Ein ganz besonderer Supermarkt: CAP in Meiningen - Für Mitarbeitende mit Handicap ein großer Gewinn

Frische wird in dem CAP-Markt Meiningen groß geschriebenMeiningen. „Wir sind für Sie vor Ort: wo andere Supermärkte auf Größe am Stadtrand setzen, bieten wir die fußläufige Erreichbarkeit eines Nahversorgers.“ Der Supermarkt CAP in Meiningen ist immer gut besucht, die Kunden schätzen die Frische der Angebote, die freundliche Beratung. Aber etwas ist anders in diesem Supermarkt: Elf der insgesamt 22 Mitarbeitenden haben ein Handicap. Sie räumen nicht nur Waren ins Regal, sie beraten auch Kunden und sitzen an der Kasse. Das Geschäft in Meiningen wird durch die von der Lebenshilfe Meiningen gegründete Integrationsfirma LebenshilfeWerk Service- und Handelsgesellschaft mbH seit 2009 betrieben – und das in enger Kooperation mit den Genossenschaften der Werkstätten für behinderte Menschen Süd (GDW) in Sindelfingen. Der Cap-Markt in Meiningen war der erste seiner Art in Thüringen.


Die GDW hat dieses Konzept für den Lebensmitteleinzelhandel entwickelt, erprobt und in den vergangenen 15 Jahren an mehr als 100 Standorten bundesweit erfolgreich in Form von CAP-Märkten umgesetzt. Entscheidender Schwerpunkt ist die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen für Menschen, die durch ein Handicap benachteiligt sind und für die das Cap-Konzept als Lebensmittelpunkt dienen kann.

Leicht war der Anfang nicht, denn viele der Mitarbeitenden waren den Anforderungen nicht gleich gewachsen. Aber sie waren entschlossen zu bleiben. Sie haben viel gelernt, sich in ihren Fähigkeiten weiterentwickelt und der direkte Umgang mit den Kunden bereitet ihnen heute besonders viel Freude. Für die Mitarbeitenden mit Handicap ist das ein großer Gewinn. Sie entwickeln Selbstvertrauen, sind zusammen mit anderen Kollegen und Kunden und stehen mitten im Leben.

Menschen mit einer Behinderung erfahren bei Eingliederungsversuchen in den allgemeinen Arbeitsmarkt oft Schwierigkeiten und sind in der Regel nur schwer vermittelbar. „Trotz Fachkräftemangels und hervorragender Unterstützung durch die Integrationsämter tun sich Arbeitgeber oft schwer, Menschen mit Behinderungen einzustellen, selbst wenn diese hervorragend ausgebildet sind. Zwar steigt die Bereitschaft insgesamt, doch es gibt noch viel zu tun,“ so die Vorsitzende der Lebenshilfe Thüringen, Birgit Diezel. Deshalb leisten Integrationsfirmen zur Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt einen wichtigen Beitrag, um das Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung zu verwirklichen. „Denn Arbeit bedeutet auch dazu zu gehören“, so Diezel.

Das Logo des Unternehmenspreises Akzeptanz2012 erhielt der CAP Markt in Meiningen den Unternehmenspreis der Lebenshilfe Thüringen „Akzeptanz“. Begründet wurde dies mit der innovativen und beispielhaften Umsetzung der Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen. Auch in diesem Jahr lobt die Lebenshilfe gemeinsam mit der Thüringer Sozialministerin Heike Werner wieder diesen Unternehmenspreis aus. Gesucht werden Unternehmen, die in Eigenregie, in Kooperation mit Lebenshilfen oder anderen sozialen Organisationen Menschen mit Behinderung nachhaltig die Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen.

Die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern und der Bauernverband sind Partner des Preises, der von der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen gefördert wird. Bewerbungsschluss für den Thüringer Akzeptanz-Preis ist der 31. August.
Übrigens: Das Beispiel aus Meiningen macht Schule. Mittlerweile hat der zweite CAP-Markt –ebenfalls betrieben von der Lebenshilfe Meiningen – im November 2014 seine Türen in Sonneberg geöffnet.
Weitere Informationen über den Unternehmenspreis Akzeptanz unter
www.lebenshilfe-thueringen.de

 

Tags: Integration, Lebenshilfe Thüringen, Unternehmenspreis Akzeptanz

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