Viele Thüringer wollen Flüchtlingen bei ihrem Start im Freistaat helfen

DSCN0909Neudietendorf, 30. Juni 2015. Viele Thüringer wollen Flüchtlingen bei ihrem Start im Freistaat helfen. Johannes Martin Schulz-Schottler, Rechtsanwalt in Erfurt und Vorstand im Thüringer Flüchtlingsrat (Bild), weiß aber auch, dass man für eine gezielte Hilfe eine gute Grundlagenbildung braucht. Dazu zählen für ihn beispielsweise Kenntnisse über die Arbeit von Jobcentern oder Ausländerbehörden oder auch darüber, wie das Asylverfahrensrecht läuft und welche Formulare man in diesem Verfahren ausfüllen muss.
Die breite Palette der rechtlichen Grundlagen für Flüchtlingsarbeit in Thüringen vermittelte Schulz-Schottler jetzt 26 TeilnehmerInnen einer vom PARITÄTISC HEN organisierten Weiterbildung. Die 26 ehren- und hauptamtlich in der Flüchtlingsarbeit Tätigen erfuhren im ersten Modul einer dreiteiligen Weiterbildung zu „Flüchtlingspaten“ beispielsweise, wie das europäische Asylsystem funktioniert. Sie wurden über Völkerrecht und internationalen Flüchtlingsschutz aufgeklärt und auch darüber, wie Asylverfahren in Deutschland laufen und an welchen Schnittstellen Hilfe und Unterstützung für Flüchtlinge und Asylbewerber besonders dringend ist. In einem zweiten Modul geht es am nächsten Freitag um „Haltung und Kommunikation in der Flüchtlingsarbeit“.

Die TeilnehmerInnen kamen unter anderem vom ASB, vom Verein L’amitié aus Gotha, aus kirchlichen Einrichtungen, vom Verein „Miteinander“ aus Mühlhausen, aber auch Naturfreunde und Diabetikerbund waren vertreten. Schulz-Schottler: „Wir brauchen mehr solcher Angebote“. Deshalb begrüßte er ausdrücklich die Initiative des Paritätischen. Wegen der großen Nachfrage wird es nach der Sommerpause einen zweiten Kurs in der Ausbildung zu Flüchtlingspaten geben. Schulz-Schottler ist davon überzeugt, dass ehrenamtliche Strukturen genau dort mit ihrer Hilfe ansetzen können, wo staatliches Handeln an seine Grenzen stößt. Für die Organisatoren der Weiterbildung beim Paritätischen ist erfreulich, dass sich schon beim ersten Treffen Ansätze zu einer notwendigen Netzwerkbildung zeigten.
Unterstützt wird die Weiterbildung, gemeinsam organisiert von der Paritätischen BuntStiftung, dem Paritätischen Bildungswerk und der Paritätischen Akademie, vom Thüringer Migrationsministerium. Am Ende der drei Module erhalten die TeilneherInnen ihre Zertifikate als „Flüchtlingspaten“. Die ersten Zertifikate wird am 29. August Thüringens Migrationsminister Dieter Lauinger (Grüne) überreichen.

Tags: Flüchtlinge, Migration, Migrationsberatung, Flüchtlingspaten

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