Geschnitzt und geschwitzt: Kulturlabor des Krügervereins machte Kindern viel Spaß

Fleißig geschraubt und gebohrt wurde an den TipisNeudietendorf, 1. Juli. Leise Trommelmusik klingt über die Wiese, untermalt von zwei Blockflöten und Rassel-Musikinstrumenten. „Alex, Du fängst langsam mit dem Beat an. Der Rest steigt dann ein.“ Florian Schmigalle leitet die Musikcombo, gibt Anweisungen, hält das Ganze auf Video fest. 12 Kinder und zwei Betreuer sitzen im Halbkreis zwischen zwei Indianer-Zelten und zwei Totempfählen. „Wir sind hier der Stamm der 14 Indianer“, sagt Schmigalle. Die 12 Mädchen und Jungen proben für den großen Auftritt am Freitag Nachmittag, wenn sie das Ergebnis ihrer einwöchigen Ferienfreizeit „Kulturlabor“ beim Krügerverein präsentieren. In diesem Jahr stand die Veranstaltung unter dem Motto „Blickfang“.


In bunten Farben erstrahlten die TipisFlorian Schmigalle ist weder Komponist und auch kein gelernter Musiker, er ist Diplom-Designer und arbeitet vorwiegend mit Holz. Eine Woche hat er hier mit den Kindern verbracht, eine Woche, in der gesägt und gehobelt wurde, geschnitzt und geschwitzt, gebohrt und gehämmert. Der elfjährige Alex zeigt stolz auf eines der Tipi-Zelte: „Hier habe ich ganz viele Latten angeschraubt“, erklärt er. Die elfjährige Maya hat unterdessen einen Farbtopf in der Hand und malt die Holzlatten an. „Es hat alles Spaß gemacht“, sagt die neunjährige Emma. Ihr gefällt vor allem, dass sie am Ende der Woche eine selbstgemachte Holzschüssel mit nach Hause nehmen kann, die sie aus einem zehn Zentimeter dicken Lindenholzstück herausgeschnitzt hat.
„Das alles ist hier ein Gesamtkunstwerk“, sagt Schmigalle. Das Thema Indianer hat sich im Laufe der Woche entwickelt, mittlerweile ist die Gruppe zu einem richtigen Indianerstamm zusammengewachsen, mit eigenem Namen, mit eigener Musik. Und am Nachmittag legen die Kinder zur Abschlusspräsentation auch noch echte indianische Kriegsbemalung an.
Der Stamm der 14 Indianer zwischen den selbstgebauten TipisAuf dem Rasen hinter den Gewächshäusern in Neudietendorf liegen auf dem Boden verstreut viele Sägespäne und zeugen von der Arbeit der vergangenen Tage. Da mussten Holzleisten zugeschnitten, zusammengeschraubt und bemalt werden, da wurden Weidenruten gebogen und für die Tipis verarbeitet, da wurden, teilweise auch in Heimarbeit, Traumfänger gebastelt und in den Tipis aufgehängt.
Was hier steht und am Nachmittag dann zur Präsentation in den Krügerpark geschafft wird, ist ein echter Blickfang geworden – und entspricht damit genau dem Motto des diesjährigen Kulturlabors. Denn: „Blickfänger schaffen es, uns auf unterschiedliche Weise kreativ werden zu lassen“, so Susan Ose, die Geschäftsführerin des Krügervereins.
„Blickfänger“, nur ganz anders als die handwerklichen Arbeiten der Kinder aus der Gruppe Holzbildhauerei, sind auch die Fotografien, die in der zweiten Gruppe des Kulturlabors entstanden sind. Die Fotografin Andrea Ludwig führt dort die Kinder in die Geheimnisse der Fotografie ein. Es ging um den richtigen Ausschnitt, das richtige Licht, aber auch das Thema Bildschnitt wurde behandelt. Herausgekommen sind eindrucksvolle Bilder, die ebenfalls am Nachmittag im Krügerpark präsentiert wurden.
Am Ende stand für alle Kinder das Fazit, das die elfjährige Maya zog: „Die ganze Woche hat mir gefallen.“

Tags: Kulturlabor

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