„Thüringen sagt Ja zu Kindern“ lässt viele Kinderwünsche wahr werden

Danke sagten Mütter und Kinder aus WolfersdorfErfurt/Wolfersdorf, 22. Februar 2017. Viele Wünsche werden jetzt im Suchthilfezentrum für Mutter und Kind in Trockenborn-Wolfersdorf wahr. Das Zentrum ist eine Einrichtung des Vereins Wendepunkt und ist im mitteldeutschen Raum einzigartig. Es ist eines der fünf Projekte, die in diesem Jahr bei der Spendenaktion „Thüringen sagt Ja zu Kindern“ bedacht wurden. Mütter und Kinder, aber auch die Geschäftsführenden des Vereins strahlten, als sie bei der Scheckübergabe aus den Händen von Stefan Werner, Landesgeschäftsführer des Paritätischen, den Scheck in Höhe von 24.930,18 Euro entgegennehmen konnten. Mütter und Kinder bedankten sich auf ihre ganz spezielle Art und Weise bei den Initiatoren der Aktion.  Insgesamt kamen in diesem Jahr bei der Spendenaktion 124.650,82 Euro zusammen, die auf die fünf Projekte aufgeteilt wurden.


Das Spendengeld aus der Aktion „Thüringen sagt Ja zu Kindern“ soll in Wolfersdorf zum Ausbau der professionellen Frühförderung von Kindern verwendet werden. Diese wird nicht aus den regulären Kostensätzen finanziert. Außerdem sind räumliche Veränderungen zur besseren Betreuung der Mütter mit Babys und Kleinstkindern geplant. Es soll ein Rückzugsraum geschaffen werden und außerdem auch eine spezielle Rückzugsmöglichkeit für die Kinder (Snoezelraum), stellte Stefan Werner die Vorhaben vor, die mit dem Spendengeld in Wolfersdorf verwirklicht werden sollen.

Das Zentrum in Wolfersdorf hat sieben Plätze für drogenabhängige Mütter und ihre Kinder und ist im mitteldeutschen Raum einzigartig, unterstrich Werner bei der Vorstellung des Projektes. Das Konzept, das dort verfolgt wird, gab es vorher noch nicht. Anstatt nämlich die Müttergetrennt von ihren Kindern zu betreuen, wagen dort Mütter mit ihren Kindern gemeinsam den Schritt in ein neues drogenfreies Leben, bauen eine neue Beziehung zueinander auf. „Mutter und Kind erhalten hier die notwendige Hilfe, damit auch die Kinder wieder eine Familie finden, in der sie Zuneigung finden, in der sie behütet und beschützt werden.“

Helmut Kreuter, der Geschäftsführer des Vereins Wendepunkt, lobte anlässlich der Spendenübergabe auch die Öffentlichkeitsarbeit, die „Thüringen sagt Ja zu Kindern“ über die Medienpartner Antenne Thüringen und Thüringische Landeszeitung leistet. Viele Thüringerinnen und Thüringer würden durch die intensive Berichterstattung erst auf die Projekte und die Angebote für Menschen in Not aufmerksam.
Verdienst der Aktion, so Stefan Werner, sei es auch, den Blick dorthin zu lenken, „wo Menschen nicht so gern hinschauen, wo aber Hoffnung und Unterstützung ganz wichtig ist.“ Werner dankte ebenso wie alle anderen den Thüringerinnen und Thüringern, die durch die großzügigen Spenden helfen, die Not von Thüringern Kindern zu lindern.

Er wies auch darauf hin, dass die Aktion nur deshalb so erfolgreich sein könne, weil viele fleißige Helferinnen und Helfer im Hintergrund aktiv seien. Ob es die Reporterinnen und Reporter von Antenne Thüringen und TLZ seien, das Sekretariat von Antenne Thüringen, wo die organisatorischen Fäden zusammenlaufen oder auch die Mitarbeiterinnen des Paritätischen, die das Spendenkonto betreuen und die Spendenquittungen ausstellen. Nur durch deren Einsatz ist es möglich, dass kein Cent des Spendengeldes für organisatorische Kosten draufgeht, sondern jede Spende in vollem Umfang den fünf Projekten zu Gute kommt.

Groß ist die Freude auch im Kinderhaus in Weimar. Dort kann man sich jetzt einen langgehegten Wunsch erfüllen: Die Einrichtung auch am Wochenende öffnen. Für viele Kinder in Weimar ist das Kinderhaus der Anker, ein geschützter Raum, in dem sie einfach Kind sein können, aber auch ihre Sorgen und Ängste loswerden können, so TLZ-Chefredakteur Nils R. Kawig bei der Übergabe des Schecks. Deshalb hätten sie sich schon lange gewünscht, auch am Wochenende dort einen Anlaufpunkt zu haben.

Landtagspräsident Christian Carius, der Schirmherr der Aktion, überreichte den Scheck an das Projekt Klinikclown Knuddel an der Universitätsklinik in Jena. Seit 16 Jahren besucht Knuddel alias Dorothea Kromphardt jede Woche seine Freunde auf der Krebsstation. Mit viel Schabernack erfreut er die schwerkranken Kinder und entlastet so auch ein wenig die Eltern und Geschwisterkinder. Möglich ist Knuddels Arbeit allein durch Spenden. „Deshalb sind wir so unendlich dankbar“, sagte Helge Sven Dittmann vom Vereinsvorstand der Thüringischen Landeszeitung.

Völlig neue Perspektiven sehen auch die Verantwortlichen des Kreisjugendrings Kyffhäuserkreis durch die gewaltige Spendensumme für die Arbeit des dortigen Kindertisches. Bislang bereiteten die Kinder dort einmal pro Woche mit Hilfe eines Profikochs eine warme Mahlzeit zu. Das kann jetzt fortgesetzt und sogar auf andere Wochentage und möglicherweise auch Ferienwochen ausgedehnt werden. Außerdem können jetzt mehr Kinder teilnehmen, unter anderem diejenigen, die selbst den geringen Obulus von 1,50 Euro bislang nicht aufbringen konnten.

Die Jenaer Caputs, ein Rollstuhlbasketballverein, können jetzt endlich auch einen Hol- und Bringdienst für Kinder mit Handicaps aus der Umgebung einrichten. Denn vielen Eltern aus den Kleinstädten und Dörfern rund um Jena ist es nicht möglich, ihre Kinder wenigstens einmal pro Woche zum Training zu bringen. So eröffnen sich auch hier für Kinder mit Handicap neue Perspektiven für sportliche Betätigung und das Schließen neuer Freundschaften. Die Spenden ermöglichen jetzt auch die Anschaffung weiterer Rollstühle, so Lars Christink, Gründer der Jena Caputs.
Für den Schirmherrn der Aktion, Landtagspräsident Christian Carius, ist die Aktion ein Zeichen gelebter Solidarität in Thüringen. In den vergangenen zehn Jahren kamen durch die Spendenaktion 1,14 Millionen Euro zusammen. Thüringen sagt Ja zu Kindern ist eine Gemeinschaftsaktion des Paritätischen Thüringen, Antenne Thüringen, der TLZ, des Landtags und des Bildungsministeriums.

Foto: Marco Schmidt

Tags: Christian Carius, Thüringen sagt Ja zu Kindern, Stefan Werner

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