Der Weltenbummler aus Gotha: Roland Adlich berichtet am 27. Oktober in der Krügervilla über Thailand

Roland Adlich in der Gebirgswelt von NepalGotha/Neudietendorf, 14. Oktober 2016. Angst – die hat er nur einmal gehabt bei seinen vielen Reisen in fremde und exotische Länder. Roland Adlich aus Gotha (das Bild zeigt ihn in der Gebirgswelt von Nepal) kann heute lächeln, wenn er an die Situation vor einigen Jahren im Süden von Nepal zurückdenkt. Seinerzeit packte ihn allerdings zum ersten und einzigen Mal auf seinen Touren Überlebensangst. Gemeinsam mit einem Führer waren seine Frau und er auf einer Tagestour, als plötzlich 15 Meter von ihnen entfernt ein Panzernashorn auftauchte. Langsam drehte es sich in ihre Richtung. Mucksmäuschenstill hielten sich die drei versteckt. „Wenn es kommt, rettet Euch auf einen Baum“, flüsterte ihr Führer ihnen zu. Langsam drehte sich das Nashorn in ihre Richtung, verlor dann aber glücklicherweise das Interesse und trottete langsam davon. Roland Adlich ist das, was man einen Weltenbummler nennt. Er erkundet exotische und ferne Länder und berichtet darüber in seinen Lichtbildvorträgen in ganz Thüringen und darüber hinaus. Das nächste Mal ist er am Donnerstag, 27. Oktober, beim Krügerverein in Neudietendorf zu Gast und nimmt die Besucherinnen und Besucher ab 19 Uhr mit auf eine Reise nach Thailand.


Auch an diese Reise nach Thailand hat er eine ganz spezielle Erinnerung. Adlich und seine Frau suchen sich Regionen abseits des Massentourismus aus, unternahmen eine Fahrt ins sogenannte Goldene Dreieck, das berüchtigte Drogen-Anbaugebiet Thailands. Sie wanderten durch abenteuerlich-schöne Landschaften abseits jeder Zivilisation, übernachteten in abgelegenen Bergdörfern bei den gastfreundlichen Familien der Lahu und der Karen. Für die Rückfahrt bauten sie sich selbst ein Floß aus Bambushölzern und fuhren damit einen kleinen Gebirgsfluss abwärts. „Nach vier Tagen hatte die Zivilisation uns wieder“, erzählt Adlich.
Roland Adlich im Gespräch mit einem Mönch in KambodschaEs ist die Sehnsucht nach der Ferne, nach dem Fremden, dem teilweise Unerforschten, nach dem Exotischen, was ihn und seine Frau zu ihren Reisen rund um die Welt antreibt (Bild links zeigt ihn im Gespräch mit einem Mönch in Kambodscha). „Die Ziele müssen möglichst exotisch sein, nicht zu massentouristisch“, ist dabei eines der Kriterien. Für ihre Reisen kaufen die beiden sich lediglich ein Flugticket, den Rest organisieren sie dann in dem jeweiligen Land, in dem sie unterwegs sind. „Man muss sich auf das Abenteuer einlassen. Dann erlebt man Natur und Kultur hautnah“, sagt er. Zwei Ziele im Jahr steuern die beiden an, in der Regel für drei Wochen Was er mitbringt, sind nicht nur ganz persönliche Reiseeindrücke, sondern auch eine Vielzahl von Fotos, in deren Mittelpunkt Menschen stehen, oft auch nur Gesichter, die sehr viel über die Lebensumstände und über das Land aussagen.„Es ist ganz selten, dass mal jemand Nein sagt, den ich darum bitte, ihn fotografieren zu dürfen“.

Adlich hat schon viele Länder bereist, unterschiedliche Kulturen kennengelernt, weiße Flecken auf der Weltkarte gibt es nur wenige. Die Lieblingsregion, in der er unterwegs ist, ist aber Asien. Wenn er von Indien, Nepal oder dem Königreich Bhutan erzählt, gerät er ins Schwärmen. „In Bhutan ist das Glück der Bevölkerung in der Verfassung verankert“, berichtet er. „Jedes Gesetz, das verabschiedet wird, wird daraufhin überprüft, ob es die Bevölkerung glücklicher macht.“ An Nepal schätzt er die grandiose Landschaft und die Kultur. Allerdings beklagt er auch den Massentourismus im Land, die um sich greifende Kommerzialisierung. Er war vor und nach dem großen Erdbeben in Nepal, hat die Zerstörung in den Städten gesehen, die Schuttberge, die auch heute noch von der Katastrophe künden, hat von den versickernden Hilfsgeldern erfahren, die die Bedürftigen nicht immer erreichen. Nach dem Erdbeben blieben die Touristen allerdings aus – und das macht das Land jetzt noch ärmer. Und Adlich berichtet gerne von Indien, dem Land, in dem für ihn der Traum vom Reisen begonnen hat.

Bei der Auswahl der Reiseziele lässt er sich von Ängsten nicht leiten. So war er im vergangenen Jahr in Kolumbien, mitten im Bürgerkrieg zwischen der Regierung und den FARC-Rebellen. „Gerade wenn man allein reist und nicht in einer Touristengruppe unterwegs ist, fühle ich mich am sichersten“, so seine Erfahrung. Man muss sich anpassen, nicht gleich als Tourist erkennbar sein, so seine Devise, die ihn bisher unbeschadet auch aus vermeintlich gefährlichen Weltgegenden gesund nach Thüringen hat zurückkehren lassen.

Gibt es noch unerforschte Regionen für ihn? Oh ja, sagt er. Den südamerikanischen Kontinent hat er bisher nur zum Teil erobert. Reisevorbereitungen laufen derzeit für Sri Lanka, auch ein Abstecher nach Teneriffa ist noch geplant, um das vorhandene Fotomaterial aktuell zu ergänzen.

Der langjährige Stadtplaner in Gotha braucht nach seinen Reisen etwa drei Monate, um seine Lichtbild-Show zusammenzustellen. Es ist ein Mix aus Musik, Orginalton und Bildern mit einem Live-Kommentar unterlegt. Ein viertel Jahr benötigt er, um die Fotos einer Reise zu sichten und auszuwählen, ein weiteres viertel Jahr, um die Show zusammenzustellen. „Es macht Spaß und ist eine Tätigkeit, die anspannt, aber entspannt“, sagt er. Von dem Ergebnis sind die Besucherinnen und Besucher seiner Vorträge stets begeistert.
Lichtbildershow in der Krügervilla in Neudietendorf, Donnerstag, 27. Oktober, 19 Uhr, Eintritt: 5 Euro

Tags: Krügerverein, Roland Adlich

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