Mit Kampagnen wichtige Themen in die Öffentlichkeit tragen

Ob Pflege oder zivilgesellschaftliches Engagement, ob der Wunsch nach einer gerechteren und solidarischeren Gesellschaft oder die bessere Positionierung unserer paritätischen Werte in der Öffentlichkeit – mit Kampagnen geht der Paritätische Thüringen, häufig auch in Kooperation mit anderen, immer wieder an die Öffentlichkeit. Medienpartner wie LandesWelle Thüringen oder die TLZ helfen dabei, unsere Anliegen in Thüringen bekannt zu machen.

Mit der Kampagne „Pflege braucht Helden“ wurde gemeinsam mit den Partnern des Thüringer Pflegepaktes eine erfolgreiche Imagekampagne für die Altenpflege auf den Weg gebracht.

Der Thüringer Kinder- und Jugendpreis – eine gemeinsame Aktion der Paritätischen BuntStiftung und der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen – zeichnet jedes Jahr herausragende Projekte der Kinder- und Jugendarbeit im Freistaat in den unterschiedlichsten Themengebieten aus. 

Die gemeinsame Aktion von LandesWelle, TLZ und Paritätischem „Gute Nachbarn – gute Taten“ stellt herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement vor und zeigt, dass die Thüringerinnen und Thüringer zusammenstehen.

Zehn Jahre lang wurden mit der alljährlichen Spendenaktion „Thüringen sagt Ja zu Kindern“ Projekte der Kinder- und Jugendarbeit in ganz Thüringen unterstützt. Dabei kam weit mehr als eine Million Euro an Spendengeldern zusammen.

Die Aktion „UmFAIRteilen“ wirbt für eine gerechtere und solidarischere Steuerpolitik in Deutschland.

Unterstützt vom Paritätischen wird die landesweite Kampagne „Thüringen braucht Dich“, mit der um Fachkräfte im Freistaat geworben wird.

Mit dem Paritätischen Wertedialog sollen die Paritätischen Werte einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Retter im Reparier-Cafe in Jena

gute nachbarn repariercafeJena. Kaputte Dinge zu reparieren, geht nicht mehr, denken viele. Geht doch. Ein Fahrrad, bei dem immer die Kette runter springt, Omas altes DDR-Rührgerät, das nicht mehr läuft, oder nur eine durchgescheuerte Jeans, die mit einem Flicken wieder tragbar wird. Das alles und noch viel mehr kann im Reparier-Café wieder nutzbar gemacht werden. Es läuft so gut, dass als räumliche Notlösung ein alter Bus zur Werkstatt umfunktioniert werden musste. „Eine alte Dame brachte uns mal einen elektrischen Hund, der nicht mehr lief“, erzählt Oda Beckmann vom Reparier-Café. Motor kaputt. Die Techniker haben ihm das Fell abgezogen und einen gebrauchten Motor aus einem anderen Gerät eingebaut und zugenäht. OP gelungen. „Danach lief der Hund schneller als zuvor“, sagt die 33-Jährige.

Das Strahlen der Leute sei immer das Schönste, wenn ein alter, geliebter Gegenstand wieder zum Leben erweckt werde.
Oda Beckmann hat zusammen mit Ideengeber Max Dornheim und Christina Erben das Jenaer Reparier- Café ins Leben gerufen. Nach einem Facebook-Aufruf meldeten sich 300 Leute. Gekommen sind dann erst mal nur drei. Mittlerweile gebe es jeden Monat regelmäßig Freiwillige, die seit fünf Jahren durchschnittlich 1500 erfolgreiche Reparaturen durchgeführt haben. Ziel ist, dass die Leute ihre Dinge unter Anleitung selbst reparieren. Neben dem Effekt, dass Geräte und andere reparierbare Dinge nicht vorschnell im Müll landen, sei das soziale Miteinander mindestens genauso wichtig. „Wenn ein 15-Jähriger das Radio eines Rentners repariert und beide ins Gespräch kommen, ist das so wertvoll“, sagt Oda Beckmann .

Das wecke Verständnis für beide Seiten. So würden sich Alt und Jung mit Themen beschäftigen, die sie sonst nicht diskutieren würden. „Es wird bei uns viel über Nachhaltigkeit, geredet.“ Und die Älteren erzählen den Jungen, dass es früher ganz normal war, Dinge zu reparieren, statt sie wegzuwerfen.

Seit vergangenem Herbst besitzt das Projekt einen ausgedienten Linienbus, der in 500 ehrenamtlichen Stunden umgebaut wurde. Bezahlt wurde er mit Lottomitteln der Postcode-Lotterie. Der Bus hat jetzt alles, was ein Reparier-Café braucht. Eine Nähmaschine, eine Werkbank, Schränke nebst Stauraum für Werkzeug sowie einige Tische. Im April wird er erstmals zum Einsatz kommen.

„Aber eigentlich ist er nur eine Notlösung“, sagt Beckmann . Es gebe in Jena einfach keine Freiräume für Projekte wie das ihre. Nach wie vor suchen die Reparier-Enthusiasten einen Raum und finden ihn in Jena nicht.
Gefragt nach der Ersatzteilbeschaffung erzählt Oda Beckmann von der engen Kooperation mit dem Kommunalservice Jena (KSJ). Seit vergangenem Jahr können Techniker des Projekts Ersatzteile auf dem Wertstoffhof entnehmen. Auf den städtischen Elektroschrott-Containern klebt zudem ein Aufkleber des Reparier-Cafés und ruft dazu auf, die Geräte lieber zu reparieren, statt wegzuwerfen, und verweist auf das Projekt.

Text und Bild: Conny Winkler (TLZ)

 

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Bürgerstiftung Weimar vernetzt alleinlebende Senioren

gute nachbarn seniorenWeimar. Jeden Morgen um halb acht greift Heidi aus Weimar zum Hörer und ruft erst einmal eine ältere Dame an, die noch gar nicht so lange zu ihrem Bekanntenkreis gehört. Die beiden Frauen wünschen sich fröhlich einen Guten Morgen und tauschen sich kurz darüber aus, wie es ihnen geht und was es Neues gibt – dann verabschieden sie sich. Heidi legt auf, und ihre Gesprächspartnerin wählt eine neue Nummer: die einer Seniorin, die ebenfalls allein lebt und niemanden hat, der häufiger nach ihr schaut.

So geht es weiter, bis nach knapp einer Stunde der sechste Teilnehmer der Runde wieder bei Heidi anklingelt und ihr damit signalisiert: Alles in Ordnung, mir geht es gut. Mitunter hat sich in der Runde auch eine Verabredung für den Nachmittag ergeben, um länger zu plaudern, vielleicht auch gemeinsam spazieren zu gehen oder einen Kaffee zu trinken. Regelmäßige Treffen aller Teilnehmer gibt es – ganz nach Wunsch – sowieso.
Die Telefonkette ist eine von zweien, die vom Projekt „Weimars Gute Nachbarn“ der Bürgerstiftung Weimar initiiert wurde. Sabine Meyer , die eine Teilzeitstelle in dem Projekt hat, organisiert gerade die dritte. Die 36-Jährige weiß, dass das keine Weimarer Erfindung ist: Telefonketten gibt es auch in anderen Städten, und auch in Weimar haben Familien und Freundeskreise so etwas schon privat organisiert.

Die Telefonketten von „Weimars Gute Nachbarn“ sind aber insofern etwas Besonderes, als sie von Sabine Meyer für Senioren geknüpft wurden, die sich gar nicht kannten. Die sich aber entweder von allein oder auf Vermittlung etwa von Wohnungsgesellschaften an die Bürgerstiftung gewandt haben, weil sie sich einsam fühlen und gerne jemanden hätten, der wie ein guter Nachbar regelmäßig nach ihnen schaut und ihnen auf diese Weise Sicherheit vermittelt. „Oft wünschen sich Menschen, die nur wenige soziale Kontakte haben, dass sie sich mindestens einmal am Tag mit jemandem unterhalten können“, erzählt Sabine Meyer . Für viele dieser Senioren könne die Bürgerstiftung ehrenamtliche Helfer finden, die sich Zeit für einen Plausch nehmen, kleine Besorgungen übernehmen, mit den Senioren spazieren gehen oder sie zum Arzt und bei Behördengängen begleiten. Doch in manchen Fällen sei das einfach nicht zu leisten: Entweder könnten die Ehrenamtlichen nicht so viel Zeit wie gewünscht erübrigen oder die Senioren wohnen zu abgelegen. Um trotzdem schnell Abhilfe zu schaffen, schlägt Sabine Meyer dann vor, die Senioren in eine Telefonkette einzubinden – und dennoch parallel weiter nach einem Helfer zu suchen, der zu ihnen und ihren Bedürfnissen passt.

Wichtig ist, dass jede Telefonkette einen Kapitän oder eine Kapitänin wie Heidi hat – eine vertrauenswürdige Person, die nicht nur die Telefonnummern aller Teilnehmer hat, sondern auch die Kontaktdaten von Angehörigen, Ärzten oder ambulanten Pflegediensten, die dann zu benachrichtigen sind, wenn auch nach mehrmaligen Versuchen niemand abnimmt. Nicht zuletzt legt der Kapitän oder die Kapitänin die Reihenfolge fest, in der sich die Teilnehmer anrufen, und bindet neue Teilnehmer mit ein. „Für den Aufwand, der damit verbunden ist, erhalten die Kapitäne von uns eine kleine Entschädigung“, sagt Sabine Meyer .

Die zwei Damen, die die Kapitäninnen der ersten beiden Telefonketten sind, nutzen dieses Geld für Treffen, zu denen die Runden ein- oder zweimal im Monat zusammenkommen.

Den Kapitänen signalisieren die Teilnehmer der Telefonketten auch, wenn sie beispielsweise einen Arzttermin haben und deshalb nicht zu erreichen sind. „Manchmal wird das natürlich auch vergessen“, erinnert sich Sabine Meyer an einen Fall, als die Telefonkette in ihrer Not die Polizei alarmierte, die Beamten durch ein Fenster in die Wohnung kletterten – und dort niemanden antrafen. Der Bewohner war bloß bei seinem Doktor gewesen. „Trotzdem waren die Polizisten nicht sauer. Im Gegenteil: Sie finden unsere Telefonketten sehr gut.“
Derzeit werden durch das Projekt „Weimars Gute Nachbarn“ etwa 30 Senioren betreut – und genauso viele ehrenamtliche Helfer gibt es auch. Die geeigneten Paarungen zusammenzustellen, erfordere viel Fingerspitzengefühl, bestätigt Sabine Meyer . „Aber es ist eine wundervolle Arbeit“, sagt sie auch mit Blick auf die Vorgespräche mit den Senioren, die sehr dankbar dafür seien, dass sich endlich einmal jemand für sie und ihre Lebensgeschichte interessiert.
Die Seniorenbegleiter erwerben während ihrer Tätigkeit ein Zertifikat, das sie als Helfer ausweist und ihnen die nötigen Fähigkeiten attestiert, und sie tauschen sich bei regelmäßigen Treffen über ihre Erfahrungen aus. Dabei entstehen genauso Freundschaften wie andererseits unter den Senioren.

Sabine Meyer freut sich, dass das Ganze so gut läuft. Doch wie bei vielem im Leben braucht es dafür ein finanzielles Unterpfand, Zeitspenden allein reichen nicht, damit das Projekt gelingt. Pro Jahr sind dafür 10.000 Euro an Eigenmitteln nötig. Deshalb sind Geld- und Sachspenden – ob von Unternehmen oder Privatpersonen, die etwa runde Geburtstage begehen oder aus einem anderen Anlass Spenden sammeln – ebenso wie konkrete Projektpatenschaften jederzeit sehr willkommen.

Spendenkonto Weimars Gute Nachbarn; IBAN: DE74 8205 1000 0163 0514 37; BIC : HELADEF1WEM

Text: Sibylle Göbel (TLZ), Bild: pixabay

 

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Ein einzigartiges Busprojekt in Thüringen

bürgerbus

Stadtroda. Diethar Lumpe lässt es jetzt etwas ruhiger angehen. Mittagszeit in Stadtroda.. Er steht auf dem Parkplatz am Rodamarkt. Pause. Sein Blick wandert aber noch prüfend über die Liste. Vergessen, sagt er, wolle er schließlich nachher niemanden. „Man kennt seine Mitfahrer“, erklärt er. Lumpe gehört zum achtköpfigen Team, das den Bürgerbus in Stadtroda mit seinen zugehörigen Ortsteilen sowie der Gemeinde Schlöben betreut – bisher ist dieses Modell einzigartig in Thüringen . Bürger fahren für Bürger auf einer festgelegten Route zwei Mal in der Woche in die Stadt und wieder zurück. Das hilft vor allem den Senioren, die sonst Probleme hätten, aus entlegenen Gebieten die Kernstadt zu erreichen.
Eine Erfindung der Stadt Stadtroda ist der Bürgerbus aber nicht. „Wir sind in Weimar an der Lahn auf das Projekt aufmerksam geworden“, sagt Wolfgang Main. Er steht dem Seniorenbeirat in Stadtroda vor und gehört genauso zum Bürgerbus-Team wie Jürgen Seifert . Seit Mai 2016 rollt der Bürgerbus durch die Region, hat erst vor wenigen Wochen seine zweite erfolgreiche Fahrplanänderung erfahren. „Jetzt kommen die Menschen zwei Mal in der Woche in die Stadt“, erzählt Main.

Allerdings: Vor einem Jahr war es um das ehrgeizige Projekt nicht zum Besten bestellt. „Der Bürgerbus steht vor dem Aus“ titelten Zeitungen  damals, als klar war, dass ein neues Fahrzeug beschafft werden muss. Denn das Eco-Mobil des Landkreises, mit dem der Bürgerbus zu Beginn besorgt wurde, stand vor der Stilllegung.
Fördermittel aus dem Leader-Programm ließen aber auf sich warten. Ein Antrag aus dem Januar 2018 war Mitte des Jahres noch nicht beschieden. Mittlerweile können die Stadtrodaer aufatmen. „Wir sind für die Zukunft gerüstet“, sagt Main.
Der neue Bürgerbus wird ein Eco-Mobil sein, das mittlerweile bestellt ist. Im Herbst 2019 soll das neue Fahrzeug ausgeliefert werden.

Bis dahin rollt der Bürgerbus mit zwei Fahrzeugen durch die Region – mit der„Weißen Kuh des Bürgermeisters“, wie der Kleinbus der Stadtverwaltung scherzhaft genannt wird. Der zweite Tour-Tag wird mit einem Fahrzeug des Autohauses Dolge aus der Stadt abgesichert. „Dadurch können wir eine Zuverlässigkeit gewährleisten und müssen das Angebot nicht ausfallen lassen“, macht Main deutlich, dass der Bürgerbus davon lebt, dass er immer einsatzbereit ist.
32.000 Euro aus dem Leader-Programm werden demnächst in das neue Mobil investiert. 10.000 Euro haben regionale Unternehmer aufgebracht. „Die stehen alle hinter dem Projekt“, sagt Wolfgang Main.

Überhaupt können sich die Bürgerbus-Ehrenamtlichen über eine breite Unterstützung freuen. Sei es im Stadtrat oder in der Ärzteschaft. Weil vornehmlich Senioren das Angebot nutzen, um in die Stadt zu kommen und Arztbesuche abzuwickeln, war es von Beginn an wichtig, dass die Mediziner über das Angebot informiert sind. „Und alle machen mit“, sagt Wolfgang Main erfreut. Das bedeutet: Erklärt ein Bürgerbus-Mitfahrer beim Doktor, dass er auf die Abfahrtszeiten angewiesen ist, um wieder nach Hause zu kommen, dann wird auch in den Praxen flexibel gehandelt – Bürgerbus hat sich als „Codewort“ mittlerweile etabliert.

Dass das Angebot viel Gutes bewirken kann und eine Nische bedient, die der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wohl nicht abdecken könnte, wird auch einstigen Bedenkenträgern immer klarer. Zweifel im Infrastrukturministerium, das im Bürgerbus eine Konkurrenz zu den örtlichen Busunternehmern gesehen hatte, sind aus Sicht von Wolfgang Main zerstreut. Denn es gebe in Stadtroda regelmäßige Treffen mit den Verkehrsbetrieben. Die hätten bestätigt, dass sie die Route, die der Bürgerbus nimmt, nicht wirtschaftlich betreiben könnte.

Im Infrastrukturministerium will man sich noch nicht positionieren zum Bürgerbus, wartet noch auf die Ergebnisse einer Studie. Sie werde, sagt eine Sprecherin aus dem Haus von Ministerin Keller (Linke), in den nächsten Wochen vorliegen.
Gleichwohl: Das Stadtrodaer Projekt hat es bereits in die Köpfe von Politikern geschafft. Prominentes Beispiel ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD). „Ich habe ihm davon erzählt“, sagt Wolfgang Main, der als einer von mehr als 100 Ehrenamtlichen zum Empfang beim höchsten Repräsentanten der Bundesrepublik eingeladen war.
Mittlerweile können die Bürgerbusfahrer auf eine erste Bilanz verweisen, seit das Projekt im Mai 2016 gestartet ist. 10.000 Kilometer haben sie im ersten Jahr abgespult und 1000 Fahrgäste befördert. Eine Route ist seit Januar 100 Kilometer lang. An 21 Stellen wird gehalten. Das achtköpfige Team wechselt sich stets ab mit den Fahrtschichten. „Wir stellen die Software, die Stadt kümmert sich um die Hardware“, bringt es Wolfgang Main auf eine einfache Formel.
In der Regionalen Aktionsgruppe ( RAG ) des Saale-Holzland-Kreises blicken die Mitarbeiter zufrieden auf das Projekt in Stadtroda . „Es ist besser angelaufen, als wir das erwartet haben“, sagt Franziska Ta Van dieser Zeitung. Sie lobt das ehrenamtliche Engagement der Fahrer aber auch die Bürgermeister von Stadtroda , Klaus Hempel , und Schlöben , Hans Peter Perschke , die sich sehr für das Gelingen eingesetzt hätten. „Das Projekt lebt davon, dass es nicht aufgesetzt ist“, sagt sie.

Wo die Zukunft hinführt? An Fahrern mangelt es nicht. Auch Anfragen umliegender Gemeinden, ob der Bürgerbus nicht auch hierhin fahren könne, gibt es schon. Eine Erweiterung der aktuellen Route erscheint aber nicht sinnvoll.
Man könne, sagt Main, auf einen weiteren Tag ausweichen. Dann würde der Bus dienstags, mittwochs und donnerstags fahren. Dass das Platzangebot für den kostenfreien Service in Zukunft mit acht Sitzen ausreicht, davon ist er überzeugt. „Wir mussten bisher niemanden stehen lassen“, sagt er. Auch in Weimar an der Lahn, das Ideengeber für das Stadtrodaer Projekt war, reiche ein Acht-Sitze-Fahrzeug aus. Zumal das einen weiteren Vorteil hat: Die Fahrer müssen keinen Personenbeförderungsschein nachweisen, der wiederum zusätzliche Prüfungen und Kosten verursachen würde.
Wie wichtig das Angebot in Zukunft noch werden könnte, das zeigt ein Blick in die Bevölkerungsprognose für Stadtroda und seine Gemeinden. 2025 werden 43 Prozent der Menschen in der Stadt und ihren Gemeinden 60 Jahre und älter sein und dann möglicherweise auf dieses Mobilitätsangebot angewiesen.

Sicher können die Mitfahrer sein, dass sie auf engagierte Begleiter wie Diethard Lumpe treffen. Der setzt am Rodamarkt noch zwei Haken auf der Passagierliste, damit auf der Rücktour niemand vergessen wird – dann ist aber wirklich erstmal Pause.

Unser Bild zeigt Diethard Lumpe mit Wolfgang Main (Mitte) und Jürgen Seifert (rechts)

Text und Bild: Fabian Klaus (TLZ)

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Teilhabe ist ein Menschenrecht: Protestaktion am 5. Mai in Berlin – Fest der Inklusion in Weimar

Menschenrechtskampagne Thema Teilhabe

 

 

Weimar/Berlin, 3. Mai 2018. Menschen mit Behinderung haben einen Anspruch auf gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereichen der Gesellschaft. Oft hapert es jedoch an der Umsetzung. Auch deswegen ist im Rahmen des „Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung" am 5. Mai bundesweit lautstarker Protest angesagt. Das diesjährige Motto lautet: "Inklusion von Anfang an". Aktionen gibt es auch in Thüringen. So feiert das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda am 5. Mai rund um das Mon Ami am Goetheplatz in Weimar sein traditionelles Fest der Inklusion.

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Aktionswoche „Wohnen ist Menschenrecht“ – Auch in Thüringen fehlt zunehmend bezahlbarer Wohnraum

Menschenrechtskampagne Thema Wohnen

 

Erfurt/Berlin/Neudietendorf, 2. Mai 2018. Immer mehr Menschen können sich das Wohnen nicht mehr leisten. Es fehlt massenhaft preiswerter und bezahlbarer Wohnraum. Darauf machte die Aktionswoche „Wohnen ist Menschenrecht“ des Aktionsbündnisses „AufRecht bestehen“ aufmerksam. Die Aktionswoche läuft noch bis zum Sonntag. Auch in Thüringen fehlt vor allem in den größeren Städten Erfurt, Jena und Weimar zunehmend bezahlbarer Wohnraum. Allein in Erfurt sind die Mieten zwischen 2006 und 2015 um 26 Prozent gestiegen. In Jena liegen die Kaltmieten nach Angaben der dortigen Initiative „Recht auf Stadt“ sogar über dem Bundesdurchschnitt. In Thüringen sank der Anteil an Sozialwohnungen auf dem Wohnungsmarkt zwischen 2005 und 2017 von fünf auf zwei Prozent.

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Paritätischer: „Eine gute pflegerische Versorgung ist ein Menschenrecht“ – Umfassendes Maßnahmenpaket gegen den Pflegenotstand nötig - In Thüringen kommen auf 100 offene Stellen in der Pflege nur 14 Arbeitssuchende

Menschenrechtskampagne - PflegeErfurt/Neudietendorf, 27. April 2018. Der Pflegenotstand in Thüringen ist groß. Das belegen neue Zahlen der Bundesregierung. Im vergangenen Jahr waren in Thüringen durchschnittlich 735 Stellen in der Altenpflege nicht besetzt. Auf 100 offene Stellen kommen nur 14 Arbeitssuchende. Dramatischer sieht die Situation nur in Sachsen und Rheinland-Pfalz aus, wo auf 100 offene Stellen 13 arbeitslose Pflegefachkräfte kommen. Eine Kursänderung in der Pflegepolitik in Deutschland fordert der Paritätische im Rahmen seiner Menschenrechtskampagne „Mensch, Du hast Recht!“

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Paritätischer fordert Paradigmenwechsel auf dem Wohnungsmarkt – Bezahlbarer und sozial verträglicher Wohnraum muss geschaffen werden


Wohnen

 

Erfurt/Neudietendorf, 27. Februar 2018.  In Thüringens größeren Städten wird der Wohnraum knapp. Immer mehr Menschen suchen nach vor allem preislich günstigen Wohnungen. Familien und Alleinstehende sowie Geringverdiener sind von dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum besonders betroffen. Deshalb stellt der Paritätische das Thema Wohnen auch als eines der zentralen Elemente der Menschenrechtskampagne „Mensch, Du hast Recht!“ vor. Der Verband fordert vor allem ein Vorantreiben des sozialen Wohnungsbaus. Hier sind dringend neue Initiativen und Anstrengungen erforderlich. Der Paritätische pocht auf einen Paradigmenwechsel in diesem Bereich - weg von einer Politik, die Wohnen als Ware fördert und hin zur Schaffung und Sicherung von bezahlbarem und sozial verträglichem Wohnraum.

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Danke für zehn Jahre "Thüringen sagt Ja zu Kindern" - Mehr als 60 Projekte mit 1,14 Millionen Euro unterstützt

Das Logo der Aktion Thüringen sagt Ja zu KindernWeimar/Neudietendorf, 10. August .2017. Die Öffentlichkeit für den besseren Schutz von Kindern zu sensibilisieren – mit diesem Ziel ist „Thüringen sagt Ja zu Kindern“ 2007 gestartet. Gemeinsam haben sich der Paritätische Thüringen, die Thüringische Landeszeitung (TLZ), das Sozialministerium, der Landtag und ANTENNE THÜRINGEN auf die Fahnen geschrieben, ein kinderfreundliches Klima in Thüringen zu befördern und wichtige Kinderschutzprojekte finanziell zu unterstützen. Dieses gesteckte Ziel wurde nicht nur erreicht, sondern sogar weit übertroffen! Unser Bild: Die letzten 1536,27 Euro, die noch auf dem Spendenkonto verblieben sind, gingen an die Elterninititative krebskranker Kinder in Jena. Sibylle Göbel (TLZ, links) und Hartmut Kaczmarek, Profiler des Paritätischen, überreichten den Scheck an die Geschäftsführerin der Initiative, Katrin Mohrholz.

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