Mehr Hilfe für Alleinerziehende ab Juli - Ein Drittel der Alleinerziehenden in Thüringen auf Hartz IV angewiesen

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Erfurt/Neudietendorf. Die Reform des Unterhaltsvorschusses, der jetzt Mitte des Jahres in Kraft treten soll, ist nach Einschätzung des Paritätischen ein wichtiger Schritt. Bedauerlich ist aus Sicht des Verbandes allerdings die Verzögerung, denn eigentlich sollte das neue Gesetz schon zum Jahreswechsel in Kraft treten. Durch einen Finanzierungsstreit zwischen Bund und Ländern und koalitionsinterner Bedenken wurde der Termin um ein halbes Jahr aufgeschoben.


Nach den neuen Regelungen erhalten Alleinerziehende künftig bis zur Volljährigkeit des Kindes Anspruch auf staatliche Unterstützung, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil nicht für den Unterhalt aufkommt. Die geplante Reform ist ein wichtiger Hebel, um Alleinerziehende und ihre Kinder künftig besser materiell abzusichern. In Thüringen waren 2015 etwa ein Drittel aller Alleinerziehenden auf Hartz IV angewiesen.

„Ein Kind alleine großzuziehen, gehört nach wie vor zu den größten Armutsrisiken in Deutschland und zwar unabhängig vom Wohnort und dem konkreten wirtschaftlichen Umfeld“, sagte Ulrich Schneider, der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen. Die jetzige Reform des Unterhaltsvorschusses muss nach Meinung des Verbandes noch um weitere Maßnahmen ergänzt werden, um Alleinerziehende und ihre Kinder besser finanziell abzusichern. Dazu zählen auch gezielte Angebote für Alleinerziehende zur Qualifizierung, Beschäftigungsförderung und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Den Unterhaltsvorschuss zahlt der Staat, wenn der andere Elternteil seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht nachkommt. Bisher kommt dieser staatliche Zuschuss etwa 440.000 Kindern zugute. Die bisherige Höchstbezugsdauer von 72 Monaten wird aufgehoben. Dadurch werden 46.000 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren im UVG-Bezug bleiben können.

Für Kinder im Alter zwischen 12 und 18 Jahren gibt es in Zukunft ebenfalls einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss. Dieser wird wirksam, wenn das Kind nicht auf SGB II-Leistungen angewiesen ist. Er gilt auch für Alleinerziehende mit einem Mindesteinkommen von 600 Euro brutto, die ihren Verdienst durch Hartz IV-Leistungen aufstocken. Dadurch werden 75.000 Kinder erreicht. Alleinerziehende Hartz-IV-Bezieher mit einem geringeren Einkommen bekommen stattdessen die vollen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch.

Grafik: pixabay

Tags: Alleinerziehende, Unterhaltsvorschuss

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