Paritätischer Jahresempfang 2013 – Verband fordert bessere Rahmenbedingungen

Neudietendorf 28/02/2013 Am Mittwoch, den 27. Februar 2013 fand der Jahresempfang des Paritätischen Thüringen in der Krüger-Villa in Neudietendorf statt. Das Thema des Empfangs „Starke Auftragslage, aber schlechte Rahmenbedingungen", war wohl gewählt. Medienberichte bestätigen es täglich, die sozial- und finanzpolitischen Rahmenbedingungen verändern sich gravierend für die Zielgruppen und für die Anbieter sozialer Dienstleistungen. Insbesondere die öffentlichen Haushalte stehen unter massiven Druck. Demgegenüber habe sich die Nachfrage nach sozialen Dienstleitungen und Angeboten in den letzten Jahren kaum verändert. Teilweise ist sie sogar gestiegen. Das stellt die Sozialwirtschaft, stellt Fach- und Führungskräfte vor erhebliche Herausforderungen. Insbesondere in den Bereichen Organisationsentwicklung, Marketing, Controlling Personalmanagement und Finanzierungsmanagement müsse man notwendige Weichen stellen. „Es ist unbestritten, dass die Sozialwirtschaft an diesen Stellen durchaus noch Potenziale hat, die es zu heben gilt", gab Reinhard Müller, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Thüringen zu. Hier fündig zu werden sei eines der Kernanliegen des Verbandes.

Zwar kopple der Versorgungscharakter vieler Sozialdienstleistungen die Leistungsnachfrage von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung ab, aber aufgrund der steigenden Verschuldung und der Verschlechterung der Haushaltslage öffentlicher Kostenträger gehen Entgelte, Vergütungen und Zuschüsse zurück oder steigen nur gering. „Das Problem für uns und unsere Mitgliedsorganisationen ist es, die Diskrepanz zwischen stagnierenden sowie zurückgehenden Einnahmen bei gleichzeitig steigenden Kosten zu bewältigen", erläuterte Müller die Herausforderungen für die Sozialwirtschaft. Auch in Zukunft rechne der Verband mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Hinzu käme noch das Problem der Anwerbung von Fachkräften. Dafür brauche es attraktive Arbeitsplätze, die zu einem längeren Verbleib von Fachkräften in diesen Berufen führen, ist Müller überzeugt. Schlussendlich seien hier aber alle Beteiligten, Leistungserbringer, Kostenträger, Landespolitik und Kommunen gleichermaßen gefragt, gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen. Der Staat dürfe sich hier nicht aus der Verantwortung nicht zurückziehen. Gerade die soziale Infrastruktur könne, aus Sicht des Verbandes, nicht dem Marktgeschehen überlassen werden kann

Zum Jahresempfang kamen zahlreiche Gäste aus Vereinen und Verbänden, Politik und Wirtschaft. Die Grußworte hielten in diesem Jahr die Landtagspräsidentin Birgit Diezel und der frischgewählte LIGA-Vorsitzende und langjährige Caritasdirektor Bruno Heller. Passend zum Thema gab es einen Vortrag von Reinhard Müller, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Thüringen, und Helmut Kreuter, Einrichtungsleiter des Jugendhilfezentrums Wolfersdorf beim Wendepunkt e. V..

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