Paritätischer fordert bessere Arbeitsbedingungen und mehr Zeit – Aktuelle Expertise belegt chronische Unterfinanzierung der ambulanten Pflege

Neudietendorf 08/05/2014 Die heute in Berlin vorgestellte Expertise des Paritätischen Gesamtverbandes zur Situation der ambulanten Pflege untermauert die Forderung nach einer deutlich höheren Vergütung für die ambulanten Pflegedienste. Laut Expertise lägen die Vergütungen im Durchschnitt um 48 Prozent zu niedrig. Nicht erst seit gestern weise der Paritätische Thüringen auf die chronische Unterfinanzierung der ambulanten Pflege hin. „Getan hat sich nichts, vielmehr haben sich die Rahmenbedingungen und die Arbeitsbedingungen in der ambulanten Pflege eher verschlechtert", sagt Stefan Werner, Sprecher des Paritätischen Thüringen. Vor allem seien es die Löhne für die Beschäftigten auf der einen Seite und die Zeit für Pflege und Zuwendung auf der anderen Seite, die durch die Unterfinanzierung der auf der Strecke bleiben.

So habe man die Finanzierungslücke bisher nur durch eine ganz erhebliche Arbeitsverdichtung aufgefangen können. Damit einher gehe eine enorme Arbeitsbelastung der Pflegekräfte. „Dass die ambulante Versorgung nicht unter diesem Druck schon längst zusammengebrochen ist, ist den Menschen zu verdanken, die vor Ort mit hohem Engagement und Einsatz arbeiten und für die Pflegebedürftigen da sind", so Werner. Der Paritätische Thüringen fordert deshalb eine deutlich höhere Vergütung für die ambulanten Pflegedienste. Damit Mehrkosten nicht auf die Pflegebedürftigen abgewälzt werden, seien auch höhere Leistungen in der Pflegeversicherung notwendig. Der Paritätische Gesamtverband geht von Mehrkosten in Höhe von rund einer Milliarde Euro jährlich aus.

Weitere Informationen sowie die Expertise finden Sie hier.

Drucken