„CORA – Netzwerk Thüringer Frauenzentren zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ startet in eine neue Runde

Neudietendorf 02/03/2011 - Das paritätische Projekte CORA, ein seit 2009 durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördertes, Thüringer Netzwerk von Frauenzentren zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geht weiter. Damit reagiert der Paritätische Thüringen insbesondere auf die weiterbestehenden Gefahren der Langzeitarbeitslosigkeit und des Armutsrisikos bei Frauen und Alleinerziehenden. Auch dem Thema Fachkräftemangel, als wirtschaftspolitisches Synonym der aktuellen demografischen und ökonomischen Entwicklung in Thüringen, wird sich das Projekt zukünftig stärker widmen. „Erwerbspersonen werden älter und die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, so die einfache Formel. Gleichzeitig wird das Potential an Arbeitskräften nicht vollständig genutzt“, konstatiert Annett Reichert, Leiterin der CORA-Netzwerkkoordinierungsstelle. Um das Arbeitskräftepotential, vor allem bei Frauen voll auszuschöpfen, müssen die Faktoren der Arbeitsmarktpolitik mit den Bereichen der sozialen Arbeit verbunden werden.

Dementsprechend haben sich der der Paritätische Thüringen und die Beauftragte für die Gleichstellung von Frau und Mann des Freistaates Thüringen, Johanna Arenhövel zum Ziel gesetzt, die Thüringer Frauenzentren und frauenspezifische Einrichtungen als kompetente Partner für Arbeit, Familie und Leben zu etablieren. Auf Grund des niedrigschwelligen Zugangs zu Frauen, Familien und auch Männern in unterschiedlichen Belastungsphasen des Lebens und den Erfahrungen aus der am 31.12.2011 abgeschlossenen Modellprojektphase, wird in den frauenspezifischen Einrichtungen ein professionelles arbeitsmarktpolitisches Unterstützungskonzept erarbeitet und eingeführt. Damit trägt das Netzwerk auch den Forderungen des Europäischen Sozialfonds Rechnung und trägt einen wesentlichen Teil zur Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung, zur sozialen Eingliederung von Benachteiligten und zur besseren Erreichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern bei. Neben der Integrationsbegleitung, die das familiäre und soziale Umfeld einbezieht, bietet das Netzwerk unterstützende Angebote und Qualifizierungen, die den Frauen Perspektiven eröffnen. Ebenso sind die Akteure des Netzwerkes auch Impulsgeber für Existenzgründungen sowie für die Schaffung neuer Beschäftigungsfelder in ihren jeweiligen Regionen. Darüber hinaus bauen sie intensiv Kontakte zu kleinen und mittelständischen Unternehmen auf, um hier für Maßnahmen der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf zu sensibilisieren. „Uns ist wichtig, dass Vereinbarkeit von Privat- und Erwerbsleben als ganzheitliche und generationenübergreifende Aufgabe verstanden wird“, betont Julia Heidekrüger, Referentin für Frauen und Familie des Paritätischen Thüringen.

Das Beratungs-, Hilfs- und Unterstützungsangebote zur Vereinbarkeit von Privat und Erwerbsleben wichtig sind, wird auch zunehmend von der Wirtschaft erkannt. Dass diese auch nachhaltig finanziert werden müssen ist aus Sicht des Paritätischen Thüringen nur folgerichtig. Bisher sind die gesetzlichen und förderpolitischen Rahmenbedingungen sehr begrenzt und hemmen eine qualitative Weiterentwicklung von Angeboten und Ideen. “Wir wollen und müssen Frauen, die in ihren Beruf zurückkehren wollen, den Rücken stärken“, sagt Heidekrüger. Mit Netzwerken wie „CORA“, setzt sich der Sozialverband dafür ein, dass die Chancen insbesondere für alleinerziehende und benachteiligte Frauen im Beruf steigen und sie mit ihrer Arbeit ein gutes Einkommen erzielen können. Thüringen braucht gut ausgebildete Fachkräfte, schon jetzt zeichnet sich in vielen Branchen ein Mangel ab.

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