Umgang mit Sterben und Tod – Internationaler Austausch wichtig – Projekt „Belief“

Die Projektteilnehmenden von "belief" bei ihrem Besuch in LitauenNeudietendorf, 31. Mai 2017. Der Umgang mit Sterben und Tod ist ein von den meisten Menschen gern verdrängtes Thema. Die Beschäftigung damit ist aber umso wichtiger. Bewusstseinsschärfung für die Problematik,der Austausch von internationalen Erfahrungen – das steht im Mittelpunkt des Transnationalen Projektes „Belief“, an dem für Deutschland parisat beteiligt ist. „Belief“ steht als Abkürzung für „Better Live the end of life“ und soll den Blick zu dem Thema Tod und Sterben auf andere Länder und andere Kulturkreise weiten. Bei einer Reise nach Litauen gewannen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jetzt tiefe Einblicke in die Gesundheits- und vor allem Palliativ-Versorgung in Osteuropa. Unser Bild zeigt die Gruppe bei ihrem Besuch in Litauen.


In Litauen standen mehrere Kliniken auf dem Besuchsprogramm, darunter auch das St. Rokko-Hospital, das erst vor drei Jahren eröffnet wurde und als eines der modernsten im Land gilt. Geplant ist derzeit der Bau eines weiteren Gebäudes mit einer speziellen Palliativ-Station. Außerdem machten sich die Besucher ein Bild über die ambulante Versorgung von Schwerstkranken und waren noch zu Gast in einem College, in dem junge Menschen auch für die Versorgung vonSchwerstkranken ausgebildet werden.

Palliativversorgung ist die ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren fort-geschrittenen und fortschreitenden Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung. Das Hauptziel ist die Linderung von Schmerzen und belastenden Symptomen sowie die Verbesserung der Lebensqualität unter Berücksichtigung der physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Patienten. Die Mitarbeiter, die speziell geschult sind, sind einer persönlichen Auseinandersetzung mit Krankheit, Leid, Abschied, Sterben, Tod und Trauer zugewandt und führen eine am Symptom orientierte kreative und individuelle Pflege durch.Es stehen neben den Erkrankten auch die An- und Zugehörigen im Focus

Neben den Transnationalen Treffen in den Partnerländern arbeitet unter Federführung von parisat eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedsorganisationen und interessierten deutschen Partnern zusammen. Schwerpunkt ist hierbei vor allem der pädagogische Umgang mit dem Thema in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und die Begegnung von Pflege und Pädagogik in diesem Rahmen.

Mit großem Interesse hatte man im vergangenen Jahr im Museum für Sepulkralkultur in Kassel die Vorstellung des Museumskoffers „Vergiss mein nicht“ verfolgt. Dieser Koffer wurde speziell für die Arbeit mit Vorschul- und Grundschulkindern entwickelt und beinhaltet umfangreiches Material und konkrete Konzepte, um das Thema interessant, lebendig und optimistisch zu bearbeiten.

Wenn das Projekt in diesem Jahr zu Ende geht, dann steht schon jetzt fest, dass die Teilnehmenden einen großen Erfahrungsschatz mit nach Hause nehmen. Im Dialog miteinander spielten kulturel-le Aspekte eine wichtige Rolle. Das Projekt zeigte, dass auch in diesem Feld auf unterschiedlicher Ebene voneinander gelernt werden kann. Am 20. Juni findet in Neudietendorf ein Fachtag zu dem Projekt statt.

Tags: BELIEF, Erasmus

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