"Emma Mai und der Habibi-Chor" beim Jahresempfang des Paritätischen

Emma Mai und der Habibi-Chor Foto:  Hamish John ApplebyNeudietendorf, 19. Februar 2016. „Habibi“ stammt aus der arabischen Sprache und bedeutet „mein Liebling“ oder „mein Liebster“. Für die Weimarer Sängerin Maria Antonia Schmidt hat das Wort einen wunderschönen Klang und eine schöne Bedeutung. „Es passt wunderbar zu unserem Chor“, sagt sie. Denn unter ihrem Künstlernamen Emma Mai tritt sie mit Sängerinnen und Sängern aus dem Weimarer Flüchtlingsheim auf und gibt Konzerte – ein gelungenes Beispiel, wie Integrationsarbeit ganz praktisch aussehen kann. Am kommenden Dienstag, 23. Februar, umrahmen Emma Mai und der Habibi-Chor den Jahresempfang des Paritätischen in der Krügervilla in Neudietendorf.


Fünfzehn Flüchtlinge bilden Chor, eine Jugendliche stammt aus dem Irak, die anderen aus Syrien. Die jüngsten Sängerinnen und Sänger sind elf Jahre alt, andere Mitte bis Ende 20. Mit dabei sind auch der Pianist Mario Krügerke, Gitarrist Stefan Rady, Schlagzeuger Christian Baum und Bassist Jan Frisch. Maria Antonia Schmidt nutzt den Künstlernamen Emma Mai abseits ihrer Band Chapeau Claque, die derzeit „aus familiären und geografischen Gründen“ ruht, wie sie in einem Interview mit der TLZ erklärte.

Musikalisch geht es bei Emma Mai und dem Habibi-Chor immer sehr gemischt zu: Einige Kinder rappen auf Arabisch, andere singen traditionelle Lieder, wieder andere singen auf Englisch. Und Emma Mai hat ein Lied auf Arabisch einstudiert. Mit dabei ist auch Ahmad Dandoush. Emma Mai nennt ihn ein „echtes syrisches Talent“. Der ist Teilnehmer der „Arab-Idol-Castingshow“.

Den Kontakt zu den Flüchtlingen hat Maria Antonia Schmidt selbst gesucht. Sie wollte wissen, wer die Menschen sind, welche Schicksale hinter ihrer Flucht stecken. Sie begann mit ehrenamtlicher Tätigkeit in der Kleiderausgabe und in der Kinderbetreuung, erzählt die Sängerin in dem TLZ-Interview. „Und so lernte ich ganz schnell viele der Flüchtlinge kennen.“ Ihre ersten Eindrücke: „Ich erlebe vor allem Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Freundlichkeit.“ Und sie bestätigt, was auch andere Menschen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, immer wieder unterstreichen: „Mein Verständnis für die Menschen aus Syrien und auch aus anderen Ländern ist sehr gewachsen.“

Erschreckend findet die Künstlerin, wie selbstverständlich der Tod für einige ist. „Man hört im Heim viel über die Geschehnisse in Syrien oder von auf der Flucht ertrunkenen Verwandten, von gestorbenen Kindern.“ Und auch die Nachrichten aus der Heimat sind für die Geflüchteten erschreckend. Da ist von zerstörten Häusern, von zerbombten Städten, von der täglichen Lebensgefahr und von getöteten Verwandten und Nachbarn di Rede. „Das ist für sie Alltag, auch noch hier im Land“, sagt die Sängerin. „Dabei begreift man auch, wie dankbar und glücklich diese Menschen sind, in Deutschland Schutz und Hilfe zu erhalten.“

Foto: Hamish John Appleby

Tags: Jahresempfang, Emma Mai und der Habibi-Chor

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