Verein "Mit Hunden helfen": Tiere geben Unterstützung nach einem Schlaganfall oder bei Demenz

gute nachbarn hunde1Schkölen. Margot Kuhr (unser Bild zeigt sie mit zwei Therapiehunden) warnt: „Nicht erschrecken, die kläffen gleich ordentlich los, sind aber völlig ungefährlich.“ Als sie dann mit den beiden Tieren fürs Foto vor die Tür tritt, herrscht Ruhe, kein Bellen oder Knurren. Dabei findet Kuhr eigentlich, dass ihre Hunde sich in der Freizeit ruhig austoben können. „Die sind hier schließlich nicht auf Arbeit“, sagt sie und lacht.

Bei Margot Kuhr laufen die Fäden des Vereins „Mit Hunden helfen“ zusammen, der inzwischen mehr als 40 Mitglieder in Thüringen hat. Vereinszweck ist die Beförderung der Kyno­therapie. Kuhr selbst bietet zum Beispiel Physiotherapie mit Hund an. „Ein Patient kann dazu animiert werden, zum Beispiel nach einem Schlaganfall bestimmte Bewegungen wieder zu erlernen.“ Das fällt oft schwer. Wenn aber ein Hund dabei ist, gelingt es manchen Menschen leichter, etwa den Fuß zu heben, unter den sich der Hund geduldig legt. Mitunter werden Hunde auch eingesetzt, um zum Beispiel psychisch geschädigten Patienten näherzukommen, die mit anderen Mitteln nicht erreicht werden.

Das Problem: Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen eine derartige Therapie nicht. „Prinzipiell kann jeder Haushund ein Begleithund sein oder werden. Das gilt auch für andere Haustiere. Für deren Kosten dürfen die Kassen allerdings nicht aufkommen, da sie nicht in den Regelbereich der Hilfsmittel nach § 33 Sozialgesetzbuch 5 fallen“, heißt es dazu zum Beispiel von der Barmer. Zwar können die Kosten für eine solche Therapie tatsächlich oft privat getragen werden – in Notfällen möchte der Verein aber die Kosten tragen, wenn eine Person es sich nicht leisten kann, obwohl die Therapie helfen könnte. „Die Therapie soll nicht nur für gut Betuchte sein“, so Kuhr .

Mit einer Hundetherapie lässt sich nicht unbedingt eine Krankheit austherapieren. „Aber viele Symptome lassen sich lindern“, sagt sie. Zum Beispiel bei Demenz-Patienten. „Auch die kriegen sehr wohl noch viel mit.“ Selbst Narben am Ohr des Hundes würden von dementen Personen erkannt und ertastet. Dafür muss der Hund natürlich ruhig sein, darf im Zweifel nicht zu laut bellen oder beißen. Huskies seien da eher ungeeignet, so Kuhr . Besser seien Golden Retriever oder Labradore.

Text und Bild: Florian Girwert/TLZ

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