Mensch, Du hast Recht

Aktionswoche „Wohnen ist Menschenrecht“ – Auch in Thüringen fehlt zunehmend bezahlbarer Wohnraum

Menschenrechtskampagne Thema Wohnen

 

Erfurt/Berlin/Neudietendorf, 2. Mai 2018. Immer mehr Menschen können sich das Wohnen nicht mehr leisten. Es fehlt massenhaft preiswerter und bezahlbarer Wohnraum. Darauf machte die Aktionswoche „Wohnen ist Menschenrecht“ des Aktionsbündnisses „AufRecht bestehen“ aufmerksam. Die Aktionswoche läuft noch bis zum Sonntag. Auch in Thüringen fehlt vor allem in den größeren Städten Erfurt, Jena und Weimar zunehmend bezahlbarer Wohnraum. Allein in Erfurt sind die Mieten zwischen 2006 und 2015 um 26 Prozent gestiegen. In Jena liegen die Kaltmieten nach Angaben der dortigen Initiative „Recht auf Stadt“ sogar über dem Bundesdurchschnitt. In Thüringen sank der Anteil an Sozialwohnungen auf dem Wohnungsmarkt zwischen 2005 und 2017 von fünf auf zwei Prozent.


„Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen", so heißt es in Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.
Von der Realisierung des Menschenrechts auf Wohnen ist Deutschland allerdings weit entfernt. Es fehlt massenhaft bezahlbarer Wohnraum. Das betrifft nicht nur, aber im besonderen Maße die fast acht Millionen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung (Hartz IV, Sozialhilfe und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII und Asylbewerberleistungsgesetz) in Deutschland.

Die Belastung durch Wohnkosten ist eine häufige Ursache für die Unterschreitung des offiziellen Existenzminimums bei Leistungsberechtigten in der Grundsicherung. Das erfahren Sozialberater in ganz Deutschland immer wieder. „Nicht nur die Regelsätze sind zu niedrig, sondern die Leistungsbeziehenden zahlen regelmäßig größere Summen aus dem Regelsatz zu den Mietkosten hinzu.“ Obwohl als ‚angemessen‘ geltender Wohnraum kaum vorhanden sei, würden Betroffene zu Umzügen aufgefordert, um die Mietkosten zu senken. Fänden sie keine entsprechende Wohnung, müsste die Differenz aus dem Regelsatz getragen werden, heißt es in dem Aufruf zur Aktionswoche.

Die Aktionsgemeinschaft kritisiert auch, dass seit Jahren der soziale Sektor des Wohnungsmarktes immer weiter ausgedünnt wurde und die Gemeinwohlorientierung auf ein Minimum heruntergefahren wurde. Die Folgen seien galoppierende Mieten, steigende Wohnungslosigkeit und die Verdrängung einkommensarmer Haushalte aus normalen Wohnungen in Schrottimmobilien.

Die Nationale Armutskonferenz, die die Aktion trägt, ist ein Netzwerk aus bundesweiten Wohlfahrtsverbänden, Fachverbänden, Gewerkschaften und Selbstorganisationen der Armutsbekämpfung. Im Bündnis „Auf Recht Bestehen" haben sich verschiedene regionale und überregionale Erwerbsloseninitiativen zusammengeschlossen. Der Paritätische ist Mitglied in der Nationalen Armutskonferenz.

Der Paritätische Gesamtverband setzt sich im Rahmen seiner Kampagne "Mensch, du hast Recht" insbesondere auch für das Menschenrecht auf Wohnen ein. Mehr Infos hierzu:

http://www.der-paritaetische.de/schwerpunkte/mensch-du-hast-recht/recht-auf-wohnen/http://www.der-paritaetische.de/schwerpunkte/mensch-du-hast-recht/recht-auf-wohnen/

 

Tags: Sozialer Wohnungsbau, Wohnungsmarkt, Wohnungslosigkeit, Mensch Du hast Recht

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