Medienpädagoge: Jugendliche bewegen sich meist verantwortungsvoll in der digitalen Welt – Verbote bringen nichts – Vortrag Donnerstag im Krügerverein in Neudietendorf

Ein Jugendlicher telefoniert mit seinem HandyErfurt/Neudietendorf, 17. Mai 2017. Immer am Handy, immer erreichbar, immer online: Vielen Eltern, die noch in einer anderen, einer analogen Zeit, aufgewachsen sind, macht es Angst , wenn ihre Kinder im Internet surfen, mit Freunden chatten, in sozialen Netzwerken unterwegs sind. In den meisten Fällen ist diese Angst aber unbegründet, sagt Ingo Weidenkaff. Er ist Medienpädagoge in Erfurt. „Jugendliche gehen damit in der Regel vernünftig und verantwortungsvoll um“, sagt er. Allerdings nimmt er auch die Eltern in die Pflicht. „Verbote bringen nichts, aber die Eltern sollten ihre Kinder begleiten und ihnen Grenzen ziehen.“ Am Donnerstagabend referiert Weidenkaff im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur „Woche der Familie“ beim Krügerverein in Neudietendorf zu Gast.


Dabei geht es ihm vor allem um die Rolle der Eltern in einer sich rasant wandelnden Medienlandschaft. Er will ihre Sensibilität für die Problematik wecken und sie dazu ermuntern, bereits in der Grundschulzeit ihre Kinder an das Internet heranzuführen. Eltern sollten ihren Kindern für die Nutzung von Internet und sozialen Netzwerken zeitliche Grenzen setzen und auf Rituale Wert legen. Dazu zählt für ihn beispielsweise ein Handyverbot zu den Mahlzeiten. „Auch sollten sie mit ihren Kindern einmal etwas Analoges unternehmen“, so Weidenkaffe. Wandern, Radfahren oder auch Geocoaching nennt er als Beispiele. Weidenkaff ermuntert Eltern, auch Alternativen zu den gängigen sozialen Netzwerken zu suchen, Angebote, bei denen die jungen Leute weniger Daten preisgeben müssen.

Und er will die Eltern darauf einstellen, dass sie in Sachen Mediennutzung sich ruhig auch einmal etwas von ihren Kindern abschauen können. „Zeigen Sie, dass Sie Ihren Kindern vertrauen, dass die Kinder Ressourcen haben, die man gut nutzen kann.“ Sein Ziel ist es, das ganze Thema aus dem Bereich der Ängste und Sorgen herauszulösen, den Eltern aber gleichzeitig zu vermitteln, welche Rechte und Pflichten sie haben, wo sie schon aus rechtlichen Gründen ein Auge drauf haben müssen, wie und wo man legale Downloads vornehmen kann.

„Eltern in Verantwortung bringen, ihnen Ängste nehmen und ihnen Zuversicht geben“, so umreißt er seine Einstellung, die er in Seminaren und Vorträgen wie dem in der Krügervilla den Eltern vermitteln will.

Der Vortrag „Die digitale Vermessung des Menschen“ beginnt am Donnerstag, 19 Uhr, in der Krügervilla in Neudietendorf, Bergstraße 9. Der Abend richtet sich an Eltern und Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Ein Unkostenbeitrag von drei Euro pro Person wird erhoben.

Tags: Krügerverein, Woche der Familie, Ingo Weidenkaff

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