Pflegeberufe: Generalistische Ausbildung der richtige Weg - Aber noch Nachbesserungen nötig

Der Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Thüringen, Rolf HöfertNeudietendorf, 14. Januar 2016. Die Bundesregierung ist mit ihrem neuen Pflegeberufsbegesetz auf dem richtigen Weg. Das unterstreicht der Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Thüringen und Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes, Rolf Höfert. Mit dem Gesetz wird die von Pflege-Experten seit langem geforderte generalistische Ausbildung in der Pflege festgeschrieben. Der Abschluss der Pflegeausbildung soll mit einer Vertiefung bzw. einem Schwerpunkt in einem der Bereiche – Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege – erfolgen. „Der Notwendigkeit für eine generalistische Ausbildung vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der steigenden Anzahl multimorbider Pflegebedürftigkeit in allen Bereichen kann nicht mehr mit Sparten-Qualifikation begegnet werden“, so Höfert.

Er verweist darauf, dass auf der einen Seite in Alten- und Pflegeeinrichtungen viele schwerstkranke Versicherte pflegerisch zu versorgen seien, auf der anderen Seite aber in Krankenhäusern die Zahl der Patienten mit eingeschränkter Altagskompetenz (Demenz/Alzheimer) steige. Höfert mahnte aber dazu, sich für die Beratung des Gesetzentwurfes Zeit zu nehmen, da noch an einigen Stellschrauben nachjustiert werden müsste.

Auch Ulrich Schneider, der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, fordert von der Bundesregierung „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“ walten zu lassen. Ein Problem sieht er beispielsweise in der Ausbildung. „Unabhängig von der Frage, wie weit sich die Pflege eines Frühgeborenen mit der eines alten Menschen vergleichen lässt, ist von noch größerer Bedeutung die Frage, wo die Ausbildungseinsatzstellen für die vielen Pflegerinnen und Pfleger im Bereich der Säuglings- und Kinderpflege herkommen sollen. Statt 2.500 müssten mit Inkrafttreten des Gesetzes künftig jährlich rund 40.000 Auszubildende Pflichteinsätze in der Kinderkrankenpflege absolvieren“, so Schneider. Der Verband sieht darüber hinaus insbesondere noch Klärungsbedarf bezüglich der Finanzierung der Pflegeausbildung. Auch sei die Frage der tatsächlichen Ausbildungsinhalte noch nicht hinreichend konkretisiert worden.

Tags: Pflege, Pflegeausbildung, Pflegeberufsgesetz

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