei Mal pro Jahr in diesem Kreis wieder zu treffen, um sich gegenseitig über den Stand der Integrationsbemühungen auf dem Laufenden zu halten.


Integration ist kein Zustand, sondern ein fortlaufender dynamischer Prozess – das machten auch die Beiträge der etwa 20 VertreterInnen von Stadt, Jobcenter, Universität, ‚Vereinen und Organisationen bei dem Runden Tisch deutlich. Und es wurde auch die Spannbreite sichtbar, in der sich Integrationsarbeit abspielt: Das reicht von Kitas über Schulen bis zur Berufsausbildung, das reicht von Wohnen über Gesundheitseinrichtungen bis hin zu Sport- und anderen Vereinen. Wichtig ist auch, dass Integration nur in einem gesellschaftlichen Klima der Toleranz, der Akzeptanz und gegenseitigen Wertschätzung Erfolg haben kann – in einem Klima also, in dem Ausgrenzung, Diskriminierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben.

Derzeit leben nach den Worten von Bürgermeister Peter Kleine in Weimar etwa 670 Menschen mit Flüchtlingsstatus. Die Stadt Weimar verfolgt das Konzept einer weitgehenden dezentralen Unterbringung und hat dafür etwa 200 Wohnungen im Stadtgebiet angemietet. 500 Personen leben derzeit in diesen Einzelwohnungen, in den drei Gemeinschaftsunterkünften der Stadt sind aktuell noch etwa 150 Personen untergebracht. Die Stadt sucht weiter nach Wohnungen für Geflüchtete. „Wenn Sie Vermieter kennen, wenden Sie sich bitte direkt an mich“, so der eindringliche Appell des Bürgermeisters an die Runde. In den Weimarer Kitas sind etwa 50 Kinder aus Familien von Geflüchteten, 140 könnten betreut werden. In den Schulen der Stadt stehen ausreichend Plätze zur Verfügung, um die schulpflichtigen Kinder aus geflüchteten Familien aufzunehmen.

In der Diskussion ergaben sich viele Ansatzpunkte für eine noch bessere Kooperation der an der Flüchtlingsarbeit Beteiligten. So sollen verstärkt Anstrengungen unternommen werden, die Angebote für Geflüchtete auf einer Internet-Plattform zusammenzufassen. Der Appell, der von diesem Runden Tisch ausging: „Wir alle tragen gemeinsam die Verantwortung für eine gelingende Integration, in der niemand seine Identitäti, Kultur oder Religion aufgeben muss. Denn Integration ist keine einseitige Anpassung, gleich in welche Richtung.“

Das Treffen in Weimar war das erste, das im Rahmen der Ausweitung von Schau HIN auf den Themenbereich „Flucht und Asyl“ stattgefunden hat. Mit dieser Veranstaltungsreihe werden Begegnungen und Raum für Diskussionen und Vernetzung der jeweils regional aktiven Akteure in der Flüchtlingsarbeit geschaffen. Weitere Veranstaltungen in den Paritätischen Kreisgruppen sind in Vorbereitung, um ein individuelles und partizipatives Vernetzungsangebot für die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Landesverbands Thüringen zum Themenbereich auf den Weg zu bringen.

Tags: Flüchtlinge, Migration, Schau HIN, Integration

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