„Braune Musikwelt - von Grauzone bis Rechtsrock" – Vortrag und Diskussion im Bürgerzentrum „Bertha von Suttner" in Sömmerda

Neudietendorf/Sömmerda 25/03/2014 Am 26. März 2014 lädt das Paritätische Beratungsnetzwerk „Schau HIN" um 18 Uhr ins Bürgerzentrum „Bertha von Suttner" in Sömmerda ein. Thema des Informationsabends ist die „Braune Musikwelt - von Grauzone bis Rechtsrock". In Kooperation mit dem Berliner Verein apabiz wollen die Veranstalter einen Einblick in die rechte Musikszene geben und dafür sensibilisieren, dass Musik ein besonderes Instrumentarium der ideologischen Hetze sein kann. Der Umstand, dass in Sömmerda für Juni 2014 der sogenannte „Tag der Nationalen Jugend" angemeldet worden ist, zeige wie wichtig solche Veranstaltungen sind. Handelt es sich doch beim „Tag der Nationalen Jugend" um eine rechtsextreme Veranstaltung, die mit Hilfe von Musik und der Präsentation von rechtem Lifestyle versuchen möchte, menschenverachtende Ideologie zu verbreiten und ein antidemokratisches Gemeinschaftsgefühl im Sinne der völkischen Ideologie zu erzeugen. Diese Veranstaltung „Braune Musikwelt - von Grauzone bis Rechtsrock" ist Teil einer Reihe, die das neue Beratungsnetzwerk des Paritätischen in Thüringen zu verschiedenen Themenaspekten durchführt.

„Schau HIN" wendet sich gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit und steht für demokratische Teilhabe. Im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe" und mit Unterstützung durch das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit setzt das Paritätische Beratungsnetzwerk ein deutliches Zeichen gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit und antidemokratische, diskriminierende oder alltagsrassistische Verhaltensweisen. „Insbesondere vor dem Hintergrund weiterhin bestehender rechter Einstellungen und mit Blick auf die Themen Integration und interkulturelle Öffnung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist es umso wichtiger, gemeinsam hinschauen", erläutert Projektleiterin Christiane Lochner-Landsiedel. Immer wieder zeigen Ereignisse, wie erst kürzlich in Weimar und Ballstädt, auf furchtbare Weise, wie wichtig es ist, rechten Kräften entgegenzutreten.

Auch die Ergebnisse des Thüringen-Monitors 2013 machen deutlich, dass es solche Beratungsnetzwerke braucht. Zwar sei die Zahl der Thüringer mit rechtsextremen Ansichten gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben, aber aus Sicht des Verbandes mit 12 Prozent immer noch hoch. „12 Prozent Ablehnung von Fremden oder Anderen, das sind nicht nur offensichtliche Neonazis. Das findet mitten in der Gesellschaft statt. Das ist Teil des Alltäglichen, das sind alltagsrassistische Verhaltensweisen, die sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen lassen. Hier müssen wir gemeinsam handeln", fordert Lochner-Landsiedel.

„Schau HIN" wird gefördert durch das Bundesministerium des Inneren im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe" und das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit.

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