„Weimar für wirklich alle“ – Lebenshilfe-Werk beteiligte sich am Protest gegen Rechtsextremisten

2016 02 09 LebenshilfeWeimar, 9. Februar 2016. „Im Gedankengut der Rechtsradikalen ist kein Platz für Menschen anderer Herkunft oder anderer Fähigkeiten.“ Rola Zimmer sagt das, die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Weimar/Apolda. Und deshalb gingen Vertreterrinnen und Vertreter der Lebenshilfe am vergangenen Wochenende mit in Weimar auf die Straße und beteiligten sich an dem breiten Bürgerbündnis gegen einen Aufmarsch der Rechtsextremisten. Im Lebenshilfe-Werk, so berichtet Rola Zimmer weiter, sei der Wunsch groß gewesen, sich aktiv gegen rechtsextremistische Tendenzen zur Wehr zu setzen.


Für die Menschen mit Behinderung wurden extra Aufklärungsmaterialien in einfacher Sprache erstellt. Außerdem fanden im Laden der Lebenshilfe „Am Palais“ in Weimar im Vorfeld zwei Plakatmal-Aktionen statt, die regen Zulauf fanden, nicht nur von Menschen, die in der Lebenshilfe engagiert sind, sondern auch von dem Malkurs „Die Freitagsmaler“ und von Kindern aus geflüchteten Familien. „Menschen mit Beeinträchtigung erfahren auch täglich die Entwicklungen, die gerade in Deutschland vor sich gehen. Unsere Aufgabe ist es, diese in leichter Sprache zu erklären, damit gesellschaftliche Beteiligung möglich ist. Das ist gemeint, wenn wir von Inklusion sprechen“, erklärt Rola Zimmer.
44 Vereine, Institutionen, Parteien und Einzelpersonen bereiteten in der Thüringer Klassikerstadt den Mahngang und die Proteste gegen die Neonazi-Demonstration vor. Das Motto des Protestes: „Weimar für alle! Alle für Weimar!“ Der Slogan soll die aktuelle Flüchtlingsdebatte aufgreifen und deutlich machen, dass sich Weimar seine Geschichte nicht verdrehen lässt.

Eröffnet wurde der Tag mit dem Mahn- und Gedenkgang zum 71. Jahrestag des Bombenangriffs auf Weimar am 9. Februar 1945. Der Gedenkgang endete mit Musik, Redebeiträgen und Straßentheater.
„Wir sind hier, weil wir uns immer wieder erinnern wollen, wozu der Mensch fähig ist“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Lebenshilfe-Werkes, Pfarrer Justus Lencer, nach einem Bericht der TLZ bei dem Gedenkgang. Eine der Stationen war die Richard-Strauß-Straße 4. Wo heute die integrative Kindertagesstätte der Lebenshilfe ihren Platz hat, stand früher ebenfalls eine Einrichtung für Kinder, die allerdings 1945 von einer Bombe getroffen wurde. „Wir brauchen solche Stätten, denn wir dürfen nicht vergessen, wer den Krieg angefangen hat, erklärte Lencer dort.

Tags: Lebenshilfe Weimar/Apolda, Rechtsextremismus, Bürgerbündnisse

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