„Thüringen ist als Gründerland sehr gut aufgestellt“

Das Logo von Thex enterpriseErfurt, 28. Februar 2017. Immer mehr Thüringer Unternehmen wollen den Wachstumstreiber Digitalisierung konkret in ihrem Unternehmen nutzen. Viele erwarten durch Wirtschaft 4.0 und Digitalisierung zunehmende Umsätze, allerdings umso stärker, je größer die Unternehmen sind. Das geht aus dem aktuellen Thüringer Gründer- und Unternehmerreport hervor, den das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) und das Thüringer Wirtschaftsministerium heute vorgestellt haben. „Digitalisierung der Thüringer Wirtschaft – Chancen und Wege“ lautet das Schwerpunktthema in diesem Jahr.

„Es ist wichtig, Digitalisierungsstrategien jetzt breit im Thüringer Mittelstand zu verankern“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Immerhin geht laut Gründerreport fast die Hälfte der Unternehmen von Umsatzsteigerungen aus oder sieht Chancen für neue Geschäftsmodelle. 72 % sehen Sicherheitsrisiken, 83 % Investitions- und 85 % Weiterbildungsbedarf. Andererseits handeln viele Unternehmen noch nicht, um die Digitalisierung im eigenen Unternehmen voranzutreiben oder branchenübergreifende Kooperationen zu entwickeln. „Hier wollen wir als Land für neue Impulse und die nötige Unterstützung sorgen“, so der Minister.

Insgesamt stehen bis 2020 rund 74 Mio. € aus Landes- und ESF-Mitteln für die Gründungs- und Beratungsförderung zur Verfügung – davon wurden bislang 22,1 Mio. € bewilligt, davon allein im ThEx 2,7 Mio. € für die Projekte im Bereich der „Wirtschaft 4.0“.

Mit dem Thüringer Gründer- und Unternehmerreport legt das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) jährlich eine Einschätzung zum Gründungsgeschehen und einer wichtigen aktuellen Fragen des Unternehmertums in Thüringen und Deutschland vor. Wichtigste Ergebnisse: Im Jahr 2015 gab es in Thüringen 12.547 Gewerbeanmeldungen. Damit liegt Thüringen mit einer Selbstständigenquote von 9,1 Prozent leicht unterhalb des Bundesdurchschnittes von 10,3 Prozent. Bei Gründungen mit Substanz rangiert Thüringen hingegen mit 22,7 Prozent gut 5 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt auf Rang drei. ThEx innovativ hat 412 Projekte zur Gründung innovativer Unternehmen begleitet. Der Anteil von Gründungsvorhaben mit Digitalisierungsbezug liegt bei rund einem Drittel.

„Thüringen ist als Gründerland sehr gut aufgestellt.“, sagte Prof. Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. „Denn auch bei Gründungen und Unternehmertum steht Qualität vor Quantität.“ Gleichwohl könne sich der Freistaat aber dem bundesweit fallenden Gründungsinteresse auch nicht entziehen. Die Gründe hierfür liegen in der sehr guten Konjunktur, insbesondere am Arbeitsmarkt, und der demografischen Entwicklung in Deutschland als auch in Thüringen. Auch in den kommenden Jahren ist deswegen nicht mit einem quantitativen Anstieg des Gründungsgeschehens zu rechnen.

Die CDU-Fraktion kritisierte, dass die Thüringer bei Unternehmensgründungen bundesweit zu den Schlusslichtern gehören. Mit rund 58 Gewerbeanmeldungen je 10 000 Einwohner landete der Freistaat auf dem vorletzten Platz. Nur in Sachsen-Anhalt sei die Quote noch schlechter.

„Um dem Trend adäquat zu begegnen, ist es umso wichtiger, dass es in Thüringen landesweit kontinuierliche und verlässliche Unterstützungsstrukturen wie das ThEx gibt und eine ausgeprägte Nähe zu den Gründungsprojekten und Unternehmen gepflegt wird“, sagte Dirk Wegler, Leiter des ThEx.

Das Paritätische Projekt ThEx Enterprise begleitet thüringenweit all diejenigen Gründungsinteressierten, die eine intensive Gründungsunterstützung benötigen und wünschen. Arbeitslose Menschen, Frauen, ältere Gründungsinteressierte mit Migrationshintergrund, Teamgründungen sowie Gründungsinteressierte mit sozialunternehmerischen Ideen rücken dabei stärker als bisher in den Fokus.

Das Beratungs- und Qualifizierungsangebot umfasst neben der Entwicklung von unternehmerischen Kompetenzen die Erarbeitung des Gründungsfahrplans sowie die Unterstützung bei der selbstständigen Erstellung des Geschäftsplans und der Vorbereitung einer Präsentation des Geschäftsvorhabens. Damit werden die Möglichkeiten geschaffen, Zugang zu Fördergeldern und Startkapital zu finden sowie sich mit anderen Gründerinnen und Gründern zu vernetzen.

Für Menschen anderer Herkunftsländer gibt es bei ThEx Enterprise spezifische Zusatzangebote, um auch interkulturelles Unternehmertum stärker zu fördern und die Potentiale im regionalen wirtschaftlichen Interesse sichtbar zu machen.

ThEx Enterprise berät rund um das Thema Gründungsvorhaben an den Standorten Erfurt, Gera, Mühlhausen, Suhl, Jena und Neudietendorf aber auch bei zahlreichen regionalen Sprechtagen.

ThEx Enterprise ist Projektpartner im Thüringer Zentrum für Existenzgründung und Unternehmertum (ThEx) und wird gefördert vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.


Das Leistungsangebot von ThEx Enterprise finden Sie unter http://www.thex.de/enterprise/

 

Tags: ThEx-Enterprise

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