Paritätischer „Ratschlag“ mit Mitgliedsorganisationen: Sozialministerin nahm viele Ideen, Sorgen und Anregungen mit.

RatschlagNeudietendorf.  Die Zusammenarbeit der freien Träger mit den Jugend- und Sozialämtern der Städte und Kreise in Thüringen klappt höchst unterschiedlich. Kein Wunder, dass es da eine der Hauptbitten an Thüringens neue Sozialministerin Heike Werner (Linkspartei) bei einem Gespräch im Haus der Parität in Neudietendorf war, hier für landeseinheitliche Standards zu sorgen, damit man auf landesweit verlässliche Entscheidungen bauen könne.

Ein ganzes Bündel an Ideen, Sorgen, Anregungen nahm die Ministerin nach diesem zweistündigen „Ratschlag“ mit den Mitgliedsorganisationen des Paritätischen mit. Da wurden Überprüfungen von Teilregelungen des Wohn- und Teilhabegesetzes ebenso eingebracht wie Probleme mit der Heimaufsicht.  Da wurde die Langfristigkeit von Programmen, beispielsweise für den Arbeitsmarkt in Erinnerung gerufen  wie auch die fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten für Suchtkranke beklagt.  In vielen dieser Angelegenheiten rannten die Vertreterinnen und Vertreter der MOs bei Heike Werner „offene Türen“ ein, allerdings musste auch sie immer auf die finanziellen Engpässe des Landes verweisen.

Einig waren sich die Teilnehmer in einer besseren Einbindung der Zivilgesellschaft bei neuen IdeRatschlagen und Initiativen, mit denen Flüchtlingen und Migranten in Thüringen geholfen werden kann. „Integrative Flüchtlingsarbeit“ habe für sie einen hohen Stellenwert, unterstrich Werner gerade im Hinblick auf den Arbeitsmarkt wie auch auf die Sprachvermittlung.  Als besonders positives Beispiel wurde eine Initiative aus Gera erwähnt, die anlässlich einer Neonazi-Demonstration vor der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenberg mit großem Erfolg ein Kinderfest innerhalb der Aufnahmeeinrichtung organisiert hatten.

Der Geschäftsführer des Paritätischen, Reinhard Müller, hob die Entschiedenheit hervor, mit der die Landesregierung beim Thema Flüchtlingspolitik agiere und auf dem Weg, in Thüringen eine Willkommenskultur zu etablieren, vorangekommen sei. Auch die Notwendigkeit einer engen Einbindung der erfolgreichen Schulsozialarbeit in die Arbeit mit Flüchtlingskindern hob Müller

Als Ziel ihrer Sozialpolitik umriss es Werner, die Teilhabe aller am sozialen Leben zu sichern. Sie nannte dabei die drei Gruppen, die für sie besonders im Fokus stehen:  Langzeitarbeitslosen, Migranten und  Menschen mit Behinderungen. Den Pflegepakt will sie weiterentwickeln und das öffentliche Gesundheitswesen stärken, unterstrich sie.

Die Ratschlags-Runden mit den Ministerinnen und Ministern der Landesregierung sollen in regelmäßigen Abständen als Gesprächs- und Informationsforum für die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen fortgesetzt werden.

Fotos: Andreas Kotter

Tags: Veranstaltung, Heike Werner, Pressemitteilung, Reinhard Müller, Ratschlag

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