Rittergut Nickelsdorf ein „Leuchtturm für erneuerbare Energien“

Das Rittergut Nickelsdorf

Nickelsdorf/Erfurt, 27. Januar 2017. Ein „Leuchtturm für Erneuerbare Energien“ – das ist nicht nur nach Meinung der Vorstandsvorsitzenden von Ländliche Kerne e.V das Rittergut Nickelsdorf (Foto links). Das fand jetzt auch das Thüringer Umweltministerium und präsentiert den Verein Ostthüringer Verein als „Energiegewinner“ landesweit in einer Plakat- und Anzeigenkampagne (siehe Bild unten) . Denn von dem, was in den alten Gemäuern des Rittergutes geschaffen wurde, können auch andere profitieren.


„Teilweise standen nur noch die Grundmauern des ehemaligen Ritterguts“, erinnert sich Ina John in dem Beitrag auf der Website der Aktion „Energiegewinner“. Und doch war es genau die richtige Immobilie, um eine lebendige Begegnungs- und Bildungseinrichtung zu schaffen, die gleichzeitig auch mit erneuerbaren Energien geheizt werden sollte. Denn darauf kam es Ina John und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern an: Sämtliche Gebäude mit erneuerbaren Energien zu versorgen. „Ohne die ließe sich dieses mittelalterliche Gut gar nicht unterhalten und erhalten.“

2017 01 27 nickelsdorf 1Ein bunter Mix verfügbarer Technologien kommt in Nickelsdorf zum Einsatz: Eine Holzhackschnitzelanlage heizt das Gebäude und erwärmt Brauchwasser. Sie ist hauptsächlich im Winter in Betrieb. In der Übergangszeit läuft ein Scheitholzhofen. Auf dem Dach ist eine Solarthermieanlage installiert. Eine Photovoltaikanlage liefert die notwendige Energie, um das warme Wasser durch die Leitungen zu pumpen. Pro Jahr werden 10.000 Kilowattstunden erzeugt. Die dann noch fehlende elektrische Energie wird von einem nahestehenden Windrad im Dorf besorgt.

Das Abwasser schließlich landet in der hauseigenen Pflanzenkläranlage. Im Zusammenspiel zwischen Schilfpflanzen und Mikroorganismen wird es von Schadstoffen gereinigt. Dann versickert es im Boden. Den jungen Menschen wird so in Nickelsdorf hautnah vorgeführt, wie Energieversorgung der Zukunft aussehen kann.
Eine besondere Aufgabe kommt schließlich dem Hausmeister zu. Er muss nicht nur die Systeme im Auge behalten, sondern auch immer einen Blick aufs Wetter werfen. Denn wenn im Frühjahr oder Herbst die Sonne nicht ausgiebig scheint, dann muss der große Ofen am Vorabend hochgefahren werden. Wenn das nicht passiert, dann wird am anderen Morgen eben kalt statt warm geduscht...

Weitere Informationen zu der Aktion:
http://www.energiegewinner-thueringen.de


Fotos: Ländliche Kerne e.V., Andreas Kotter

 

Tags: Ländliche Kerne, Nickelsdorf

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