Rechtsextremismus im Osten: Neue Studie bestärkt Schau HIN-Team in seinen Aktivitäten – Qualifizierungsreihe zeigt Wege zu Vielfalt und Teilhabe

Das Logo von Schau HINNeudietendorf/Berlin, 18. Mai 2017. Ein ganzes Bündel an Maßnahmen ist notwendig, um dem Rechtsextremismus in Ostdeutschland entgegenzuwirken. Das fordern die Autoren einer neuen Studie zum Thema, die von der Bundesbeauftragten für die neuen Länder, Iris Gleicke, in Berlin vorgestellt wurde. Das historische Bewusstsein müsse gestärkt und politische Konflikte müssten offen angesprochen werden, heißt es dort beispielsweise. Außerdem solle man sich stärker auf positive Beispiele fokussieren. Das Paritätische Projekt Schau HIN fühlt sich durch die Ergebnisse der Studie bestärkt im Bemühen, gelingende Wege zu Vielfalt und Teilhabe aller aufzuzeigen. Eine neue Qualifizierungsreihe zur Multiplikatorin/zum Multiplikator in einer demokratiestarken Mitgliedsorganisation des Paritätischen startet im Juni.


Die Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung zeichnet nach Angaben von „Zeit online“ ein differenziertes Bild über die Situation in Ostdeutschland. Acht Monate lang haben sich die Forscher in Erfurt, Freital und Heidenau umgesehen. In der thüringischen Landeshauptstadt fanden sie dabei deutliche Unterschiede. Es gebe dort einerseits ein ausgeprägtes Bewusstsein für rechte Tendenzen sowohl innerhalb der Verwaltung wie auch in der Bevölkerung. Erwähnt werden auch die Aktionstage gegen die Aufmärsche von Rechtsextremisten. Ganz andere Erfahrungen haben die Forscher aber im Stadtteil Herrenberg gemacht. Dort habe sich über Jahre hinweg eine rechtsextrme Szene „fest in das Stadtviertel integriert“, die sich vor allem an sozial benachteiligte Jugendliche richte.

Als „ostdeutsche Erfolgsgeschichten“ führen die Forscher dagegen Jena, Leipzig und Hoyerswerda an. Die Städte und ihre Bevölkerung wehrten sich gegen Rechtsextremisten, indem sie ihre Erinnerungskultur neu bewerteten und lokale Politiker auch klar gegen rechte Tendenzen aufträten.

Ein ganzes Ursachenbündel sehen die Forscher in Ostdeutschland für den Rechtsextremismus. In gewissen Regionen Ostdeutschlands machen sie beispielsweise eine historisch gewachsene Neigung zu Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremen Denken aus. Dafür machen sie erinnerungs- und sozialpolitische Faktoren verantwortlich.

Mit dem Projekt „Schau HIN vor Ort“ soll in den Paritätischen Mitgliedsorganisationen eine Unternehmenskultur der Offenheit, der Demokratie, Inklusion und Vielfalt verankert werden. Es soll dabei Handwerkszeug zum kompetenten Umgang mit gesellschaftlichen Spannungen, Konflikten und diskriminierenden Situationen gegeben werden. Es werden Wege aufgezeigt, wie man diesen Diskriminierungen am Arbeitsplatz entgegen wirken kann. In Insgesamt sechs Modulen sollen die Teilnehmenden fit gemacht werden, sich diesen Problemen zu stellen.

Weitere Infos zu der Qualifizierungsreihe gibt es bei Christiane Lolchner-Landsiedel, E-Mail:

oder unter www.paritaet-th.de/schauhin

Die Qualifizierungsreihe ist eine Kooperation des Paritätischen Thüringen und des Bildungswerkes Blitz.

Tags: Rechtsextremismus, SchauHIN

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