Verein "Tierisch - menschlich" hilft Kindern mit und ohne Behinderung

 Der Verein "Tierisch-menschlich" aus WormstedtWormstedt. Sie und ihre Therapietiere geben sich mit ganzem Herzen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung hin – im Verein „Tierisch-Menschlich“ aus Wormstedt (Weimarer Land). Auf einem Hof mit Stall und Koppel empfangen die Mitglieder regelmäßig Gäste und führen sie mit den Therapietieren – das sind die beiden Ponys Monty und Pedro sowie der Shia-Inu-Rüde Tamiko – zusammen.

Die vierbeinigen Freunde der 34 Vereinsmitglieder sind als Brückenbauer und Eisbrecher im Einsatz. So richtet sich das Angebot der Ehrenamtlichen etwa an Menschen mit Kontaktschwierigkeiten. Doch auch die Belastung durch Wahrnehmungs-, Sprach-, Konzentrations- und Bewegungsstörungen können im direkten Umgang mit den ruhigen, ausgeglichenen und treuen Tieren abgemildert werden. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, Menschen mit Behinderungen sowie von Behinderung bedrohte Menschen in das gesellschaftliche Leben zu inkludieren, deren Lebensqualität zu verbessern. Die Gesundheits- und Bewegungsförderung im Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur ist unser Hauptanliegen“, erklärt Vereinsmitglied Kerstin Reichardt .

Alles fing mal klein an – wurde die Idee aus der eigenen Betroffenheit in der Vereinsfamilie geboren. Eines der Gründungsmitglieder ist selbst gehörlos. Obwohl ihm sein Umfeld zur Seite stand und eigens Gebärdensprache erlernte, fühlte er sich oft einsam und ausgeschlossen.

Sein Zuhause fand er, als er Zeit im Stall mit den Tieren verbrachte. „Sie sind völlig wertungsfrei und geben sehr viel Vertrauen sowie Geborgenheit“, erklärt Kerstin Reichardt . Außerdem urteilen sie nicht und nehmen den Menschen so an, wie er ist. Durch diese Erkenntnis beschlossen die Familienmitglieder, auch andere Menschen in ihrer Not zu unterstützen und ihnen zu helfen. Auch aus fachlicher Sicht wussten die Vereinsmitglieder, was auf sie zukommen würde, so sind einige Mitglieder Fachkraft für tiergestützte Intervention, Erzieher, Altenpfleger oder Ergotherapeut. Am 11. April 2015 gründete sich der Verein und machte aus einer persönlichen Betroffenheit eine Herzensangelegenheit.

Kurz vor ihrem vierten Geburtstag will die Vereinsfamilie ihr Engagement weiter ausbauen. So ist eine Neuauflage eines Events geplant, das seit der Vereinsgründung jedes Jahr Besucher über die Kreis- und Landesgrenzen nach Wormstedt führt. Wenn alles mit der Finanzierung klappt, könnte es wieder ein großes buntes Programm für Menschen mit und ohne Behinderung geben – mit Wettspielen wie Schubkarrenrennen oder Sackhüpfen, Ponyreiten und Kutschfahrten. Auch ist ein Besuch der DRK-Hunderettungsstaffel aus Naumburg sowie eine Dressurquadrille im Gespräch. Es müssten jedoch noch Sponsorenzusagen abgewartet werden. Zuletzt erfreute sich das große Sommerfest mit 300 Besuchern wachsender Nachfrage. Doch auch sonst ist der Verein gefragt. Damit ergab sich auch die Notwendigkeit, unabhängig von Wind, Wetter und Licht zu arbeiten, was gerade im Winter ein Problem ist. „Um das zu erreichen, ist die Errichtung einer Therapie-Reithalle geplant“, erklärt Schatzmeisterin Beatrice Homberger .

Die Gemeinde stehe hinter dem Projekt und habe bereits Unterstützung hinsichtlich des Bebauungsplanes zugesichert. Auch seien die Anwohner und vor allem Nutzer des Vereins­angebotes von der Idee begeistert. Um ein so großes Projekt Wirklichkeit werden zu lassen, bräuchte es aber nicht nur jede helfende Hand und Herzblut – die Eigenmittel des Vereins müssten auch durch finanzielle Zuwendungen gestärkt werden.


Text und Bild: Martin Kappel/TLZ

 

 

 

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