Kinder und Jugendliche sollen in Thüringen mehr mitgestalten können

Logo der UnoNeudietendorf/Erfurt, 6. April 2017. Thüringer Kinder sollen mehr Möglichkeiten zur Mitwirkung und Teilhabe haben. Denn: Das Recht auf Mitsprache ist eines der zehn Grundrechte für Kinder, die in der entsprechenden Konvention der Vereinten Nationen festgehalten sind. Seit 25 Jahren gelten sie auch in Deutschland, wurden am 5. April 1992 übernommen. „Thüringen ist in dieser Hinsicht gut aufgestellt. In puncto Schutz und Sicherheit können wir auch im Vergleich mit anderen Ländern stolz sein", sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes Thüringen im Deutschen Kinderschutzbund, Carsten Nöthling, jetzt in einem Interview mit der Thüringischen Landeszeitung. Der Landesverband ist Mitglied im Paritätischen Thüringen. Um das Thema mitmachen und mitbestimmen von Kindern und Jugendlichen dreht sich auch der diesjährige Kinder- und Jugendpreis von Paritätischer BuntStiftung und der Sparkassen Finanzgruppe Hessen-Thüringen, der in diesen Tagen offiziell gestartet wird.


Auch die Landesregierung macht sich das Thema zu eigen. „Kinderrechte sind Menschenrechte“, erklärte Bildungs- und Jugendstaatssekretärin Gabi Ohler und fügte hinzu: „Gerade in Zeiten, in denen der Tonfall in unserer Gesellschaft rauer zu werden scheint, braucht es junge Menschen, die sich für die Demokratie engagieren und sich in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen einbringen. Je eher, um so besser, denn früh übt sich bekanntlich...“, so Ohler.

Thüringen hat gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk einen gemeinsamen Förderfonds „Kinderrechte stärken“ ins Leben gerufen, in dem in diesem Jahr 20.000 Euro zur Unterstützung von Beteiligungsprojekten für Kinder und Jugendliche in Thüringen zur Verfügung stehen. „Mitmachen, mitbestimmen, Verantwortung tragen – das sind die Grundpfeiler unseres demokratischen Gemeinwesens. Wir wollen in Thüringne mit gutem Beispiel vorangehen“, so Ohler.

Carsten Nöthling vom Kinderschutzbund hob in dem TLZ-Interview hervor, dass es in fast allen Städten, Kreisen und Gemeinden Thüringens Kinderschutzdienste als Anlaufstellen für Jungen und Mädchen gebe, die Gewalt ausgesetzt sind. Sie werden aufgenommen, beraten, ihnen wird geholfen. Der Schutz vor Gewalt, Misshandlung und Verwahrlosung (Artikel 19 der Kinderrechtskonvention) wurde in die Thüringer Verfassung aufgenommen.
Nachholbedarf gebe es dennoch: in Schulen, Kindertagessstätten, Jugendclubs – in allen Einrichtungen, in denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten. "Jede dieser Einrichtungen ist nach dem Bundeskinderschutzgesetz verpflichtet, ein eigenes Schutzkonzept zu entwickeln", sagte Carsten Nöthling.

Tags: Kinderrechte, Carsten Nöthling, Deutscher Kinderschutzbund

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