25 Jahre Sozialpolitik in Thüringen: Startbedingungen, Weichenstellungen, neue Herausforderungen

Diskutiert mit: Elke Lieback, Vorstandsmitglied des ParitätischenErfurt, 19. Oktober 2015. Ein Blick auf die soziale Landschaft in Thüringen zeigt, wieviel sich in den vergangenen 25 Jahren verändert hat. Aber es gibt auch noch viel zu tun: Thüringens soziale Landschaft muss demografiefest gemacht werden, die Integration der Flüchtlinge ist eine Riesenaufgabe, vor der Staat und Gesellschaft in Thüringen stehen, das Thema Pflege ist eine große Herausforderung, denn bei einer immer älter werdenden Bevölkerung gibt es zu wenig AltenpflegerInnen. Wie gelingt es Thüringen, diese Fachkräftelücke zu decken? Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens hat der Paritätische 25 neue Herausforderungen an die Thüringer Sozialpolitik formuliert.


Über die Sozialpolitik in Thüringen gestern, heute und morgen geht es bei einem gemeinsam vom Paritätischen und der Konrad Adenauer-Stiftung veranstalteten Fachtag am kommenden Montag, 26. Oktober in Erfurt. Gemeinsam mit Protagonisten von damals und von heute soll dabei zum einen eine Bilanz der Thüringer Sozialpolitik gezogen werden, zum anderen soll der Blick nach vorn, auf die neuen Herausforderungen gerichtet werden.
Mit dabei ist Thüringens zweiter Sozialminister Dr. Frank-Michael Pietzsch, der in seiner Amtszeit als Sozialminister die wesentlichen Grundlagen für die heutige Gestalt der sozialen Landschaft in Thüringen gelegt hat. Pietzsch ist heute Vorsitzender der Volkssolidarität in Thüringen. Er diskutiert gemeinsam mit der Landesgeschäftsführerin von pro familia, Elke Lieback (Foto), die auch Vorstandsmitglied des Paritätischen ist, und Michael Panse, dem langjährigen sozialpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und dem früheren Generationenbeauftragten Thüringens. Beim Rückblick werden natürlich auch die Konfliktfelder zwischen Sozialverbänden und Landesregierung nicht ausgespart. Erinnert sei nur an die Kampagne „Thüringen bleibt sozial“, in der die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege sich gegen massive Kürzungen im Sozialbereich zur Wehr setzte. Ein Teil der Kürzungen wurde auch zurückgenommen. Hintergrund waren geplante massive Streichungen im Kommunalen Finanzausgleich des Landes, die zu einer drastischen Einschränkung der Freiwilligen Leistungen der Thüringer Kommunen geführt hätten. Davon wäre vor allem der soziale Bereich getroffen gewesen. Auch der massive Protest gegen die schlechten Arbeitsbedingungen der ErzieherInnen in Thüringen in den Jahren 2008 und 2009 wird in den Diskussionen ebenso eine Rolle spielen wie die Frage des Verhältnisses zwischen Landesregierung und Sozialverbänden insgesamt.
In einer zweiten Runde geht es dann um die künftigen Herausforderungen der Thüringer Sozialpolitik. Mit dem derzeitigen Vorsitzenden der LIGA und Landesgeschäftsführer des Paritätischen, Reinhard Müller, diskutieren für die Koalitionsfraktionen die Vorsitzende des Sozialausschusses, Birgit Pelke (SPD) und für die Opposition Beate Meißner, die sozialpolitische Sprecher in der CDU in Thüringen. Dabei wird es auch um den Aufbau nachhaltiger Finanzierungsstrukturen für soziale Projekte in Thüringen gehen. Die Grundforderung des Paritätischen dabei: Die Vision eines „sozialen Thüringen“ sollte zum Leitbild der politischen Entscheidungen im Freistaat werden.
Die Veranstaltung findet am Montag, 26. Oktober, von 14 bis 17 Uhr im Com-Center Brühl in Erfurt, Mainzerhofstr. 10, statt. Anmeldungen zu der Veranstaltung nimmt dfie Konrad Adenauer-Stiftung unter

Tags: 25 Jahre Paritätischer, Konrad Adenauer-Stiftung, Frank-Michael Pietzsch

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