„Man darf nicht immer nur an sich selbst denken“: Ehrenamtliches Engagement beim Sommerfest gewürdigt

Gesichter des Ehrenamtes präsentierten sich auf der Bühne des SommerfestesNeudietendorf, 18. August 2016. Als die Tanzagenten ihre Instrumente abbauen, wird es schon leicht dämmrig. Die Sonne ist hinter den Bäumen des Krügerparks schon verschwunden, die letzten Gäste sitzen noch unter den Bäumen und fühlen sich sichtlich wohl. „Ein gelungenes Fest“, resümieren die Besucher übereinstimmend. Der bunte Mix aus Musik, Tanz, Folklore, Kinderprogramm und Kulinarischem hat sich bewährt. An der Krügervilla packt auch Michel Wächter aus Arnstadt seine Sachen zusammen. Mit seinen bunt-gemischten Cocktails war er einer der Anlaufpunkte für die Gäste. „Es hat richtig Spaß gemacht, hier mal im Freien die Cocktails zu mixen“, lacht er. Michel Wächter kennt die Bergstraße und den Park noch aus seinen Kindertagen. Seine Großeltern haben hier gewohnt. Sein Sohn Rufus, der das Fest im Kinderwagen erlebte, war mit seinen sechs Monaten der mit Abstand jüngste Besucher an diesem Nachmittag.


Das Fit-Projekt von Mitmenschen e.V. präsentierte sich ebenso wie viele andere MitgliedsorganisationenDie Botschaft, die von diesem Fest ausging, war eindeutig und schlug sich heute in den Thüringer Medien nieder: Immer mehr Thüringer engagieren sich ehrenamtlich, Ehrenamt hat Zukunft. Der stellvertretende Direktor der Paritätischen BuntStiftung, Stefan Werner, verglich die zu lösenden zivilgesellschaftlichen Aufgaben mit einem guten Essen, das aber nicht schmecke, wenn die Gewüzrze fehlten. „Und das Salz in der Suppe und die schmackhaften Gewürze – das ist im zivilgesellschaftlichen Bereich das ehrenamtliche Engagement“, so Werner.

Die Wild Cats vom Lebenshilfewerk Weimar/Apolda begeistertenPetra Seidel, die rührige Ortsbürgermeisterin von Legefeld, einem Stadtteil von Weimar, ist solch eine Ehrenamtlerin mit Leib und Seele. Sie wird auch in der neuen Broschüre „Gesichter des Ehrenamtes“ porträtiert, die druckfrisch zum Sommerfest erschien und dort präsentiert wurde. Petra Seidel, die sich in vielen Vereinen engagiert, sagt: „Man darf nicht immer nur an sich selbst denken, egal, wies einem geht. Man muss auch für andere da sein. Mir macht das richtig Spaß.“ Unermüdlich ist sie sowohl im sozialen wie auch im kommunalpolitischen Bereich unterwegs – und das, obwohl sie zu 90 Prozent schwerbehindert ist. Aber sie braucht diesen Einsatz. Ohne ihre vielfältigen ehrenamtlichen Aufgaben könnte sie sich ihr Leben gar nicht vorstellen.

Die Tanzgruppe Wirbelzauber vom Marienstift Arnstadt wirbelte auf der BühneGestartet wurde bei dem Sommerfest auch der diesjährige Paritätische Ehrenamtspreis. Unter dem Motto „Ehrenamt ist der Kitt der Gesellschaft“ wird Ende des Jahres wieder herausragendes ehrenamtliches Engagement im Paritätischen geehrt. Die Bewerbungsfrist dazu läuft von jetzt bis zum 11. November. Ausgezeichnet werden wieder drei Einzelpersonen und drei Projekte. Der Themenpreis gilt dem Jahresmotto des Paritätischen: „Mitmenschlich denken und handeln“.

Großen Beifall bekamen Naemi und Marius von der Regelschule NeudietendorfConny Steger bereitete sich während des Gesprächs mit den Ehrenamtlern im Hintergrund auf den Auftritt mit ihrer Tanzgruppe Wirbelzauber vor. Die Mitglieder der Tanz- und Trommelgruppe vom Marienstift Arnstadt packte Trommeln und andere Instrumente aus, um die Zuschauer danach auf eine rhythmische Klangreise rund um die Welt mit zu nehmen. Spanischer Flamenco, ein israelisches Volkslied erklangen ebenso wie afrikanischer Trommelwirbel oder asiatisch angehauchte Musik. Schließlich baten die Tänzerinnen und Tänzer die Gäste zum Mitmachen – einige Mutige ließen sich dazu bewegen, im Klang der Trommeln und Instrumente sich unter den Bäumen zu bewegen. „Eine tolle Atmosphäre“, so Conny Steger danach, so toll, dass die Gruppe gleich noch länger dablieb und das Ambiente des Krügerparks in vollen Zügen genoss.

Für die nötige Stimmung sorgten auch die „Wild Cats“ mit ihren Tänzen zu rockiger Musik. Die „Wilden Katzen“ waren vom Lebenshilfewerk Weimar/Apolda nach Neudietendorf gekommen – und kamen wie viele andere Gäste leicht verspätet an, weil sie die großräumige offizielle Umleitung nach Neudietendorf gefahren waren.

Den stimmungsvollen musikalischen Rahmen lieferten die Tanzagenten, hier Sängerin Silvia Weisheit-HeinzeNaemi und Marius aus der zehnten Klasse der Regelschule und zwei junge Breakdancer stimmten zu Beginn nach der Eröffnung durch den Vorstandsvorsitzenden des Paritätischen, Rolf Höfert, die Gäste mit Gesang und Tanz auf das bunte Programm ein. Die jüngsten Gäste hatten ihren Spaß auf dem Soccer-Spielfeld der Soccer-Liga und beim ABC-Kindertheater. Großen Zuspruch fanden auch die zahlreichen Informationsstände der Paritätischen Mitgliedsorganisationen.“Willkommen in der engagierten Stadt“ hieß es beispielsweise bei der „Initiative Regionalgenossenschaften“, bei „Symbioun“ konnte man sich über richtige Ernährung in spielerischer Art und Weise informieren. Eine Schmuckgestalterin war ebenso vertreten wie die Lebensgemeinschaft Wickersdorf mit ihren Angeboten.

Den musikalischen Rahmen des Tages steckten die „Tanzagenten“ ab. Die ansonsten achtköpfige Kapelle, die deutschlandweit unterwegs ist, trat in etwas geschrumpfter Besetzung im Krügerpark auf. Silvia Weistheit-Heinze als Sängerin, Uwe Rapp am Bass und Steffen Heinze am Klavier sorgten mit ihrer stimmungsvollen, leicht jazzig angehauchten Musik für die richtige Untermalung zu einem schönen Sommernachmittag unter den Bäumen des Krügerparks.

Tags: Sommerfest

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